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Mietwagenrundreise durch Nordafrika

- Ein Reisebericht -

2008 machten wir eine Reise nach Marokko. Nicht nach Marrakesch oder Casablanca, sondern an den Küstenort Tarfaya im Süden Marokkos sollte es gehen. Nachdem wir am Flughafen von Tarfaya angekommen waren, entdeckten wir, dass es nicht viel zu sehen gab in diesem Ort. Wir besuchten wir das Denkmal für den Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry, der im Zweiten Weltkrieg mal dort gewesen war, der Atlantik war leider zu stürmisch zum Baden. Spontan beschlossen wir, eine Rundreise zu machen, da es uns in Tarfaya dann doch etwas zu langweilig war.

Wir begaben uns zum Flughafen, wo wir uns einen Landrover mit Klimaanlage mieteten. Bis zur Demokratischen Arabischen Republik Sahara waren es keine zehn Kilometer, also wollten wir eine kleine Spritztour dorthin unternahmen. Es gibt keinen offiziellen Grenzübergang bei der Einreise in die Westsahara, daher war es schwierig zu sagen, wann genau wir die Grenze überschritten hatten. Wir mussten ziemlich vorsichtig sein, da nur wenige Wochen zuvor der Konflikt zwischen Marokko und der Westsahara wieder aufgeflammt war, wie uns der Mann vom Autoverleih erzählte. Nach knapp zwei Stunden erreichten wir El Aaiún, die größte Stadt der Westsahara. Erfreulich war der Benzinpreis mit 5 Dirham pro Liter, das waren umgerechnet 0,45 Euro. Natürlich tankten wir voll. Wir kehrten in eine Pension in El Aaiún ein und gingen spazieren. Wir kauften eine schicke Djelläba. Abends machten wir noch ein paar stimmungsvolle Bilder vom Sonnenuntergang am Stadtrand hinter einigen großen Dünen und Steinhaufen. Früh am nächsten Morgen verließen wir die Pension und fuhren weiter, inmitten von dichtem Nebel. Eine halbe Stunde später legten wir eine kurze Pause ein und machten Frühsport beim Sonnenaufgang, mitten in der Wüste! Das war schon ziemlich cool.

Unser nächster Stopp war das Kap Bojador, wo gerade ein riesiger Kamelmarkt vorbereitet wurde. Der übrige Markt von Bojador war eher spärlich. Wir aßen ein paar Datteln, tranken grünen Tee und überlegten uns, einen kleinen Abstecher nach Mauretanien zu machen. Es führte allerdings keine asphaltierte Straße direkt dorthin, also mussten wir querfeldein durch die Wüste fahren. Aber unser Landrover hatte ja ein GPS-Navigationsgerät eingebaut, daher schreckte uns das nicht. Wir kamen bei unseren Berechnungen auf zwei bis drei Tage Fahrt durch Wüstensand. Wir kauften auf dem Markt Vorräte für ein paar Tage, Toilettenpapier und ein paar Decken; wir fanden sogar ein paar Isomatten für kleines Geld, was sich als gute Investition herausstellte, da wir so die Sitze einfach nach hinten klappen und es uns auf den Isomatten im Landrover bequem machen konnten. Wir tankten wieder voll und besorgten uns an der Tankstelle noch vier große Kanister, die wir bis oben hin mit Wasser füllten. Die Westsahara war genau das, was wir erwarten hatten: Weiter felsiger Sand, der sich bis zum Horizont erstreckte, um in die endlosen Dünen der Sahara überzugehen. Die Wüste ist ein schöner und sehr beeindruckenden Ort mit absolut lebensfeindlichen Temperaturen; dank der Klimaanlage hatten wir aber permanent angenehme 21 Grad in unserem Landrover. Nachts wurde es schon ziemlich kühl, aber wir konnten uns ja in unsere Decken kuscheln und schliefen recht angenehm. Am übernächsten Morgen erreichten wir tatsächlich die streng bewachte Grenze zu Mauretanien. Wir machten die folgenden Wochen mit dem Landrover noch eine richtige Mietwagenrundreise über Mali und Algerien zurück nach Marokko, wo wir an unserem letzten Urlaubstag am Flughafen von Tarfaya den Mietwagen pünktlich zurückgaben. Uns blieb sogar noch Zeit für ein leckeres Mittagessen (Lammkeule und Kichererbsen), bevor wir die Maschine zurück in die deutsche Heimat bestiegen.

A. Nonym

Tarfaya

El Aaiún

Cabo Bojador

Bîr Mogreïn

Taoudenni

Tindouf