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Kürzlich in München

- Ein Reisebericht -

Manchmal klappt es einfach nicht mit dem Urlaub. Aber statt dem Trübsinn zu verfallen, kann man sich auch mit Kurztrips über das Wochenende trösten. Ende September: Wir (meine Schwester und ich) starten donnerstags auf die A8 Richtung München, um unsere Cousinen für ein langes Frauen-Wochenende zu besuchen. Wie gewohnt läuft es ziemlich zäh um Stuttgart, um Ulm und um Ulm herum … Die nördliche Umgehungsstraße um München ist ein Segen, abbiegen auf die A99 Richtung Vaterstetten, Ausfahrt Haar. Nach dem großen Hallo beschließen wir den Abend im Biergarten – wir sind schließlich in Bayern.“ Gut Keferloh“ nennt sich das schmucke Gasthaus mit dem traulichen Biergarten unter alten Kastanien. Gleich nebenan ein großer Kinderspielplatz, der Eltern die Zeit verschafft, ihr Maß Bier in aller Seelenruhe zu trinken. Hier finden 1200 Personen Platz; das muss man den Bayern lassen – ihre Biergärten werden gleich in vernünftiger Größe angelegt. Wir hätten hier auch unsere mitgebrachte Brotzeit verzehren können, das ist ausdrücklich erlaubt laut bayrischer Biergartenverordnung von 1999. Zurückgeht die heutige Erlaubnis auf eine frühere Notwendigkeit, sein Essen selbst mitzubringen. König Ludwig verbot 1812 den Bierkellern außerhalb Münchens die Bewirtung mit Speisen, um die Konkurrenz für die örtlichen Biergärten einzudämmen. Wir haben diesmal keine Brotzeit dabei, sondern essen das wahrscheinlich zweitliebste Gericht nach der Schweinshaxe, das „Brathendl“.

Es ist freitagvormittags 10.00 - laut Einheimischer am Wochenende die einzige Gelegenheit, das Oktoberfest zu besuchen, ohne in Besucher-Massen unterzugehen. Also machen wir uns mit der S-Bahn auf Richtung Innenstadt, wir finden gemütlich einen Sitzplatz. Genau 22 Minuten später steigen wir am Stachus, dem Karlsplatz, um in die U-Bahn Linie 5 Richtung Laimer Platz. Der Stachus hat mehr Geschäfte unterirdisch als so manche Fußgängerzone einer Kleinstadt. Als die Tram hält, bin ich mir ziemlich sicher, dass wir auf die nächste warten müssen – sie ist berstend voll. Wir quetschen und werden gequetscht. Irgendwie sind tatsächlich alle mitgekommen und umfallen können wir nicht. Zum Glück ist die Theresienwiese schon die 2. Station. Man muss nur die Treppe hoch und kommt direkt auf dem Oktoberfest raus. Es ist nur wenig los - das bedeutet, es sind hier mehr Leute morgens auf den Beinen als auf dem Stadtfest samstagabends in meiner Heimatstadt. Man trägt Dirndl und Lederhosen, bisweilen sieht man etwas gewagte Zusammenstellungen (das sind bestimmt keine Münchner), Sprachfetzen aus aller Herren Ländern wehen an uns vorbei. Ein Abstecher in das Zelt vom Hofbräuhaus beweist, es ist nie zu früh zum Feiern. Das Zelt scheint bis auf den letzten Platz besetzt zu sein. Im Augustiner-Bräu kontrollieren wir die Versorgung mit Lebensmitteln: Nach der ersten Woche ist „Toni“ der 39. Ochse, der sein Leben für das Oktoberfest hingab. Viel ist nicht mehr an ihm dran, vermutlich wird Sepp oder Rudi gerade auf den Spieß gesteckt. Wir schlendern an der Bavaria vorbei, die von ihrem Sockel vor der Ruhmeshalle unbeeindruckt auf die Massen blickt. Nach einer Stärkung mit Wiesn-Brezn und einer Maß (die wir teilen, denn - ha, ha - es gibt keine kleinen Bier, und es gibt kein Radler … oans, zwoa …) und dem Kauf von lustigen Andenken – was ein Einheimischer niemals kaufen würde, aber wir dürfen – beschließen wir, eine kleine Sightseeing-Tour zu machen durch die Innenstadt.

Diesmal steigen wir am Stachus tatsächlich an die Oberfläche, durchqueren das Karlstor, ein Rest der alten Stadtbefestigung, und verfolgen anhand der unterschiedlichen Pflasterung den Verlauf der ehemaligen Stadtmauer. Die Grundrisse der Häuser, die früher außerhalb der Stadt lagen, sind erkennbar abgerundet. Die Gerber mussten der schlechten Gerüche wegen vor den Stadttoren bleiben. Die Dreifaltigkeitskirche liegt am Weg: schmückende Fresken, viel weißer Stuck, bayrisches Barock. Noch kurz in die Theatinerkirche gehuscht (blendend weißes bayrisches Barock) und schon sind wir am Odeonsplatz mit Feldherrnhalle und Residenz. Schräg gegenüber liegt der Hofgarten, wo wir im ersten italienischen Café Münchens, dem Tambosi, einen Kaffee trinken. Hier gibt es manchmal Konzerte für Gäste, die dann an langen Tafeln unter den Arkaden sitzen. Gute Idee und tolle Atmosphäre. Wir laufen durch die Innenhöfe der Residenz, immerhin gibt es zehn davon. Hier ist unter anderem die Schatzkammer untergebracht und das Residenzmuseum, das die Räume und das Mobiliar des Wittelsbacher Schlosses bewahrt. In der Schatzkammer werden Juwelen, Goldschmiedearbeiten und liturgische Gegenstände aus vielen Jahrhunderten aristokratischer Sammlung gezeigt. Das letzte Tor spuckt uns hinaus auf die Maximilianstraße – bekannte Shopping-Edelmeile mit sämtlichen internationalen Luxusmarken. Gelegentlich kann man dort halb Saudi-Arabien und Oman bei ihren saisonalen Einkaufstouren treffen. Oder vielmehr sehen, denn für ein Treffen reicht die Portokasse nicht aus.

Zügig beschleunigend kommen wir zum „Platzl“, das inzwischen fast vollständig in der Hand von Starkoch Schubeck ist: Tiroler Stube, Schokoladenladen, Eisdiele, Weinbistro, Gewürzladen mitsamt Kochschule, die ganz lauschig in einem Innenhof liegt. So lauschig und so aufwendig renoviert, dass das Ganze sicher unglaublich teuer ist. In den Gewürzladen wagen wir uns hinein: Zimmer reiht sich an Zimmer voll, überall Tische mit abgedeckten Behältern voll Gewürze und Gewürz-Mischungen. Manche klingen interessant und wecken Appetit auf das fertige Gericht, so das „Indischer Maharadja Hochzeitscurry“. Da sind unter anderem Muskatblüte, Rosenblütenblätter und Sternanis drin. Langsam bekommen wir Hunger. Die Notwendigkeit manch anderer Mischungen sei dahin gestellt – Schubecks Zimtzucker … Da können die Gäste des Hard Rock Cafe am Ende des Platzl vermutlich auch nur schmunzeln.

Lieber bewundern wir die Köstlichkeiten auf dem Viktualienmarkt mit dem Zentrum von Maibaum, Liesl-Karstadt-Brunnen und Biergarten. Das Bier wird übrigens abwechselnd von verschiedenen Münchner Brauereien geliefert, damit keiner bevorzugt wird. Die jeweilige Biermarke des Tages wird entsprechend auf einer Tafel angeschrieben. Die Auswahl ist gigantisch: Reincloden-Marmelade, Trüffel, Jackfruit, Brotstände, Käse, Wild, Pflanzen. Man kriegt hier einfach alles, auch einen Kaffee aus einer kleinen Rösterei mit leckerem Schokokuchen: Café Schiffmacher - bietet auch selbst gemachtes Eis an. Meine Cousine kennt noch eine makabre Geschichte über den Peterberg, auf dem die gleichnamige Kirche mit dem Turm „Alter Peter“ steht, von dem aus man einen fantastischen Blick über die Münchner Innenstadt hat. Also: Früher wurden die Toten üblicherweise rund um die Kirche beerdigt. In regnerischen Nächten kam es vor, dass Erde den Hügel hinab geschwemmt wurde. Am nächsten Morgen sah dann manch ein Knochen aus dem Boden heraus. Zimperlich war man zu diesen Zeiten nicht, man stampfte den herausragenden Körperteil mit dem Stiefel zurück in die Erde. Da ist unsereiner doch ganz froh, dass irgendwann jemand Särge erfunden hat.

Nach einem Schlenker über den Marienplatz – wie es sich gehört, schauen wir dem Glockenspiel um 17.00 Uhr zu - geht es hinunter zur U-Bahn. Der Tag war ausgefüllt und lustig, wir müssen jetzt nach Hause zum Abendessen kochen: Schweinsbraten mit Breznknödel! Wir müssen Kraft tanken, am nächsten Tag planen wir eine Wanderung vom Spitzing-See aus hoch zum Roßkopf. Aber das ist eine andere Geschichte.

Anonym

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