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Ein letztes Mal das Meer besuchen mit Mama

- Ein Reisebericht -

Meine Eltern wollten noch einen letzten Urlaub am Meer genießen, da meine Mutter unter der unheilbaren Krankheit ALS leidet. Wir beschlossen also mit den Kindern einen Urlaub an der Ostsee zu machen, in dem Ort, in welchem wir im Jahr zuvor alleine schon waren, da wir wussten, dass der Zeltplatz behindertengerecht ist. Das Reiseziel, Ostseebad Rerik, war schnell gefunden und die Zeltplätze gebucht.

Ostseebad Rerik

Am 17. Juli 2010, am Geburtstag meiner kleinen Nichte, fuhren wir morgens los. Das Packen des Kombis war eine Herausforderung, denn neben zwei Kindern musste ein großes Zelt und der Rollstuhl mit. Nachdem das Auto bis unter das Dach voll gepackt war und auch das Dach von dem Gepäck zugebaut war, fuhren wir mit zwei Autos los. Die Fahrt war lang und anstrengend und wir kamen vor meinen Eltern an. Schnell war in der Rezeption alles geklärt und wir warteten auf der Restaurant Terrasse bei einem Kaffee auf meine Eltern.

Von der Terrasse aus kann man das Meer sehen, was das warten nicht langweilig machte. Als meine Eltern ankamen, wurden uns unsere Plätze zugewiesen und der Schlüssel für das Behinderten WC überreicht. Alle waren sehr freundlich und zuvorkommend. Mit dem Auto fuhren wir zu unserem Platz, wo wir sogleich die Zelte aufbauten. Der ebene Weg machte es meiner Mutter leicht mit dem Rollstuhl darüber zu fahren um zu dem nur wenige Meter entfernten Toilettenhaus zu kommen. Eine Rampe ermöglichte es ihr, einfach und schnell in das Toilettenhaus zu gelangen. Eine größere Herausforderung war der Erste Gang an den Strand. Wir gingen über das dem Campingplatz gegenüber liegende Feld, welches direkt zum Meer führt. Ein steiler Weg führte runter zum Strand, welcher weit abgelegen vom Hauptstrand und somit schön ruhig ist. Der Weg nach unten war anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Mein Vater setzte meine Mutter auf einen großen Felsen am Ufer des Meeres, so dass sie ihre Füße in das Wasser halten konnte. Wir blieben viele Stunden, bis der steinige Aufstieg wieder zu bewältigen war.

Am Tag darauf suchten wir nach einem besseren Weg und stießen auf die Teufelsschlucht, welche genau 80 Stufen nach unten führt. Am Geländer hielt meine Mutter sich fest und ging langsam, schritt für schritt nach unten. Sie war so stolz, dass wir Tränen in den Augen hatten. Die Tage darauf fuhren wir zum Hauptstrand, welcher mit dem Rollstuhl leicht erreichbar war. An der Seebrücke, welche am Abend wunderschön leuchtet, setzten wir uns in den warmen Sand. Am Nachmittag gingen wir durch die Stadt und an dem wunderschönen Salzhaff entlang. Dort lagen viele Boote am Kai und die Kinder konnten im seichten Wasser planschen. Bei einem langen Spaziergang entdeckten wir die Großsteingräber. Diese sind über Felder erreichbar und es sind wirklich mystische Orte. An den Gräbern sind Schilder, auf welchen man über diese Gräber lesen konnte. Es mag vielleicht nichts mit dem Steingrab zu tun gehabt haben, doch meine Mutter erhob sich aus dem Rollstuhl und hielt sich an den Steinen fest um um das Grab herum zu laufen. Sie konnte zu dem Zeitpunkt kaum noch stehen und so war dieser Augenblick für uns alle wie ein Wunder. Meine Mutter blühte in diesem Urlaub regelrecht auf und ich denke, dass es etwas mit der guten Luft am Meer zu tun gehabt haben muss. Sie konnte etwas festes essen, was zu Hause überhaupt nicht mehr möglich war, da sie nicht mehr richtig schlucken konnte. Wir haben außer diesen Gräbern nur die Stadt besichtigt, welche wunderschön ist und wo man ehr gut essen kann. Für meine Mutter wurde extra noch eine Suppe püriert, damit sie sich auf keinen Fall verschlucken konnte. Dies war wirklich äußerst freundlich von den Restaurant-Mitarbeitern. Nach einer Woche war unser selbstorganisierter Urlaub vorbei und wir mussten schwereren Herzens zurück nach Hause. Der Zustand meiner Mutter verschlechterte sich zusehends, so dass sie im November 2010 eine Magensonde bekommen musste. Den Urlaub, wird sie allerdings niemals vergessen.

Die Ostsee ist ein wunderschönes Reiseziel und auch Menschen, welche krank sind, sollten sich unbedingt eine Reise dorthin vornehmen. Meiner Mutter ging es in dieser Woche so gut, wie schon sehr lange nicht mehr. Sie wollte noch einmal das Meer sehen, sie ist am Strand an den Händen meines Vaters gelaufen, wo sie doch zu Hause keinen Schritt alleine mehr gehen konnte. Und auch wenn dieser Urlaub nicht geprägt war von vielen Erlebnissen oder Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten, so haben wir so viele schöne Erinnerungen an den Ort Rerik, dass wir jedes Jahr wieder dorthin fahren werden.

Franziska Schödel

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