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Von Strandbüros und Burgen

- Ein Reisebericht -

Dieses Jahr war es soweit. Ich habe meinen ersten Hotelurlaub gemacht. Nachdem ich die letzten Jahre meinen Urlaub immer so günstig und sportlich wie möglich (in der Regel mit dem Fahrrad von Campingplatz zu Campingplatz) verbracht habe, habe ich mich dieses Mal von meiner Freundin überzeugen lassen einfach mal die Beine baumeln zu lassen. Gesagt, getan!

Anfang des Jahres haben wir uns auf die Suche gemacht und nach einem schönen All-Inclusive Hotel in Strandnähe am Mittelmeer gesucht (da ist es schließlich auch schon im Frühjahr warm). Ziemlich schnell hatten wir ein Gutes gefunden und gebucht.

Im Mai war es dann soweit. Am 2.Mai ging es mitten in der Nacht auf in die Türkei. Unser Hotel hieß Saphir Resort&Spa. Es ist liegt in Okurcalar, einem kleinem Dorf an der Türkischen Riveria. Ziemlich genau in der Mitte zwischen Manavgat/Side und Anlanya.

Nachdem unser Flieger nachts um 2 losgeflogen war und wir dann nach langem Flug und Busfahrt morgens um 9 im Hotel ankommen waren, war ich wie vom Hocker gehauen. Es sah super elegant und gepflegt aus und davon, dass mir beim Betreten des Hotels direkt jemand den Koffer abnahm, war ich nur begeistert. Hatte schließlich nicht allzu viel mit meinen Fahrradurlauben gemeinsam. An der Rezepion wurden wir dann prompt mit einem Cocktail begrüßt und mir war klar, dass ich ab jetzt ein großer Fan von Hotelurlauben sein würde.

Die ersten Tage verbrachten wir, wie geplant, fast ausschließlich am Strand. Meine Freundin und ich kamen beide aus der Examensphase und wollten uns erst mal einfach nur die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Am dritten Tag entschlossen wir uns dann dazu einen ersten Ausflug zu machen. Um Geld zu sparen gingen wir nicht zum Reiseanbieter, sondern zu Hasan (so stellte er sich zumindest vor). Hasan hatte ein Schild und einen Tisch am Strand aufgebaut und bot von diesem 'Büro' aus Bootsausflüge an. Da wir vorher gehört hatten, dass es bei Alanya schöne Höhlen zu besichtigen gäbe, wollten wir uns das also nicht entgehen lassen. Am nächsten Morgen sollte es los gehen. Wir würden von einem Bus abgeholt werden und nach nur 5 Minuten Fahrt aufs Boot kommen. Nachdem wir allerdings schon 45 Minuten im Bus saßen und bereits die Felsen von Alanya sehen konnten, kamen uns langsam Zweifel auf. Allerdings waren diese unbegründet, denn kurz vor Alanya kamen wir dann tatsächlich auf ein Boot. Nach 1stündiger Fahrt um die Felsen von Alanya und 2-stündigen Stadtrundgang auf eigene Faust, machten wir uns mit dem Boot wieder auf dem Nachhauseweg. Neben der 5minütigen Fahrt hatte uns Hasan auch eine Bauchtänzerin versprochen, die auftreten würde. Aber wieder wurde schnell deutlich, dass Hasan auch da nicht ganz die Wahrheit gesagt hatte. Die Bauchtänzerin entpuppte sich als zwei Matrosen, die kurz irgendwas vortanzten, um dann die Schaumkanone auf dem Oberdeck anzuschalten und eine Stunde lang bei lauter russischer Technomusik übers Meer zu fahren. Auch wenn hier unsere Erwartungen nicht ganz getroffen wurden und wir bspw. lieber länger in Alanya geblieben wären (es ist wunderschön), hatten wir doch eine Menge Spaß und werden das sicherlich nicht vergessen.

Aber es war uns auch eine Lehre, weshalb wir von da an alle Ausflüge auf eigene Faust unternahmen. Mit dem Dolmus machten wir noch einen Ausflug auf den Markt von Manavgat. Jeden Montag verwandelt sich dort die Innenstadt in einen riesigen Marktplatz mit massenhaft Ständen mit Klamotten und einem tollen Gemüsemarkt. (Ich habe noch nie so viele Obst- und Gemüsesorten auf einen Fleck gesehen, die dann auch noch sooo lecker waren).

Als letzten Ausflug fuhren wir etwas in das Hinterland. In einem kleinen Dorf namens Alara Han gibt es auf einem Berg eine alte Burg, die touristisch nicht erschlossen ist. Etwas abgeschreckt durch Erfahrungsberichte (gute Kondition und Klettererfahrung) machten wir uns aber doch auf den Weg und erlebten einen unvergesslichen Tag. Ab vom Tourismus kamen wir in den Genuss einer tollen Landschaft und einer tollen Erfahrung. Die Burg, zwar auch ohne Klettererfahrung aber doch mit ein wenig Mut, war gut zu besteigen, auch wenn wir an vielen Stellen nicht wirklich weiter wussten, wo denn der Weg langgehen sollte. Zum Glück trafen wir noch 2 andere Touristen und in dieser kleinen Gruppe wurde auch die Herausforderung des Bergsteigens ein wenig kleiner.

Im Rückblick betrachtet, war der Ausflug zur Burg der mit Abstand tollste und atemberaubendste, obwohl ich auch von Allem anderen in der Türkei sehr begeistert war. Unser Hotel war toll, die Leute sind nett und liebenswürdig und landschaftlich hat die Türkei sehr viel zu bieten. Und auch der Hotelurlaub hat mich überzeugt. Es war schön, sich mal eine Zeitlang um nichts kümmern zu müssen und die Füße hochlegen zu können. Zugleich ist es super, wenn man den Hotelurlaub mit Ausflügen kombiniert, weil man so auch noch einiges vom Land sehen kann.

Alles in allem habe ich es sehr genossen und werde definitiv wieder in die Türkei fahren. Auch kann ich es nur jedem ans Herz legen, dorthin zu fahren und auch mal abseits von Tourismuspfaden zu wandeln.

Anonym.

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