Oh wie schön ist...Kanada! Mit einer Einheimischen Vancouver entdecken
- Ein Reisebericht -
In meiner Zeit als Au pair lernte ich eine Kanadierin kennen. Nach langer Zeit des Sparens war es im Sommer 2010 endlich soweit und ich konnte den selbstorganisierten Urlaub antreten und sie in ihrer Heimat Vancouver besuchen. Der Reiseführer entpuppte sich schnell als Ballast, da meine Freundin durch ihren lebenslangen Aufenthalt in dieser Stadt die beste Insiderin war, die man sich vorstellen konnte.
Nach circa 10 Stunden Flug erreichte ich den Vancouver International Airport und wurde gleich von traditionellen Elementen begrüßt, die in die Gestaltung des Flughafens einflossen. Mit dem Sky- Train kann man bequem die Stadt erreichen. Ich hatte jedoch einen Chauffeur. Kaum waren wir in der Wohnung meiner Freundin angekommen, musste durch ein Schläfchen der Jetlag bekämpft werden, doch schon am nächsten Tag konnte das Abenteuer Kanada beginnen.
Zuerst zeigte sie mir die Innenstadt mit den wichtigen Einkaufstraßen rund um die Granville Street und Robson Street. Zum Glück herrschte angenehm sonniges Wetter, doch auch bei Regen wären unsere Unternehmungen nicht ins Wasser gefallen, da die Ganville Mall Einkaufsspaß auch bei Regen bietet. Da ich Shopping liebe, ließ ein Ausflug in die Metrotown in Barnaby, nicht lange auf sich warten. Als meine Freundin arbeiten musste und ich alleine in der großen, fremden Stadt stand, war es Zeit für diesen Ausflug. Diese Mall hatte ein noch größeres Angebot und ich fühlte mich wie im Paradies. Durch die malleigene Sky-Train Station, war dieser Trip auch ohne Orientierungssinn und Ortskenntnisse gut zu bewältigen.
Natürlich machten Stadterkundung auch hungrig und bevor ich in der Waterfront Road Postkarten für die arme daheimgebliebene Verwandtschaft und Mitbringsel aller Art kaufte, kehrten wir zur Stärkung in einer der zahlreichen Sushibars ein. Wer Sushi mag, wird Vancouver lieben. Man braucht sich nur umdrehen und schon erschein wie aus dem nichts eine Sushibar. Ich aß es jeden zweiten Tag, da die Preise moderat waren und die Qualität stimmte. Zum Nachtisch besorgten wir uns gerne eine Cupcake. Wir waren Dauerkunden in einem kleinen Cupcakeladen in der Thurlow Street. Herzallerliebst sahen die kleinen Köstlichkeiten mit ihren kunterbunten Buttercremehauben aus! Der Laden war genauso zuckersüß eingerichtet, wie die Gebäckstücke schmeckten. Wir hatten Glück, trotz einseitiger Ernährung, machten unsere Körper keine Probleme und so sollten auch Ausflüge in die Natur auf dem Programm stehen.
Wer nicht weit fahren möchte, aber trotzdem ein bisschen Grün sehen will, ist im Stanley Park gut aufgehoben. Der ganze Park ist gut zu Fuß zu umrunden und falls man doch schlapp macht, kann man an einer der vielen Badestellen eine Runde im Pazifik schwimmen und die Tour fortsetzten. Wir strotzten nur so vor Energie und gönnten uns erst am Ende der Umrundung eine Abkühlung. Ich war begeistert, da Badeurlaub und Städtetour in einer Reise verbunden waren. Ich nutzte den Pazifik des Öfteren für ein Bad, bevor ich mich wieder auf die Suche nach Mitbringseln machte.
Andere Unternehmung in die Natur waren unter anderem ein Ausflug zur Capilano Suspension Bridge. Diese führt über den Capilano River und ist 136 Meter lang. Schwindelfreiheit: Voraussetzung! Schankend wie auf einem Schiff kämpften wir uns auf die andere Seite der Brücke um dort durch den Wald und in den Bäumen umher zu spazieren. Richtig! In den Bäumen, denn diese waren durch Brücken miteinander verbunden. Leider war der Eintritt zu diesem Spektakel etwas happig und das Gelände sehr touristisch aufgemacht, so dass mir der Ausflug zum Lynn Canyon in besserer Erinnerung geblieben ist. Jene Attraktion konnte man umsonst besuchen und die Natur war urwüchsiger. Zudem gab es eine Badestelle an der man waghalsige Menschen ins eiskalte Wasser des Flusses springen sehen konnte. Es schien ein beliebtes Ausflugsziel auch für Einheimische zu sein. 15 Tage und 15 Cupcakes später beschlossen wir eine Wanderung auf den Hausberg Vancouvers zu unternehmen, dem Grouse Mountain. Der Aufstieg war steil ,eine Qual und gefühlte 10 Millionen Treppenstufen lang. Doch als wir endlich die Spitze erreichten waren wir voller Stolz auf unsere Leistung und blickten von oben über die Stadt. Zwei Waisenbären hatten hier oben ein Zuhause gefunden, so dass man auf ungefährliche Art und Weise die Tiere beim planschen in ihrem Teich bewundern konnte. Faul wie wir waren sparten wir uns den Abstieg und benutzen die Gondel. Anschließend belohnten wir uns mit Sushi und einem Cupcake.
Ich erinnere mich gerne zurück an diesen selbsorganisierten Urlaub in Vancouver und hoffe eines Tages wieder dort hinfliegen zu können. Vancouver vereint wirklich alles, ob Shoppingurlaub, Natururlaub, Wanderurlaub, Badeurlaub oder Städtetour. Durch die reizvolle Lage zwischen Bergen und Pazifik ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei und wenn man wie ich gerne von allem etwas haben möchte, ist Vancouver das perfekte Reiseziel schlechthin.
anonym
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