Rundreise Paraguay Goldenes Dreieck
- Ein Reisebericht -
Paraguay ist eines von nur zwei Binnenstaaten Südamerikas und liegt zu Unrecht abseits der Touristenströme des Kontinentes. Mit seiner Fläche, die etwa so gross wie Deutschland und die Schweiz zusammengenommen ist und nur rund 6 Millionen Einwohnern, weist das Land viel Natur und Sehenswürdigkeiten auf, die noch nicht kommerzialisiert sind. Paraguay unterteilt sich geographisch in zwei ganz unterschiedliche Landesteile: einerseits das westlich gelegene Gebiet des Chaco, einer savannenähnlichen, sehr trockenen und sehr dünn besiedelten Region, auf der anderen Seite der dichter besiedelte Osten des Landes mit seinen grösseren Städten und guter Infrastruktur. Auf letzteren Teil bezieht sich diese Rundreise.
Ausgangspunkt der Rundreise war die Hauptstadt Asunción. Die Stadt ist mit rund 500.000 Einwohnern die grösste des Landes mit zunehmendem Verkehr, aber noch immer sehr grün und mit eher gemütlichem Tempo im Vergleich zu anderen Hauptstädten der Erde.
Der Mai 2011 war gleichzeitig das 200 Jahre Jubliäum des Landes - gezählt wurden hier die Jahre seit der Unabhängigkeit. Dadurch gab es zahlreiche Veranstaltungen, farbenprächtige Umzüge, Messen usw.
Nach Besuchen der wenigen typischen touristischen Sehenswürdigkeiten wie dem Heldendenkmal oder dem Aussichtspunkt Cerro Lambaré ging es dann mehr ins interessante Inland, zunächst mit einer Rundreise "Goldenes Dreieck". Auf dieser Rundreise fährt man durch die wichtigsten Städte im Umkreis von rund 50-70 km von Asunción: Luque, die Stadt, in der ein sehr berühmtes Silber-Kunsthandwerk - Filigrana genannt - seinen Hauptstandort hat, das aber auch bekannt ist für seine Harfenbauer. Ausserdem ist in Luque das Hauptquartier des südamerikanischen Fussballverbandes Conmebol!
Weiter geht es über den grössten Binnensee Paraguays, den Lago Ypacarai mit seiner Stadt San Bernadino San Bernardino, die ursprünglich von Deutschen, unter anderem der Schwester des Philosophen Nietzsche, gegründet wurde. Da die Jahreszeiten auf der Südhalbkugel umgekehrt zu den deutschen sind, war es im Mai bereits Herbst und für die Paraguayer viel zu kalt, um einen Ausflug zum See zu machen. Folglich waren wir fast die einzigen Menschen an diesem Ort, der für die meisten Paraguayer der Inbegriff von Urlaub, Wochenendsause und Feiern ist. Im Sommer (November bis Februar) soll es hier so voll sein, dass auf den Strassen grosse Staus sind - und das, obwohl das gesamte Land nur rund 800.000 Autos hat! Von San Bernadino aus ging es dann nach Caacupé, dessen überregional bekannte Kirche nicht nur vom Papst Johannes Paul II eingeweiht wurde, sondern die alljährlich am 8. Dezember Pilgerort für Millionen Katholiken ist.
Auf dem Rückweg liegt die Stadt Itauguá, die berühmt für eine weitere typisch paraguayische Handwerkskunst ist, das Ñanduti, ein buntes Stickereihandwerk, das wie ein Spinnennetz aussieht (Ñanduti heisst in der Eingeborenensprache Guarani "Spinnennetz"). Die paraguayischen Baumwollstoffe werden überwiegend in Itauguá in Handarbeit vorwiegend zu Tischdecken und Tischsets, aber auch zu Ohrringen und anderen Accessoires verarbeitet.
Auf der Rückfahrt kurz vor Asunción haben wir dank eigener Recherchen noch einen kleinen Abstecher zu einem - in Paraguay selbst wenig be- und anerkannten - Wunderwerk der Natur, dem Cerro Koi, gemacht. Dies ist eine ganz besondere Gesteinsformation, die es in dieser Art nur noch einmal in Südafrika und in Kanada gibt. Wie Holzscheite türmt sich Sandstein zu zwei Hügeln auf, so daß man das Gefühl hat, dass es sich gar nicht um Stein handelt. Nach Auskunft des lokalen Tourismusbüros ist diese hexagonale Form des Steins durch starke magnetische Einwirkung von vor Millionen Jahren entstanden. Das Besondere in Paraguay ist, dass die Gegend um diese beiden Hügel zwar zum "Nationalen Naturmonument" erklärt ist, aber kaum ein Einheimischer die Berge bzw. ihren Zugang kennt. Das Gelände selbst ist schwer zugänglich und nur mit einem Offroadauto befahrbar - belohnt wird man allerdings durch pure Natur (kein einziger Ankenkenladen, selbst andere Touristen waren nicht da) und eine unwerfende Aussicht auf den Ypacarai-See und die Hauptstadt in der Ferne!
Dieser Eindruck ist auch insgesamt sehr typisch für Paraguay: wenig Kommerz, sehr freundliche und hilfsbereite Menschen und schöne, aber unaufdringliche Natur und Sehenswürdigkeiten: ein Geheimtipp abseits der Massen!
Anonym
Ferienhäuser in der Umgebung
-
Ferienhaus und Pension in J.A. Saldivar, bei San Lorenzo in Paraguay [651991]
ab 84 €
bis zu 1 Personen
In J. A. Saldivar, bei San Lorenzo ca 25 Km von Asuncion in Paraguay entfernt, liegt unsere schöne Pension Residencia Tropical. Im 5600 qm grossen Garten haben wir einen großen Pool, ein Gästehaus mit 4 Doppelzimmern, Gemeinschaftsraum und Küche. Ferienhaus und Pension in J.A. Saldivar, ...
-
La Gruta in San Bernardino, 6 Zimmer, Cordillera, Paraguay [161027]
bis zu 1 Personen
Die Unterkunft La Gruta verfügt über 6 Zimmer. Das Apartment befindet sich in San Bernardino, Cordillera, Paraguay. Im Apartment stehen Ihnen Räume der Kategorie Apartment zur Verfügung. Aktivitäten Wandern Außenpool Allgemein Parkplatz Klimaanlage Heizung kostenfreies Parken ...
weitere Ferienwohnungen und Hotels nahe Rundreise Paraguay Goldenes Dreieck

Finde uns auf Facebook
tourist-online