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Dem Himmel so nah - Milford Sound

- Ein Reisebericht -

Nach dem Abitur zog es mich ans andere Ende der Welt - ein sechsmonatiger selbstorganisierter Work and Travel-Aufenthalt in Neuseeland sollte mir die Zeit zwischen Schule und Studium versüßen. Während dieser Monate in Aotearoa, dem Land der langen weißen Wolke, wie es von den Maoris genannt wurde, gab es Höhen und Tiefen, gab es schöne Momente und schreckliche, gab es Orte, die dem Höllentor glichen und paradiesische Welten zu entdecken. Doch das bewegendste und ergreifendste Erlebnis von allen war wohl der Besuch von Milford Sound.

Nachdem ich einige Wochen lang in Neuseeland Geld mit Rezeptionsdiensten und Putzjobs verdient hatte, begab ich mich auf die große Reise quer über die Nordinsel, durch die Marlborough Sounds und schließlich landete ich auf der Südinsel des kleinen Landes. Kaikoura, die Stadt der Wale, war bald durchquert und auch Queenstown, die Stadt der Abenteuersüchtigen, ließ ich schnell links liegen. Mein Ziel war klar: Milford Sound, das geheimnisumwobene Fjordland, von dem alle mit verklärtem Blick und verträumten Augen sprachen.

Während ich mich in einem Hostel in Te Anau einnistete, das nicht weit entfernt von den sagenumwobenen Fjords liegt, stieß ich auf ein Unternehmen namens Park and Ride, das günstige Busreisen von Te Anau nach Milford Sound organisierte. Am nächsten Tag saß ich zusammen mit einigen anderen neugierigen Travellern in einem Reisebus auf dem Weg ins mystische Land.

Die Route führte uns an glatten Seen vorbei, wie etwa dem Mirror Lake, der seinen Namen nicht ohne Grund trägt. Grüne Hügel, dichter Regenwald und donnernde Wasserfälle dominierten das Landschaftsbild, bis wir schließlich den Homer Tunnel durchquerten und endlich angekommen waren. Schon die Fahrt allein war von unbeschreiblicher Naturvielfalt gekennzeichnet und hatte mir das ein ums andere Mal eine Gänsehaut beschert.

Doch als wir schließlich vom Bus auf eine Fähre wechselten, die uns durch das Fjordland fahren sollte, war es komplett um mich geschehen. Die Tränen flossen unaufhaltsam - nie im Leben habe ich etwas majestätischeres gesehen. Die Fähre erscheint winzig, wie eine verlorene Nussschale, angesichts der königlichen Fjorde, der hünenhaften, grünen Berge, der rauschenden Wasserfälle. Um uns herum tollten Seehunde und Delfine, die Sonne ließ das Wasser glitzern und man befand sich in absolutem Einklang mit der Natur.

Niemals zuvor habe ich mich dem Himmel so nah gefühlt. Wenn es ein Paradies auf Erden gibt, dann liegt es hier, Milford Sound, dem Ort, an dem man sich seiner eigenen Bedeutungslosigkeit und Winzigkeit auf romantische Art und Weise bewusst wird. Ein Trip, der meine Seele berührte.

Milford Sound

Neuseeland

Te Anau

anonym