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Oltimerfliegen auf der Wasserkuppe

- Ein Reisebericht -

Im vergangenen Herbst haben meine Freunde und ich uns einen kleinen Traum erfüllt. Einmal Fliegen wie Otto Lilienthal! Frei wie ein Vogel, den Wind in den Haaren und ein paar Fliegen zwischen den Zähnen:)

So kam es, dass mein Freund für das dritte Septemberwochenende eine Truppe von 9 Leuten organisierte, welche bei diesem Event mitmachen wollten. Wir brachen bereits Freitagabend von Ballenstedt am nördlichen Harzrand aus auf in Richtung Rhön. Die Rhön ist ein Mittelgebirge im Ländereck Bayern- Hessen- Thüringen. Der Südosten des Gebirges besteht aus vulkanischem Gestein, also ähnlich den Vogesen im Osten Frankreichs. Der höchste Berg- und unser eigentliches Ziel- ist die Wasserkuppe mit 950 Metern im hessischen Teil der Rhön, nahe der Stadt Fulda.

Nach einer dreistündigen Autofahrt erreichten wir die Jugendherberge auf dem Plateau der Waku, wie der Berg auch umgangssprachlich genannt wird. Nach einem deftigen Abendessen im hauseigenen Restaurant brachen wir in der Abenddämmerung auf zu einer kurzen Expedition zum weltbekannten Fliegerdenkmal.

Eine Adlerstatue mit gefalteten Flügeln sitzt auf dem höchsten Punkt des Berges und schaut in die Ferne. Ein Sinnbild für die Tradition, welche uns hierher geführt hat. 1910 begann eine Darmstädter Studentengruppe, die sogenannte Akaflieg, mit Flugversuchen selbstgebauter Segelflugzeuge um am Hang Auftrieb durch Aufwinde zu gewinnen. Da die Flugzeuge keinen Motor besitzen, bedienten sie sich einer Technik, die es heute nur noch nach historischem Vorbild auf der Wasserkuppe gibt: den Gummiseilstart. Dabei steht das Flugzeug oben auf dem Hang und wird auf der Hinterseite von einer 5-köpfigen Mannschaft festgehalten. Gleichzeitig führen vom Flugzeug in Richtung Tal zwei Gummiseile, welche von je einer Gruppe ( aus circa 10 Leuten bestehend) ausgezogen und gespannt werden. Auf ein Kommando, lässt die hintere Haltemannschaft das Flugzeug los und es wird ins Tal "geschnippst". Neben dem Flugzeug- und Windenschlepp, die jeder Segelflugzeugpilot beherrscht, wollten wir diese historische Methode nun selber ausprobieren!

Am Samstagmorgen standen wir zeitig auf und bereiteten mit der lokalen Fliegergruppe alles vor. Es dauerte ungefähr zwei Stunden bis der Hängeschulgleiter schließlich an der richtigen Position stand und der erste Pilot seinen Soloflug durchführen konnte. Bis wir an die Reihe kamen verging fast ein halber Tag am Seil. Entweder das Flugzeug halten oder am Gummiseil ins Tal laufen und natürlich auch wieder den Berg herauf. Jetzt weiß ich genau, warum es FlugSPORT heißt! Und dann kam der heißersehnte Augenblick:

Ich saß selber auf dem Bock! Es gab noch einmal eine kurze Einweisung vom Fluglehrer und dann regte sich doch noch Nervosität in der Magengegend. Aber jetzt gab es kein Zurück mehr und schon- schnipps- ging es los. Und ich flog 15 Meter hoch auf diesem Stückchen Holz mit einer Gleitzahl von eins zu Stein. Die Ruder brauchten vollen Ausschlag bis ich überhaupt eine Wirkung spürte und dann war da schon wieder der Boden so nah. Abfangpunkt, Schweben und Halten und: Aufsetzen! WOW!! Das war unglaublich. So hatte es sich also damals für mein Großvater angefühlt als er flog. Das lässt mich nie mehr los!

Dieses Glücksgefühl hatte nicht nur ich, sondern auch meine Freunde. Die Freude über dieses Erlebnis ließ uns noch den ganzen Abend darüber philosophieren.

Am kommende Tag statteten wir dem Deutschen Segelflugmuseum, welches sich ebenfalls auf der Wasserkuppe befindet, einen Besuch ab. Es war beeindruckend die verschiedenen Modelle zu sehen und wie sich die Konstruktion und Bauweise der Flugzeuge über das vergangene Jahrhundert verändert hat. Und damit auch die Leistungsfähigkeit. Was damals noch Sekunden waren, sind heute viele Stunden und aus ein paar Metern wurden Hunderte von Kilometern.

Wir machten uns auf den Rückweg unserer selbstorganisierten Reise mit dem Gefühl, eines der schönsten Hobbys der Welt zu haben.

Sophie

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