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Eine Reise nach Jerusalem

- Ein Reisebericht -

"Nach Jerusalem? Wie kannst du nur?!" - so und so ähnlich fielen die Reaktionen in meinem Umfeld aus, als ich irgendwann im Sommer verkündete, eine Reise in die Heilige Stadt unternehmen zu wollen. Von der einzigartigen Geschichte der Stadt, ihrer Bedeutung als religiöses Zentrum gleich dreier Weltreligionen und ihren faszinierenden Sehenswürdigkeiten sprach niemand. Von der Gefahr eines Bombenanschlages und dem Dauerkonflikt zwischen Israelis und Palästinensern dagegen jeder. Es wäre gelogen zu sagen, dass ich mir nicht auch Gedanken gemacht hätte, doch ganz sicher nicht genug, um mich von dieser Reise abhalten zu lassen. Schließlich kann ich auch von einem Auto totgefahren werden, wenn ich morgens auf die Straße trete.

Die Sicherheitsmaßnahmen auf der Hinreise waren auch nicht strenger als z.B. bei USA-Flügen. So war eine zusätzliche Handgepäckkontrolle am Abfluggate in Köln/Bonn das einzige Zeichen, dass die Reise in ein von Terroranschlägen gebeuteltes Land führte. Trotz ausführlicher Warnungen im Internet, dass die Einreiseprozedur in Israel Stunden in Anspruch nehmen könnte, war ich an der Passkontrolle am Flughafen Tel Aviv nach fünf Minuten und einigen wenigen Fragen bereits "durch" und im Land. Mit dem öffentlichen Sherut-Sammeltaxi bietet Nesher einen hervorragenden Service, der Jerusalem-Reisende für umgerechnet 12 Euro vom Flughafen in die Stadt bringt und jeden am gewünschten Ort absetzt, egal ob Privathaus oder Hotel. Da ich ein Hotel in der autofreien Altstadt gebucht hatte, wurde ich am Damaskus-Tor abgesetzt, einem der prächtigen alten Stadttore, von denen es insgesamt zwölf gibt. Auch hier hatte ich vorher wieder zahlreiche Warnungen gehört, dass die Altstadt nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr sicher sein sollte und mir furchtbare Sorgen über den Weg zum Hotel gemacht, doch die Hauptstraßen waren hell erleuchtet und statt mich zu berauben, wies mir ein hilfsbereiter arabischer Jüngling den Weg zum Hotel und begleitete mich bis zum Eingang.

Diese Erfahrung war prägend für die Tage in Jerusalem: Nirgendwo fühlte ich mich eine Sekunde lang unsicher, egal ob in Jerusalem selbst, auf israelischem Gebiet am Toten Meer und beim Besuch der legendären Bergfestung Masada, oder auf palästinensischem Gebiet bei Besuchen in Bethlehem und Jericho. In der Jerusalemer Altstadt, wo sich mit der Klagemauer der Juden, dem Felsendom der Moslems und der Grabeskirche der Christen drei der höchsten Heiligtümer der drei Weltreligionen auf einem halben Quadratkilometer drängen, hatte ich ganz besonders das Gefühl, dass hier eigentlich jeder nur in Frieden leben und seinen eigenen Geschäften nachgehen wollte. Herzliche Gastfreundschaft von Arabern und Israelis gleichermaßen und einzigartige Kulturschätze machten die Reise nach Jerusalem für mich zu einem faszinierenden Erlebnis, das ich jedem nur von Herzen weiter empfehlen kann. Eine selbstorganisierte Reise nach Jerusalem würde ich jederzeit wieder machen!

Jerusalem

anonym

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