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Hühnergott und Kraniche

- Ein Reisebericht -

Wir vermissen unsere Freunde. Jahrelang haben wir alles geteilt, Kinder, Hunde, Boote, Zeit und Urlaub. Nun trennen uns 400 km, die alte Vertrautheit soll sich wieder einstellen.

Wir haben ein Ferienhaus in Zingst gebucht Zingst, ohne den Nachwuchs, aber mit Hund. Halten wir uns aus wie früher, eine Woche unter einem Dach?

Wir treffen uns bereits auf der Autobahn und fahren das letzte Stück gemeinsam. Der Hausmeister zeigt uns die Ferienwohnung und lässt uns allein. Wunderschön, gemütlich, wir richten uns ein und sind zu Hause. Wir fassen uns unter - es zieht uns zum Meer. Bootsfahrer, die wir sind, streben wir der Brandung entgegen. Die untergehende Sonne wirft goldene Schatten über das Wasser, Nebel lassen den endlosen Strand unwirklich erscheinen. Sprachlos vor Glück genießen wir den Augenblick. Wir stehen auf der Seebrücke, bewundern holzgeschnitzte Kunstwerke - und dann hören wir sie. Heiseres Geschrei - erst leise, undefinierbar, dann lauter....

Suchend sehen wir uns um und entdecken Kette um Kette einfliegender Kraniche am orangefarbenen Abendhimmel. In v-förmigen Formationen fallen hunderte Vögel auf die Große Kirr und Barther Oie ein. Nach dem Fressgelage auf den abgeernteten Feldern des Festlandes suchen sie ihre Schlafplätze im Barther Bodden auf und landen in schwarzen Wogen riesiger Flügel auf den vorgelagerten Inseln.

"Etwa 40.000 Exemplare werden in diesem Herbst erwartet", informiert uns ein netter älterer Herr. Per Boot und Schiff könne man sich dem Schutzgebiet bis auf eine gewisse Distanz sogar nähern.

Am nächsten Abend sitzen wir zusammengepfercht auf einem Holzsegler, legen vom Zingster Hafen ab und schleichen in absoluter Ruhe dem Schutzgebiet entgegen. Um uns Boote und Schiffe mit demselben Ziel. Bewaffnet mit Ferngläsern warten wir in der Dämmerung, es darf nur geflüstert werden. Dann ein erster trompetenartiger Schrei - in großem V, gefolgt von losen Ketten, schweben die gewaltigen Vögel heran. Ein Zählversuch misslingt - hunderte Kraniche lassen sich in elegantem Bogen auf der Kleinen Kirr nieder. Graue Schwingen, schwarz im Gegenlicht, fangen die Landegeschwindigkeit ab, ein paar Hüpfer und lautes Palaver begleiten die Suche nach dem geeigneten Schlafplatz. Wir bleiben, bis die Dunkelheit uns zur Rückkehr zwingt. Wir lassen eine mit Federn bedeckte Insel zurück, es herrscht Stille unter den Tieren, nur ab und zu ein heiserer Laut. Demütig vor Bewunderung wenden wir und gleiten mit leisem Wasserschlag dem Hafen entgegen.

Wir landen im "Skipper", einem Hotel mit urigen Fischrestaurant. Wir fühlen uns wie an Bord eines Großseglers, genießen ein ausgezeichnetes Essen und gepflegte Getränke. Das wird unser Stammlokal für die kommende Woche. Nur ein Steinwurf entfernt von unserem tollen Ferienhaus lassen wir dort diesen zutiefst befriedigenden Tag mit einem Saunagang und einer Flasche Rotwein ausklingen.

Rügen

Der nächste Tag - Ausflug nach Rügen! Wir brauchen Hühnergötter und wissen, wo wir sie zu suchen haben. Über den Rügendamm fahren wir auf Deutschlands größte Insel. Unser Weg führt über Sassnitz und die Schaabe nach Kap Arkona mit den berühmten zwei Leuchttürmen. Zu Fuß geht es weiter nach Vitt, einem kleinen Dorf aus dem 10. Jahrhundert. Eine achteckige Kapelle empfängt uns, dann führen Stufen die Steilküste hinunter zu einem romantischen Nest mit denkmalgeschützten, reetgedeckten Häuschen. Ursprünglich gehörte der Ort zur ehemaligen Burganlage Arkona, uns kommt er vor wie der perfekte Unterschlupf für Schmuggler und Piraten. Doch unser Interesse gilt den Hühnergöttern und Donnerkeilen, so wir begeben uns auf die Suche. Mit Donnerkeilen hatte einst Gott Thor seinen Hammer durch die Wolken geschlagen, sie schützen daher bis heute vor Blitzschlag und Krankheit. Tatsächlich sind diese bernsteinfarbenen Steine Spitzen des Gehäuses fossiler Tintenfische, das stört uns nicht. Aber ohne Hühnergötter wollen wir nicht zurück. Diese 60 Millionen Jahre alten Feuersteine können in ihrer Ausformung fast jede Gestalt annehmen, fasziniert finden wir Gesichter, Seehunde und Vogelköpfe. Weist der mit Kreide durchsetzte Stein ein durchgehendes Loch auf, haben wir den begehrten Hühnergott gefunden. Angeblich wurde er in grauer Vorzeit an Hühnerstangen gehängt, um die Legeaktivität anzuregen. Auch der Fuchs, so hieß es, machte einen großen Bogen um das Geklapper. Noch heute sind viele Gärten und Häuser an der gesamten Ostseeküste mit aufgefädelten Hühnergöttern geschmückt, es muss also etwas dran sein. Wir sacken so viele Glückssymbole ein, wie wir tragen können, auch ein versteinerter Seeigel gehört zu unserer Beute. Eine stürmische Fahrt mit dem Dampfer entlang der Kreideküste bis zum Königsstuhl runden diesen Ausflug ab. Wir fahren zurück und hoffen, die Kraniche nicht zu verpassen.

Noch ein paar Tage haben wir. Mit geliehenen Fahrrädern erkunden wir Zingst. Über die geteerte Deichkrone radeln wir bis nach Pramont, der östlichsten Spitze der Halbinsel. Wir lassen die kilometerlangen Strände hinter uns und treffen im Osterwald keine Menschenseele. Nur ein Dachs begleitet uns ein Stück, wir sind überrascht von seiner Zutraulichkeit und freuen uns über dieses besondere Erlebnis. Wir wollen über die Große Wiek zurück fahren, doch haben wir die Entfernung zu Zingst unterschätzt. Abendnebel bringt Kühle und Feuchtigkeit, durch den immer dichter werdenden Dunst schimmert die untergehende Sonne wie ein glutrotes, kreisrundes Licht. Schweigend und vorsichtig suchen wir unseren Weg und sind froh, als das Städtchen ganz plötzlich vor uns auftaucht. Erschöpft kehren wir im "Sealord" ein, einem gemütlichen Restaurant mit nautischem Flair direkt an der Hafenstraße. Wir werden fürstlich bedient und tauen langsam auf.

Stralsund- die alte Hansestadt fehlt uns noch.

Eine Stadtrundfahrt bringt uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten näher: Die Marienkirche, das Heiliggeistkloster, St. Jakobi. Am historischen Rathaus steigen wir aus und sind fasziniert von den stolzen Fassaden neben der St.Nikolai-Kirche. Zu Fuß gehen wir über den Alten Markt und finden die Schillstraße, in der sich malerische kleine Fachwerkhäuser an die Stadtmauer schmiegen. Am Kütertor verlassen wir die Altstadt und spazieren am Knieperteich entlang zurück zum Hafen, wo am Ozeaneum unser Auto diesen Urlaubstag verbrachte.

Wir müssen zurück, die Kraniche warten auf unseren Empfang.

In der untergehenden Sonne tauchen am dunkelrotem Himmel die ersten Ketten der glücksbringenden Vögel auf. Kraniche über uns, kleine Hühnergötter am Lederband um den Hals, Donnerkeile in der Tasche....

Magische Vögel, mystische Steine, die wunderschöne Ostseelandschaft - wir haben uns wiedergefunden bei einem Urlaub im Ferienhaus.

Gisa Burg

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