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Slowenien - Kleinod am Südrand der Alpen

- Ein Reisebericht -

Lang gestreckt und tiefblau liegt der See von Bohinj inmitten steiler Berghänge vor uns. Die Soca ist ein gutes Kanurevier und außer mit dem Kajak durch die Soca zu paddeln werden wir heute noch mit Mountainbikes über das Pokljuka-Plateau fahren.

In den Auf- und Abwinden eines sonnenheißen, glasklaren Julinachmittags schweben bonbonbunte Fallschirme umher. Auf der großen Wiese bei Ribcev Laz landen immer mehr Paraglider, welche sich vom Start am Vogel oder auf der Komna über den großen See tragen lassen. Die Stimmung ist ausgelassen - Juchzer hallen über den See - aus der Luft wie auch von den Wartenden am Boden. Ein Augenblick Slowenien pur.

Wir halten mit den Bikes auf dem Plateau und sichten Waldbeeren, welche wir uns in einem der nächsten Augenblicke schon schmecken lassen. Der Tag ist lau und die Luft ist mehr als angenehm - Natur pur - was kann schöner sein. Volle Lebensfreude und Temperament an jedem Ort, wo wir hinkommen - und wir erkunden heute viele Orte im Nordwesten des Landes, welches ich bis dato noch nicht auf meinem Reise-Geheimzettel hatte und intensivst erleben darf.

Der Magen macht sich so langsam bemerkbar und wie von höherer Macht gelenkt entdecken wir urplötzlich ein Lokal am Wegesrand - slowenische Köstlichkeiten lassen wir uns in der Mittagssonne schmecken.

Mehr als lecker schon die Vorspeise - Gobova juha - verschiedene Pilze und Kartoffeln in einer urigen Rinderbrühe. Die Kranjska klobasa muß man hier einfach gekostet haben, so tun wir es natürlich auch. Die grobe Krainer Wurst ist scharf gewürzt, gereicht mit Brot und Kren, echt slowenischem Meerettich, wird sie zum kulinarischen Hochgenuß. Den Abschluß unseres leckeren Mahls bildet eine klassische Potica - ein Hefezopf mit Nüssen und Rosinen. Die häufig für Hochzeiten gebackene pehtran potica ist mit Rahm, Eigelb, Vanillezucker und dem fruchtbarkeitsfördernden Estragon, pehtran, gefüllt.

Unsere Rundreise geht weiter. Im Gegensatz zur Idylle des vergangenen Tages treffen wir in Ljubljana ein. Mit rund 300.000 Einwohnern ist die Stadt heute der Mittelpunkt des unabhängigen Landes. Wir erhaschen einen Blick über die Stadt, der Burgberg überragt hoch die Altstadt von Ljubljana. Zwischen dem Burgberg und der Ljubljanica liegt der alte, von Barock und Renaissance geprägte Teil der Stadt, jenseits des Flüsschens der neuere mit repräsentativen Bauten aus der Zeit zwischen Klassizismus und Moderne.

Ljubljana zeigt sich mal kleinstädtisch, mal mondän. Wir haben Glück, heute scheint die Sonne wieder im wohligen Maße und wir sitzen auf dem Trottoir und schauen natürlich auch den adretten jungen Damen hinterher, welche das Neueste aus aller Welt zur Schau tragen. Die Stadt offenbart mediterrane Leichtigkeit.

Ljubljanas Burg ist ein absolutes Muß für uns. Hoch über dem Altstadtkern wurde sie bereits im 11. Jahrhundert gegründet und war ab 1335 Habsburger Besitz. Die prächtige Bibliothek des Priesterseminars am Dom fasziniert mich. Wir geniessen einen herrlichen Panoramablick über das alte Ljubljana diesseits und über den neueren, eleganten Teil jenseits der Ljubljanica.

Einem Geheimtip eines guten Freundes folgend besuchen wir am nachmittag die Kavarna Union. Das Kaffeehaus des Hotels Union stellt sich hierbei als Ort immerwährender Nostalgie heraus. Die Kuchen sowie auch der Kaffee gestalten sich nach meinem Dafürhalten als unschlagbar.

Die Galerie der Moderne, Moderna galerija, bietet uns für den frühen Abend umfassendes Programm zur Wissenserweiterung. Wie sich herausstellt, ist die im Jahre 1947 eröffnete Galerie allen Strömungen slowenischer Kunst gegenüber offen. Sie zeigt Werke slowenischer Künstler von der Moderne bis zu den Arbeiten des NSK-Kollektivs Irwin. Für uns eine Vielseitigkeit und Umfassenheit, die zum Kultfaktor gereicht.

Am Abend gönnen wir uns das Monroe, wo Slowenisches auf allerhöchstem Niveau zubereitet wird. Wir aalen uns in verschiedensten Njoki, die allesamt die Goldmedaille verdient hätten ! Kulinarissimo !

Slowenien live und life auf einer unvergeßlichen Rundreise - kulinarische Höhepunkte und ein ganz heißer Geheimtip am Fuße der Alpen.

Anonym

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