Mit einem Handelsschiff nach Surabaya
- Ein Reisebericht -
In Indonesien erlebte ich einen Kulturshock. Als wir anlegten, standen die „Businessmen“ schon an der Pier. Kaum war die Gangway heruntergelassen, eröffnete sich uns ein fliegender Basar. Sie boten uns Uhren, T-Shirt und andere Artikel.
Eine „Rolex Uhr „ kostete 25 Dollar. Es waren teilweise echt gute Nachbauten.
Ich fragte nach Prostituierte, sie hatten den gleichen Preis.
„really good girls for 1 ½ hours“. Ich war sprachlos. Eine Frau kostete genauso viel wie ein Uhrenimmitat.
Abends nach der Wache gingen ein Maschinist und 2 Kadetten und ich an Land. Wir waren auf der Suche nach den günstigen Frauen.
Unser organisierter Taxifahrer brachte uns zunächst in die Stadt, wir kauften in einer riesigen luxuriösen Einkaufsmall ein.
Es wirkte merkwürdig. Die Menschen im Hafen und in der Stadt waren arm, es gab viele Bettler und Straßenhändler und mittendrin ein wunderschöner Neubau, einem Hotel gleich, mit allen Trendläden dieser Welt.
Hier spaltete sich die Gesellschaft.
Nachdem wir unsere Konsumlust befriedigten, verließen wir den Palast und entschlossen eine Runde Rikscha zu fahren. Es war herrlich, unsere Fahrer brachten uns quer durch die Stadt. Wir fuhren mitten im turbulenten Stadtverkehr. Die Menschen am Straßenrand, die uns Europäer erblickten, jubelten und freuten sich. Wir brüllten fröhlich zurück.
In Indonesien schlafen die Leute nicht. Bis spät in die Nacht hinein war es möglich, Gegenstände oder Essen am Straßenrand zu erstehen.
Nach der Tour wollten wir weiter. Schließlich hatten wir ein Ziel- Girls, Girls, Girls-!
Unser Taxifahrer waren von unserer Idee gar nicht begeistert, sie meinten, dass während Ramadan keine Frauen im Milieu arbeiten. Wir konnten es kaum glauben. Sie brachten uns auch nicht zum nächsten Tanzlokal, sondern zu einem schäbigen Restaurant.
Ich traf dort eine junge Souvenirverkäuferin wieder, die ich am Vortag bereits kennenlernte. Wir tranken ein Bier und beratschlagten. Uns fiel es schwer, den Taxifahrern zu glauben, dass weit und breit nichts los sei, so zahlten wir sie aus und verließen das Lokal. „Mann, waren die sauer“, „Ja, und ganz schön teuer!“
So liefen wir quer durch die Stadt, nahmen mal ein Taxi, das uns angeblich zu einer interessanten Bar bringen sollte, doch war alles geschlossen. Unsere Fahrer hatten letztlich Recht.
Wir hatten schon kaum mehr die Muße, weiter zu laufen, als ich plötzlich ein Mädel erblickte. Sie war hübsch geschminkt, ein wenig wie ein Ethnopunk. Sie kauerte in einer Ecke an einer Hauswand. Ich fragte sie, ob sie nicht mitkommen mag. Sie bejahte.
Die kleine Indonesierin sprach kaum Englisch, sie war 24 Jahre alt und lebte bei ihrer Oma. Mehr verstanden wir zunächst nicht. Wir liefen weiter in der Hoffnung, dass wir irgendwo ankommen. Doch auch unsere Begleiterin überlegte vergebens.
Schließlich brachten wir sie nach hause.
Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer wirklich schönen Wohngegend vorbei. Die Häuschen standen dicht beieinander gesäumt von Grün und Bäumen, sie hatten Gärten und es gab keinen Straßenlärm.
Ein paar Jungs spielten noch Fußball, obwohl es schon Mitternacht war.
Wir gingen gemächlich und ruhig, irgendetwas begann zu miauen. Es war ganz dicht bei uns, das Geräusch kam aus dem Rucksack der Kleinen.
Wir fragten sie, ob sie es nicht mal herausholen könnte, weil die Geräusche von dem Etwas immer wehleidiger klangen.
Hervor kam eine junge Katze. Wir trugen sie abwechselnd durch die Gegend.
Zu hause bei ihr angekommen, wollten wir uns verabschieden. Doch bot die junge Frau uns an, noch mit in den Garten zu kommen.
Es war schön ein wenig zu sitzen, wir unterhielten uns in Zeichensprache und kleinen Zeichnungen, während wir die Katze von Erdnüssen weghielten, die in unserer Mitte lagen. Ich hatte bis dato noch keine Katze erlebt, die so scharf auf ERDNÜSSE war.
Nach einer Weile und einem kühlen Glas Wasser, fragte uns die Indonesierin, ob wir nicht ihr Zimmer sehen wollen. Wir waren einverstanden und folgten ihr ins Haus. Drinnen fanden wir ein gemütlich eingerichtetes Heim, doch herrschte Chaos und Unordnung, dennoch wirkte die Familie im Verhältnis zu anderen nicht arm.
Das Mädel schloss ihre Zimmertür auf und befahl uns leise zu sein. Jedoch kam der Hinweis zu spät. Verschlafen und überrascht stand plötzlich ein Mann vor uns und fragte, was wir hier zu suchen hatten. Naja, das war wirklich eine gute Frage, denn drei weiße Männer und eine weiße Frau standen mitten in der Nacht in der Küche eines indonesischen Hauses einer fremden Familie. Das war schon suspekt.
Wir kamen uns in dem Moment auch richtig bescheuert vor. Große Erklärungen gab es auch nicht. Letztlich erzählten wir ungezwungen die Wahrheit und hofften, dass der Rausschmiss nicht so weh tun würde.
Wir hatten Glück und nicht nur ein wenig….noch wie angewurzelt standen wir in der Küche, als eine alte Dame um die Ecke lugte. Sie war die Hausherrin. Sie sprach ein verständliches Englisch und noch ein besseres Niederländisch.
-In meinem Hirn drehte sich alles. Wie kann das sein, das ist doch wahrlich ein Zufall. -
So schnackte ich mit ihr auf Niederländisch und Englisch gemixt. Wir erzählten, woher wir kamen.
Sie lud uns zu einem nächsten Glas kalten Wassers ein und Snacks.
Der Mann, der uns als erster im Haus entdeckte, war ihr Sohn, ein weiterer erschien nach einigen Minuten.
Ein kleines Mädchen von vielleicht 6 Jahren lief auch umher. Sie schien eine Enkelin zu sein. Als ich die Dame fragte, warum die kleine noch wach sei. Entgegnete sie mir, dass sie noch Hausaufgaben machen müsste.- Ah ja! Hausaufgaben mitten in der Nacht!-
Wir sprachen circa 1 Stunde miteinander, ich fragte den jüngeren ihrer beiden Söhne, was er denn beruflich mache. Er entgegnete mir, dass er stolzer Besitzer eines Kampfhahnes sei. Wir staunten, ich bat ihn uns doch seinen Champion zu zeigen.
Der Vogel war riesig, Narben durchzogen seine Brust. Ich hatte bis dahin noch nie einen echten Kampfhahn gesehen.
Man konnte ihn streicheln, er war ganz zahm und wahrscheinlich verdutzt, weil er so spät am Abend noch aus seinem Käfig in der Garage herausgeholt wurde. Wir machten Photos.
Die Familie gab uns ihre Adresse, wir versprachen Karten zu schreiben und nahmen ein Taxi zurück zum Schiff. Überrascht und nachdenklich über den Ausgang des Abends kehrten wir zu unserem schwimmenden Zuhause zurück. Als wir die Gangway hinauf stiegen, folgte eine weitere Überraschung, es saßen drei Girls auf dem Poopdeck und erwarteten unsere Jungs schon sehnsüchtig.
J. Knopp
Ferienhäuser in der Umgebung
-
Kinari Residence in Serpong mit 38 Zimmern, Java, Indonesien [809448]
bis zu 2 Personen
Die Unterkunft Kinari Residence bietet den Gästen 38 Zimmer. Das Apartment befindet sich in Serpong, Java, Indonesien. 1 Gast hat das Apartment nach seinem Aufenthalt mit 6.3 von 10 Punkten bewertet. Im Appartement stehen Ihnen Räume des Typs Doppel zur Verfügung. Allgemein Klimaanlage ...
-
Country Woods in Rempoa mit 251 Zimmern und 4 Sternen, Java, Indonesien [569162]
bis zu 2 Personen
Die 4 Sterne Unterkunft Country Woods bietet den Gästen 251 Zimmer. Das Apartment liegt in Rempoa, Java, Indonesien. Im Appartement stehen Ihnen Räume der Kategorie Apartment zur Verfügung. Aktivitäten Tischtennis Billard Kinderspielplatz Fitnesscenter Sauna Tennisplatz Whirlpool ...
weitere Ferienwohnungen und Hotels nahe Mit einem Handelsschiff nach Surabaya
Finde uns auf Facebook
tourist-online