Buchen Sie Ihr Ferienhaus oder Ferienwohnung bei tourist-online.de - Über 421.900 Ferienhäuser und Ferienwohnungen bei tourist-online.de

Unsere Experten

Heute von 08:00 - 22:00 Uhr für Sie am Telefon:

Ihr tourist-online Team

Unser Suchservice

Wir übernehmen gerne die Suche nach der passenden Unterkunft für Sie!
> Suchservice

Finde uns auf Facebook

5,131 Personen gefällt tourist-online.

Mit dem Zug auf das Dach der Welt

- Ein Reisebericht -

Fast hätten wir schon gar nicht mehr damit gerechnet, als uns die Hostelbesitzer dann doch breit grinsend mitteilen: „Kein Problem, wann wollen sie los“? Ganz so einfach lässt sich das Reiseziel Tibet in China nämlich nicht organisieren, besonders wenn man mit dem Zug auf der höchsten Eisenbahnstrecke der Welt ins sagenumwobene Lhasa, in das autonome Gebiet Tibets, möchte. Trotzdem haben wir eine selbstorganisierte Reise gewagt!

Hier in Chengdu scheinen wir doch Glück zu haben, scheint das möglich zu werden, was in Peking noch undenkbar war. Zwei Zugtickets für den sogenannten Hard Sleeper sind noch auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Die Permits organisiert das Büro innerhalb eines Tages. Zwei Tage später horchen wir schon der Lautsprecherdurchsage, die zum Einsteigen in den Zug auffordert. 48 Stunden Zugfahrt mit zwei Übernachtungen auf gut 2.000 Kilometern Schienen liegen nun vor uns. Wir machen es uns im Abteil bequem. Bevor wir alles vorbereitet haben, tragen unsere chinesischen „Mitbewohner“ bereits ihre ersten Suppentöpfe Richtung Wasserkocher. Essen ist eine der Lieblingsbeschäftigung der Chinesen. Das ändert sich auch auf der Fahrt nicht. Wir haben bereits gelernt und sind ebenso mit zwei Tüten voller Lebensmittel ausgerüstet.

Die Bahn überquert einen Scheitelpunkt auf 5.072 Metern. Direkt über den Schlafplätzen sind kleine Buchsen angebracht, aus denen Sauerstoff in die Kabine gepumpt wird, um eine Höhenkrankheit der Passagiere zu vermeiden. Auch wenn die Konstruktion wenig vertrauenswürdig aussieht, sie scheint zu funktionieren. Der Zug an sich weist augenscheinlich keine anderen, zusätzlichen technischen Merkmale auf, um die gewaltige Strecke mit ihrem Höhenprofil zu bewältigen. Drei Lokomotiven ziehen die Waggons über die Pässe.

Am ersten Tag sitzen wir gespannt am Fenster, werden aber eher enttäuscht, weil meist irgendwelche gesichtslosen, chinesischen Großstädte an unserem Fenster vorbeiziehen. Aber als der zweite Tag anbricht, schauen wir in die ersten faszinierenden Landschaften, die an uns vorübergleiten. Schneebedeckte Berge bilden den Hintergrund, reißende Flüsse und endlose Grassteppen im Vordergrund. Yakherden grasen und Pferde galoppieren über die Steppen. Wir überqueren den höchsten Bahnhof der Welt und bewundern die chinesische Ingenieurskunst, die diese technische Meisterleistung ermöglichte. Besonders die Gebiete mit Permafrostboden, der nur kurzzeitig im Sommer auftauen kann, stellten ein großes Problem dar, weil die Gefahr besteht, dass Abschnitte im dann schlammigen Boden versinken und die Gleise beschädigen.

Allerdings werden wir bei Ankunft am Bahnhof von Lhasa schnell auf den Boden chinesischer Tatsachen zurückgeholt. Unser Führer ist Tibeter und darf uns nicht direkt vom Zug abholen, sondern muss vor dem Bahnhofsgelände unter den Augen des chinesischen Militärs warten, bis wir ihn hinter der Absperrung ausfindig machen.

Marc Frantzen

Lhasa

Ferienhäuser in der Umgebung

weitere Ferienwohnungen und Hotels nahe Mit dem Zug auf das Dach der Welt