Madeira, ein Paradies für Wanderer und Feinschmecker
- Ein Reisebericht -
Spontan entschlossen wir uns im Oktober noch einmal Sonne zu tanken und flogen nach Funchal
Funchal. Funchal liegt im Süden Madeiras direkt in einer Bucht und ist in den Hügel hinein erbaut. Es verfügt über einen Naturhafen, indem jeden Tag die verschiedensten Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegen. Da wir diese Reise selbstorganisiert hatten, beschlossen wir vor Ort uns in einer kleinen Quinta in Laufweite des Zentrums von Funchal einzuquartieren.
Wenn man Funchal zu Fuss erleben möchte, muss man darauf vorbereitet sein, ausser im Zentrum, viel bergauf laufen zu müssen. Funchal ist eine lebendige Stadt, die man einfach auf sich wirken lassen muss. Das Beste ist, zuerst lässt man sich einfach durch die kleinen Gassen und Promenaden treiben und erlebt die spezielle Atmosphäre dieser Stadt. Wir haben zu Fuss die Altstadt erkundet, haben die Altstadtkapelle besichtigt und haben eine "bica" (Espresso) in einem kleinen Café in der Nähe der Festung Sao Tiago getrunken. Sehenswert ist auch das Kathedralenviertel mit seinen Parks, seinen Restaurants und Cafés. In der Fussgängerzone beobachteten wir einfach die verschiedensten Menschen bei einem Kaffee im Cafe do Museu. Ausserdem waren wir in der alten Markthalle und waren erstaunt über die Vielfalt der exotischen Pflanzen und Früchte die dort angeboten wurden. Wir haben uns dann ein paar Früchte, die wir nicht kannten gekauft und liessen uns von dem netten Verkäufer erklären wie man sie isst. Es gibt eine Seilbahnstation die einen nach Monte bringt, das über Funchal liegt.
Die erste Wanderung entlang der "levadas", der typischen offenen Wasserleitungen der Insel, haben wir nach Monte gemacht. Wir sind mit dem Bus an den Ausgangspunkt zwischen Funchal und Camacha gefahren und haben (nach 10 minütigem Suchen des Weges) den Weg gefunden und sind nach Monte gewandert. Es ist besser man ist schwindelfrei und trittsicher, der Weg ist an manchen Stellen sehr eng (wegen der schlimmen Unwetter war er stellenweise abgerutscht) und es geht sehr weit in die Tiefe. Angekommen in Monte haben wir den botanischen Garten besichtigt und sind mit dem Bus wieder ins Zentrum Funchals gefahren um danach zu Fuss wieder in unsere Quinta zu laufen. Ein gutes Restaurant gibt es in dieser Quinta, das "A Morgadinho", er Koch hat jahrelang in Goa gelebt, deshalb gibt es Mittelmeerküche mit indischem Akzent, ungewöhnlich, manchmal sehr scharf, aber sehr gut. Im Kathedralenviertel gibt es ein Restaurant "Olive", indem das Essen exzellent ist und man sitzt sehr schön auf der Terrasse.
Wir haben uns natürlich ein Auto gemietet um die Insel zu erkunden. Wir sind durch die vielen Tunnels in den Norden gefahren und haben an winzigkleinen Sandstränden haltgemacht, wo wir den Surfern zugesehen haben. In Porto Moniz, einem Ort der auf einer Lavazunge liegt, schwammen wir in den Naturpools, die es glaube ich, sonst nirgends so gibt. Das Wasser wird durch die Wellen ausgetauscht, man schwimmt in einer Betoneinzäunung im Meerwasser, der Boden ist aber der Meeresboden und es gibt natürlich auch Fische die durch die Wellen in den Pool gespült wurden. Es ist etwas ungemütlich zum Sonnen, man liegt auf einem nicht sehr schönen und bequemen Betonboden. Die ganze Anlage ist nicht sehr liebevoll und angenehm gestaltet, aber die Pools sind schön. Hier gibt es auch eine schön gestaltete Uferpromenade und ein paar kleine Geschäfte.
Eine zweite Wanderung haben wir am äussersten Zipfels im Südosten der Insel unternommen, an der Ponta Sao Lourenco unternommen, einem wüstenähnlichen Flecken Erde. Der Weg ist ziemlich anstrengend und es ist sehr windig. Besser man ist schwindelfrei sonst fliegt man im hohen Bogen in das aufgewühlte Meer. Der Weg führt über ein paar steile Hügel hin zu einer Bucht an einen Bootsanleger Cais do Sardinha. Von hier aus sieht man auch den aussergewöhnlichen Flughafen Madeira, den die einheimischen Akropolis nennen, weil die Landebahn auf weissen Säulen ins Meer gebaut ist.
Es gibt auch schöne Wanderungen im Innern der Insel, in den Hochmooren und den Gebirgen. Leider war in der Zeit als wir da waren, das Wetter zu schlecht. Wir sind nur mit dem Auto ins Gebirge gefahren, es war so dichter Nebel, dass wir fast nichts gesehen habe.
Wir haben noch eine sehr schöne Wanderung im Norden der Insel entlang der Levada da Central da Ribeira da Janela gemacht. Dort ist die Insel sehr unberührt, die Vegetation mit Lorbeerbäumen und Avocadobäumen ist sehr urwüchsig. Es war eine leichte Wanderung, man musste nur 2 Tunnel durchqueren, also ist eine Taschenlampe von Nutzen.
In Camara de los Lobos gibt es sehr schöne Ausblicke auf das Meer und ein paar gute Restaurants. Die Promenade führt am romantischen Hafen vorbei, man kann hier entspannen und das mediterrane Flair auf sich wirken lassen. Kulinarisch gesehen muss ich nach hinzufügen, dass der Madeirawein sehr gut ist (besser als ich dachte). Er ist süss und man kann ihn als Aperitif oder Digestif geniessen. Die Blandy-Winery kann man auch besuchen. Die Teekultur auf dieser Insel besteht immer noch. Es gibt viele Teehäuser, besonders bekannt ist die "Tea-Time" im berühmten Reid- Hotel.
Madeira ist eine kleine Insel, die man in einem Tag mit dem Auto umrunden kann. Die Wege zu den verschiedenen Ortschaften sind nie weit. Die Menschen sind, ausser im Touristenzentrum Funchals, nett und gastfreundlich. Das Essen ist schmackhaft, wenn man sich nicht in den üblichen Touristenrestaurants aufhält (besonders der Fisch in Bananenblättern). Ausserdem ist es hilfreich zu wissen, dass das Wetter im Süden auch gut ist, wenn es im Norden oder in den Bergen regnet.
Anonym
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