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Urlaub in Irland - Eine selbstorganisierte Reise

- Ein Reisebericht -

„Fall on your knees”, während er auf die Straße deutete, fixierten die Augen des Iren meinen Mann. Die Umstehenden lachten. Es war unser letzter Abend in Irland und uns hatte die Wehmut gepackt - doch nur so lange, bis wir Paddy und seine Freunde kennen lernten.

Für diese Übernachtung hatten wir uns den winzigen Ort Quin in Clare ausgesucht, von hier aus konnten wir den Flughafen Shannon in etwa einer halben Stunde erreichen. Ardsollus Farm hieß das B&B, in dem wir abgestiegen waren. Wie sämtliche Unterkünfte auf dieser selbstorganisierten Reise hatten wir diese bereits zu Hause ausgewählt. Jedes Haus bot individuellen Charme, durchweg alle Gastgeber erwiesen sich als reizende Menschen, das Frühstück suchte allzeit seines Gleichen und die Zimmer blitzten vor Sauberkeit. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in einem Urlaub so gut geschlafen zu haben.

Jedes neue Domizil, das wir anfuhren, entfaltete einen eigenen Reiz. In Kilkenny wohnten wir bei einem Ehepaar, das nachdem die Kinder ihrer Wege gegangen waren, deren Zimmer vermietete. An den Wänden hingen Fotos und erzählten von dem Leben der Familie. Stolz wies die Hausherrin auf jedes Bild hin, die jüngste Tochter im Talar mit einer Urkunde in der Hand, der Sohn bei seiner Hochzeit und später mit den Babys. Nach einer Nacht in Rosenbettwäsche überraschte uns am Morgen ein Esszimmer, das einem alten englischen Spielfilm entsprungen zu sein schien. Dunkles Holz, ein gewaltiger Kaminüberbau, auf dem Sims ein fein gehämmertes silbernes Milchkännchen und eine dazu passende Zuckerdose. Und dann diese selbstgebackenen Scones – der Himmel auf Erden.

In Doolin verbrachten wir einen Abend in Gus O’ Conners Pub. Eine Horde Playboy-Bunnies mit pinkfarbenen Hasenohren, wenig Gesamtbekleidung und einem Puschel am Po stürmte die Kneipe. Wir waren mitten in einen Junggesellinnenabschied hinein geraten. Es ging hoch her, die Musiker packten ihre Instrumente aus, die jungen Frauen kreischten und die Männer des Dorfes genossen die Jugend der Hauptdarstellerinnen. Die Party schlug Wellen, die sich bis auf die Straße fortsetzen.

Zur Abkühlung schnappten wir unser Bier und gingen nach draußen. Dort herrschte, dem Rauchverbot sei Dank, ein unermüdliches Kommen und Gehen und der Gehweg avancierte zur Kommunikationsplattform.

Natürlich verlief auch dieser selbstorganisierte Urlaub nicht frei von Stolpersteinen. Unsere Buchung im Guesthouse Cullinan‘s in Doolin schien verschollen. Bedauerlicherweise waren alle Zimmer belegt. Doch schon nach fünf Minuten und einem Telefonat leitete uns die freundliche Dame zu einem B&B den Berg hinauf. Ballyvara House lag zwar nicht in Fußwegentferung zu den Pubs des Dorfes, doch das Haus und unser Zimmer entschädigte uns um ein Vielfaches.

Zuallererst eroberte die Whirlwanne unsere Herzen, dicht gefolgt von dem besten Frühstück der Welt - goldbraune, gebutterte Pancakes, warmer Ahornsirup, dazu frische Früchte liebevoll bestäubt mit Puderzucker, Toast und Müsli, Milch und Kaffe, was immer das Herz begehrte. Es gefiel uns so gut, dass wir unsere Pläne umstellten und statt die letzten Urlaubstage in Dublin zu verbringen, kamen wir später noch einmal hierher. Ein entscheidender Vorteil bei einer selbstorganisierten Reise.

Von Doolin aus besichtigten wir den Burren, Dunghaire Castle und natürlich die Cliffs of Moher. Zu den Klippen fuhren wir erst am Abend, um dort den Sonnenuntergang zu genießen. Endlich versank die Sonne im Meer. Die Klippen erstrahlten in Rosé- und Orangetönen und wir seufzten dem schwindenden Licht hinterher.

Natürlich hatten wir von dieser atemberaubenden Landschaft und den Sehenswürdigkeiten wunderbare Fotos geschossen. In Portumna charterten wir ein Boot, um einige Tage den Shannon zu befahren. Dort geschah es. Beim Einsteigen, ich trug die Jacke lose über dem Arm, fiel die Kamera aus meiner Tasche.

Der Verlust der Bilder traf mich arg. Der Fotoapparat ließ sich ersetzten, schon in der nächsten Stadt kauften wir eine neue Digitalkamera, doch die Erinnerungsfotos schienen unwiederbringlich verloren. Aber mein Mann gab nicht so schnell auf und wir änderten unsere Pläne ein weiteres Mal. Als wir Tage später das Boot in Portumna zurückgaben, bereisten wir unsere Hinwegsroute erneut, dieses Mal in umgekehrter Reihenfolge.

Wir flitzen von Ort zu Ort. Im Burren, am Poulnabrone-Dolmen hielten wir direkt an der Straße. Wir sprangen aus dem Wagen, überquerten im Eilschritt die Grünfläche und schossen drei Bilder. Dann eilten wir zurück zum Auto und brausten davon. Wir ernteten Kopfschütteln und schiefe Blicke. Eine skurrile Situation, die jedoch gut zu unserem Gastgeberland zu passen schien, denn ein bisschen schräg, ist in Irland normal.

Nun näherte sich der Urlaub dem Ende. In Quin nahm uns die Gastgeberin ebenso herzlich auf, wie in den übrigen Häusern. Nachdem sie uns einen Irish Coffee mit ordentlich Schuss zubereitet hatte, empfahl sie uns für das Abendessen den örtlichen Pub. Es handelte sich um ein Dorf, ein paar winzige Straßen, eine Kirche und ein bis drei Pubs. Wir aßen eine Kleinigkeit und traten dann, wie wir es uns angewöhnt hatten, zur Kommunikation und globalen Verständigung vor die Tür.

Dort lernten wir Paddy kennen. Paddy erfüllt jedes Klischee. Rote, wirre Haare, obendrauf eine Schirmmütze, die arg mitgenommen wirkte. Seine Kleidung war löchrig und schmutzig, er selbst wies auch einige Schadstellen auf. Doch Paddy strahlte vor Glück und Zufriedenheit. Schwankend stellte er die üblichen Fragen.

Doch dann wurde er mutiger, wagte sich sogar an Persönliches heran. „Seid ihr verheiratet?“, wollte er wissen. Ich verneinte und auf die Frage „Warum?“, wies ich hinterhältig auf meinen Mann. „Frag ihn“, sagte ich. Und dann ging es los. Paddy brüllte so laut, dass sämtliche Gäste aus dem Pub strömten, um nachzusehen, was draußen geschah. „Los“, schrie er meinen Mann an. „Fall auf die Knie. Ich hole den Priester.“ Er schien sich gar nicht mehr zu beruhigen. Minutenlang ging das so. Meinem Mann und mir liefen inzwischen die Tränen die Wangen hinunter, doch er gab keine Ruhe. Erst als er mit seinen Freunden davonfuhr, endete das Spektakel. Jedoch nicht, ohne dass er sich im Vorbeifahren noch einmal aus dem Fenster lehnte und ein letztes Mal rief: „Fall on your knees - I get the priest“.

Wir haben noch oft an Paddy gedacht. Inzwischen sind wir tatsächlich verheiratet - ob Paddy daran einen Anteil hatte? Wer weiß - doch hätten wir seine Adresse gehabt, wir hätten ihn ganz bestimmt eingeladen.

Anonym

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