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Ausflug nach Helgoland

- Ein Reisebericht -

Es gibt einen Spruch, in dem es sinngemäß heißt, dass jeder Deutsche einmal auf Helgoland und auf der Zugspitze gewesen sein sollte und noch irgendwo, ich weiß nicht mehr. Aber das mit meiner selbstorganisierten Reise nach Helgoland war so:

Der Himmel ist grau über Dagebüll und ein steifer Nordwest bläst an Deck der „Nordfriesland“ als die Fähre nach Amrum ablegt. Eine gute Stunde wird es dauern bis wir im Hafen von Wittdün auf ein hochseetüchtiges Schiff umsteigen und Kurs auf Helgoland nehmen.

In Wittdün stehen die Flaggen heftig knatternd waagerecht von den Masten ab. Kragen schlagen hoch und Mützen rollen über die Pier als wir die Fähre verlassen. In Anbetracht der Situation streben wir einen Platz mittschiffs ganz unten an. Wir finden ihn an einem Tisch unterm Fenster. Eine Kindergruppe stürmt das Schiff, versorgt sich am Tresen mit Chips, Cola und anderem unentbehrlichen Reiseproviant. Sie toben durch die Gänge und freuen sich auf den Ausflug.

Draußen macht die Mannschaft im Ölzeug mit routinierten Handgriffen die Leinen los. Heftig stampfend dreht das Schiff auf Süd und erreicht taumelnd das offene Meer.

Nach einer halben Stunde wird es ruhig um uns. Die Kinder sind verschwunden. Am Tisch verstummen die Gespräche und einer nach dem anderen verlässt unsicheren Schrittes die Runde. Unser Fenster versinkt im schäumenden Wasser und wenn es auftaucht, sind Wasser und Himmel immer noch eins.

Ich halte meine Reiselektüre krampfhaft in den Händen, lege ich sie auf die Tischplatte, wird mir schlecht. Meine Augen suchen einen festen Punkt und finden keinen. Nicht mal im grünlichen Gesicht der Dame gegenüber. Wir sind die einzigen von zehn, die hier noch sitzen. Der Rest ist weg. Die Mannschaft flitzt mit Schrubbern und Eimern durch das Schiff und die Offiziere verteilen süffisant lächelnd Tüten. Die grünliche Dame und ich nehmen keine. Womöglich denken wir dasselbe: Wenn Du jetzt zugreifst, brauchst Du sie auch. Unberechenbar rollt eine Bleikugel durch meine Eingeweide.

Nach scheinbar unendlichen Stunden lässt das Schaukeln nach, der Diesel wird leiser, und bleiche Gestalten kehren an unseren Tisch zurück. Durch das Fenster ist ab und zu der Himmel zu sehen. Jetzt, kurz nach Mittag, scheint es zu tagen. Ich bin froh, dass wir nach dem Ausbooten festen Boden unter den Füßen haben. Die Sonne bricht hervor, das Meer räkelt sich und zieht unschuldig seine Decke glatt.

Wir entdecken die Insel eine schmale Straße steil bergan steigend für uns. Rechts und links kleben die Häuser am roten Felsen. Geschäfte, in denen zollfrei eingekauft werden kann, reihen sich aneinander. Oben angekommen, werden wir von Seeschwalben und Möven, die ihre Nester bewachen, argwöhnisch beäugt. Es riecht streng.

Um die Kuppe der Langen Anna kreisen schreiend die Seevögel und an ihrem Fuße braust unheimlich die Nordsee. Wir durchstreifen das durch Kriege zerschundene Eiland, machen am Leuchtturm Station, verweilen in der Kirche, lesen die Namen und halten inne. Im Hotel Rooad Weeter könnte man exquisit speisen, nur unser Appetit hält sich noch immer in Grenzen. Hotels und Pensionen, durchaus erschwinglich, laden zum längeren Verweilen ein. Helgoland ist einzigartig, um dem Alltag zu entfliehen. Doch für heute müssen wir mit einem letzten Blick auf die Düne zurück.

Es gibt tatsächlich eine Zollkontrolle und die Beamten wollen auch einen Blick in unsere Tasche werfen.

Auf der Rückreise stürmt das Schiff bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein durch unbewegtes Wasser. Alles Unbehagen ist verschwunden, wir plaudern an Deck, scherzen und unsere Gesichter haben frische Farbe. Wir erreichen Amrum eine halbe Stunde früher als üblich.

Beim späten Abendbrot in Dagebüll blicken wir über das ablaufende Wasser, auf dem der Mond eine blinkende Spur bis zu den Lichtern von Föhr zieht. Ein Anblick, der bei sanft schaukelnden Fenstern, melancholisch macht.

Leider werden ab Amrum keine Reisen nach Helgoland mehr angeboten. Der nördlichste Startpunkt ist Büsum.

Das ändert nichts an der Exklusivität des Ausflugsziels, leichtes Unwohlsein gelegentlich inbegriffen …

Anonym

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