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Pfadfinder auf der grünen Insel

- Ein Reisebericht -

Dicke Regentropfen fallen aus dem grauen Himmel. Die Luft ist angenehm erfrischend und warm. Abgesehen von dem kleinen Flugfeld, dem winzigen Terminal, der Straße nebenan und zwei, drei Häusern steht hier nichts. In der Ferne sieht man grüne Wiesen, Steinmauern und vereinzelt einsame Bäume. Das sind unsere ersten Eindrücke als wir unsere Füße auf irischen Boden setzen: Kerry Airport. Wir sind sechs Jungs und sieben Mädels im Alter zwischen 16 und 18 Jahren auf einem selbstorganisierten Trip. Allesamt mit Pfadfinderkluft, Halstuch, schweren Trampern und Wanderstiefeln. Sieben Tage werden wir auf dieser Insel sein. Wir wissen nicht genau wohin uns dieses Abenteuer führt, denn für uns ist der Weg das Ziel.

Mit dem Bus fuhren wir zunächst 17 km Richtung Süden nach Killarney am See Lough LeaneKillarney. Im Vorbeifahren sehen wir die ersten Schafe und bewundern die malerische Natur. In Killarney kaufen wir Proviant, eine Karte der örtlichen Umgebung und stiefeln durch die hübsche Altstadt. Es kam wie es kommen musste - wir sind keine drei Stunden in Irland und sitzen schon im ersten Pub. Wer könnte uns das übel nehmen? Die etwa fünf Euro teuren Guinness Pints (ungefähr 0,5 Liter) mit der herrlich milchigweichen Schaumkrone sind ihren Preis wert. Nach dem kleinen Umtrunk und den ersten netten Gesprächen mit den Einheimischen machen wir uns auf um einen Schlafplatz für die Nacht zu suchen. Wir laufen Richtung Killorglin

Killorglin nach Westen. Irgendwo am Lough Leane finden wir ein schönes Fleckchen Erde und bauen unsere Zelte auf. Die erste Nacht unter irischem Himmel.

Am nächsten Tag ziehen wir weiter. Killarney und Killorglin sind etwa 20 km Fußweg. Wolken ziehen an uns vorbei und wir erleben ein Wechsel zwischen Sonnenschein und Nieselregen. Wir bestaunen und bewundern die Flora und Fauna. Auch wenn sich die Natur nicht wesentlich von der heimischen Umgebung unterscheidet. Es ist einfach etwas anderes. Irgendwann erreichen wir Killorglin, ebenfalls eine malerische kleine Stadt mit historischem Kern. Wir finden einen günstigen Campingplatz und verbringen den restlichen Tag in Killorglin, genauer gesagt in den Pubs mit irischer Musik und den übrigen Annehmlichkeiten Vorort.

Abseits der Straße ziehen sich die berühmten irischen Trockenmauern über Wiesen und Weiden. Ein herrlicher Anblick. Die Zeit fliegt vorbei, ebenso wie die regenschweren Wolken, nachdem diese sich über uns entleert haben. Wir brauchen drei volle Tage, ehe wir in nördlich von Killorglin und lediglich knapp 30 km entfernte Tralee ankommen Tralee. Zu viele Umwege und zu viel Zeit haben wir auf der Strecke zurück gelassen, aber es war schön. Die vielen kleinen Dörfer und Städtchen, hier und dort eine Pause, hier und dort der ein oder andere Pub. Auf unserer Reise abseits von Tourismus und städtischer Zivilisation haben wir sehr viele verschiedene Menschen getroffen, uns ausgetauscht, das ein oder andere erlebt und viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt.

In Trallee quartieren wir uns in eine Jugenherberge und genießen die angenehmen Dinge der Zivilisation: Dusche und Bett. Am nächsten Morgen sind wir ausgeruht und voller Tatendrang. In zwei Tagen startet unser Flieger zurück in die Heimat. Also machen wir das Beste aus der noch verbleibenden Zeit und lassen nach Provianteinkäufen die Stadt hinter uns. Es geht wieder Richtung Südosten zum Kerry Airport. Die Strecke von 18 km müssten wir locker in zwei Tagen schaffen.

Anonym

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