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Zwei Löwen im Westjordanland - Kunterbuntes Zentrum im Dorf Auja im trockenen Jordantal

- Ein Reisebericht -

Das Fell der zwei Löwen schimmerte im Sonnenschein. Wie Leibwächter verharrten sie am Tor des Zentrums. Sollte ich einen Schritt in ihre Richtung wagen. Während ich noch grübelte, huschten zwei palästinensische Mädchen an mir vorbei und erklommen mutig die Löwenrücken.

Da näherte sich auch schon der Manager des Zentrums. Lachend erklärte er, dass Kinder diese Löwen aus Recycle- Materialien hergestellt hatten. Wie auch die kunterbunten Bänke, auf denen Fische, Weltkarte und Rosen strahlen. Der künstlerische Höhepunkt in meinen Augen war jedoch das Auja Umweltzentrum (auf Englisch: Auja Environmental Center) selbst: Es ist ein riesiges Gemälde, das die Landschaft und Tiere der Region zeigt.

Das Zentrum liegt im Dorf Auja neben Jericho im Jordantal, Westjordanland. 5000 Menschen leben hier. Oder versuchen es zumindest. Denn ihr Leben wird von Israelis kontrolliert – selbst die Wasserzufuhr. Als ich dort war, mussten die Einheimischen das Wasser kaufen. Zu einem teurerern Preis als Israelis. Ein einziger illegaler israelischer Siedler in der Nähe von Auja verbrauchte übrigens so viel Wasser wie das gesamte Dorf.

All diese Fakten hörte und sah ich mit meinen eigenen Augen, als ich einer Präsentation im Auja Umweltzentrum lauschte. Dann nahm mich der Manager selbst auf einen Umwelttrip. Wir saßen mit Einheimischen, die uns herzlich willkommen hießen. Sie erzählten von ihren Kindern, von ihren Vorfahren und haufig auch, wie sie ihr Land verloren.

Die Auja Quelle ausserhalb des Dorfs war zum Zeitpunkt meines Besuchs ebenfalls leer. „Normalerweise fließt hier Wasser im Winter“, sagte der Manager mir. „Doch die letzten Jahre wurde es immer weniger.“ Ich glaube ihm, denn in der ganzen Umgebung sah ich nur Sand und Stein. Mittlerweile ich drohte, in der heißen Sonne zu verbrennen.

Wir kehrten zurück zum Zentrum. Kinder hüpften im kleinen Spielplatz, Einheimische warteten bereits ausserhalb, um mit mir zu reden. Es war ein Gespräch mit Händen und Füßen, aber unsere Gesichter sprachen die gleiche Sprache: wir genossen das Zusammensein.

Der Sonnenuntergang tauchte die Umgebung in eine wunderschöne Mischung aus rot, organge und violett. Bis nach Jordanien konnte ich von der Dachterrasse des Zentrums blicken. Die frische Brise dort war ein extra Bonus.

Frischer Salat, Reis und eine Kräutersuppe namens Molokhia lagen mir leicht im Magen und erschöpft vom langen Tag verzog ich mich in mein Zimmer – denn das Zentrum ist auch ein kleines Hotel. Alles war sauber und ich fiel zufrieden in einen tiefen Schlaf.

Jeder Reisende, der palästinensische Einheimische treffen, über ihre Situation und Umwelt erfahren möchte, sollte dem Auja Umweltzentrum einen Besuch abstatten. Präsentationen, Wanderungen und Umweltausflüge sowie Ausflüge zu Bauernhöfen werden angeboten – Individualurlaub pur.

Kontakt zum Umweltzentrum (Vollständiger Name: Jordantal Zentrum für Umwelterziehung und Ökotourismus- Entwicklung, Englisch: „Jordan Valley Center for Environmental Education and Ecotourism Development“):

Büro Telefon und Fax: 00970 (0) 2 23 10 42 4

Email: fadi25@foeme.org

Webseite: www.jvec.ps

Anonym

Jericho

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