Was dürfen Reiseveranstalter nachträglich ändern?

Wer es schon einmal selbst erlebt hat, weiß welche Probleme auf einen zukommen können. Gemeint ist der Brief vom Reiseveranstalter, in dem er eine Änderung der Leistung ankündigt. Das kann von der Unterbringung in einem anderen Hotel, bis zur Änderung der Reihenfolge von Rundreise und Badeaufenthalt oder schlimmer führen. Diese Änderungen müssen Reisende nicht immer hinnehmen, so Beate Wagner, Reiserechtsberaterin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: „Es kommt darauf an, ob es sich um eine geringfügige oder eine erhebliche Leistungsänderung handelt“.
Grundsätzlich sind geringfügige Leistungsänderungen für den Reiseveranstalter erlaubt, wenn er sich diese in seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen vorbehält. Dazu zählt zum Beispiel das unterbringen des Kunden in einem gleichwertigen Ersatzhotel, statt des ursprünglich gebuchten Hotels. Allerdings muss sich dieses Ersatzhotel in vergleichbarer Lage, im gleichen Ort befinden und über den gleichen Standard verfügen.
Zu einem Reisevertragsrücktritt ist der Kunde in dem Fall nicht berechtigt. Jedoch kann unter Umständen eine Reisepreisminderung gerechtfertigt sein. Der Reisende sollte sich dem Veranstalter gegenüber eventuelle Ansprüche vorbehalten, bevor die Reise angetreten wird. Denn ob der Urlaub durch die Änderung nicht doch beeinträchtigt wird, kann der Reisende erst Vorort beurteilen. Beispielsweise, wenn bei einem geplanten Aktivurlaub das Sportangebot im Ersatzhotel deutlich kleiner ausfällt als im ursprünglich geplanten Hotel.
Ein anderer Fall ist es, wenn der Kunde ein ruhiges Strandhotel gebucht hat und das Ersatzhotel sich mitten im Ort befindet. Dies ist eine Leistungsänderung die der Reisende nicht hinnehmen muss. Gleiches gelte auch, wenn beispielsweise das Ersatzhotel in einem anderen Urlaubsort steht. Gleichzeitig warnt die Verbraucherschützerin aber davor, den Vertrag vorschnell zu kündigen: „Eine Kündigung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Es besteht die Gefahr, dass man die Storno-Kosten tragen oder, wenn es sehr kurzfristig ist, sogar die gesamte Reise bezahlen muss“.
Der Kunde sollte dem Reiseveranstalter unverzüglich mitteilen, dass die angekündigten Änderungen nicht akzeptiert werden und das Sie ihm eine Frist für ein vergleichbares Leistungsangebot setzen. Sollte der Veranstalter das ignorieren oder verlangt gar einen Aufpreis, so hat man einen Anspruch auf Reisepreisminderung oder kann unter Umständen den Vertrag kündigen. Vor einem Reiserücktritt sollte aber in jedem Fall fachlicher Rat eingeholt werden.
Selbst wenn der Urlauber auf Grund einer gebuchten Rundreise nicht nur an einem Ort ist, kann es zu Leistungsänderungen durch den Busreise Veranstalter kommen. Sehr ärgerlich ist in diesem Fall, wenn die Rundreise und der Badeaufenthalt umgekehrt wird. Der Erholungsfaktor wird in der Regel erheblich beeinträchtigt, wenn zuerst am Strand entspannt wird und daraufhin beispielsweise eine mehrstündige Busfahrt zum nächsten Ort ansteht. Dieses ist ein erheblichen Mangel und ist für den Reisenden unzumutbar. Zumutbar kann es bei einer Rundreise dagegen sein, wenn der Veranstalter die Reihenfolge der besuchten Ziele ändert, weil es an einem Ort zu einer Hotelüberbuchung gekommen ist. Ein ausweichen in ein privates Ferienhaus ist hier leider keine Lösung.
Generell geht es immer darum, ob die Änderung für den Reisenden zumutbar oder unzumutbar sind und da sind die Übergänge leider fließend.

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