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Eine unblumige Pauschalreise nach Madeira

- Ein Reisebericht -

Es ist wundervoll, bereits im Winter seinen Sommerurlaub zu buchen und sich ab diesem Zeitpunkt schon darauf freuen zu können! Und so haben wir es gemacht - auch um zusätzliche Frühbucherrabatte zu sichern - und uns für das Traumziel Madeira entschieden, die kleine, portugiesische Insel im Atlantischen Ozean. Wegen ihres Beinamens "Blumeninsel" war ich ganz besonders gespannt auf unsere Pauschalreise mit Halbpension, die wir in einem großen 4-Sterne-Hotel verbringen würden.

Mit dem Landeanflug zeigte sich Madeira direkt von seiner stürmischen Seite: Es war so windig, dass das Flugzeug kurz vor Aufsetzen auf die Landebahn noch einmal von einer Böe erwischt wurde und ein lautes Raunen durchs Flugzeug ging. Vor allem deswegen, weil die Landebahn nur 2,7 km lang ist. Wer es innerhalb dieser Strecke nicht schafft, sein Flugzeug zum Stehen zu bekommen, der rast ins Meer. Wir schafften es.

Auch die Fahrt zum Hotel in der Nähe der Hauptstadt Funchal im Südosten der Insel, gab uns einen aussagekräftigen Eindruck von der Insel: sehr viele steile Straßen, Klippen und Felsen. Die gesamte Insel hat beeindruckenden Hochgebirgscharakter.

Am großen Hotelkomplex angekommen, erkundeten wir die Küste von Madeira; wollte ich doch nun endlich die schönen Blumen genießen können. Wir hatten das Glück, an der sogenannten Lido-Zone direkt vor dem Hotel eine kleine Promenade zu haben, die es sonst eher selten auf der Insel gibt. Schnell musste ich feststellen, dass Madeira nichts für Konditionsmuffel ist: Egal, wohin man geht, es erwischt einen immer mindestens ein steiler Aufstieg. Wenigstens blies fortweg ein lauer Wind, der unsere, vor Anstrengung schweißüberströmten Körper, abkühlte. Der Blick auf das azurblaue Meer unter uns war grandios, es gab dort die Möglichkeit, in Naturschwimmbädern näheren Kontakt mit ihm zu schließen. Sandstrände gibt es auf Madeira nicht, bis auf eine künstlich geschaffene Ausnahme im Örtchen Calheta. Das schäumende Meer war wie gesagt traumhaft, aber meine Blumen waren kaum zu entdecken. Sicherlich gab es mal ein paar afrikanische Liebesblumen hier, und ein paar blühende Hortensien oder Lilien dort. Ich gab die Hoffnung auf bunte, prächtige Felder aber nicht auf.

Im Laufe der Woche unserer Pauschalreise machten wir noch eine Busrundfahrt in den westlichen Teil Madeiras, eine geführte Wanderung entlang der berühmten Levadas (kleine Wasserkanäle) und erkundeten die Hauptstadt Funchal.

Die Busrundfahrt war beeindruckend. Auf der bergigen Strecke, die gesäumt war von Bananen- und Zuckerrohrplantagen, hielten wir immer wieder an Aussichtspunkten an wie z. B. Pico Ruivo do Paul, 1640 Meter über dem Meeresspiegel. Dort stimmte ich wie automatisch das Lied „Über den Wolken“ an, weil ich jetzt wusste, wie es sich anfühlte. Es war absolut einzigartig, sich über der Wolkendecke zu befinden, und wir hatten so etwas noch nie gesehen.

Weiter fuhren wir noch durch kleine Örtchen wie z. B. Porto Moniz, Achades da Cruz Achadas da Cruz und Calheta und fühlten uns in der Kleinheit und Gemütlichkeit der (Fischer-)Dörfer sehr wohl. Verzweifelt suchten meine Augen während der Tour ständig nach großen Blumenfeldern oder –parks. Außer diversen (etwas schmucklosen) Blumentöpfen vor jeder madeirensischen Haustür blieb mir dieser Anblick jedoch verwehrt.

Unsere Levadawanderung brachte uns noch einmal einen anderen Eindruck von der Insel. Bergab steigend auf kleinen Trampelpfaden, neben dem kühlen, rauschenden Wasser, waren wir umsäumt von Madeira-Holunder, Lorbeer, Baumheide und dem etwas unangenehmen Stechginster. Zu meinem Leidwesen hatten all diese Pflanzen nicht wirklich blumigen Charakter. Auch wenn die Wanderung ihren Anspruch an Gelenke und Muskeln hatte, waren wir froh, sie gemacht zu haben.

Die Hauptstadt Funchal schien uns verwöhnten Deutschen sehr klein und ein wenig unstrukturiert. Viel gab es dort auch nicht zu sehen, einen richtigen Innenstadtbereich mit Fußgängerzone scheinen die Madeirenser nicht zu kennen. Dennoch war es schön, entlang der auch hier gebauten Promenade zu schlendern, und mit der Seilbahn hinauf in das romantische Monte zu fahren. Die Überraschung war groß, als wir oben angekommen auf einen Blumenpark stießen. Meine Augen glänzten bei der Vorstellung, nun endlich auf meine langersehnten Blumen zu stoßen. Der Eintritt war so teuer, dass wir wie die Tiger nur um den Zaun herumschlichen, um ein paar Blicke zu erhaschen.

Insgesamt waren wir absolut zufrieden mit unserer Pauschalreise nach Madeira. Wir hatten ein sehr angenehmes Hotel mit gutem Essen erwischt, das Wetter war toll, wir hatten uns mit neuen Eindrücken bereichert und viel gesehen. Außer Blumen. Die hatten sich die ganze Zeit über gekonnt vor uns versteckt.

Elke Joppich

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