Luftverkehrssteuer vertreibt Ryanair

Der irische Billigflieger will ab nächstem Jahr etwa 30% seiner Flüge streichen. Am stärksten betroffen ist in Deutschland der Flughafen Frankfurt Hahn. Dort könnten etwa 1000 Arbeitsplätze wegfallen.

Luftverkehrssteuer vertreibt RyanairRyanair ist dafür bekannt, dass Flüge zu wirklichen Schnäppchenpreisen angeboten werden: der durchschnittliche Ticketpreis der Airline liegt bei etwa 35 Euro. Besteuert die Bundesregierung nun zusätzlich einen solchen Kurzstreckenflug mit acht Euro, würde dies eine Preissteigerung von mehr als 20% bedeuten. Für die preisbewusste Ryanair-Kundschaft könnte das zu viel sein, meint der Ryanair-Manager Michael Cawley. Daher steht seit gestern fest, dass allein am Flughafen Frankfurt Hahn neun Flugstrecken gestrichen werden. Dies entspricht etwa 30% der Flüge am Hunsrücker Flughafen, welcher für Ryanair der wichtigste Standort in Deutschland ist. Strecken wie Berlin sollen folglich ab dem 10. Januar nicht mehr bedient werden. Auch die Desitantionen Prag, Goeteborg, Danzig, Breslau, Klagenfurt, Santiago de Compostele, Sevilla und Agadir sollen ab April nicht mehr angeflogen werden.

Von diesen Entscheidungen sind nicht nur jährlich etwa 1 Millionen Passagiere, sondern auch fast 1000 Arbeitsplätze betroffen. Bereits vor einigen Wochen wurde der Terminalausbau am Flughafen Frankfurt Hahn gestoppt. Man rechnete bereits damit rechnete, dass sich mit Einführung der Luftverkehrsabgabe die größte Passagier-Airline des Flughafens Hahn von eben diesem verabschieden würde. Den Betreiber des Flughafens selbst stellt diese Entscheidung jedoch vor keine großen Probleme. So sollen die knapp 400 Arbeitsplätze nicht gekürzt werden, da man sich mit Transportflügen ein zweites wirtschaftliches Standbein geschaffen habe.

Der eindeutige Verlierer in diesem Spiel ist also der Fluggast selbst. Dieser musste bisher für ein Flugticket von Hahn nach Berlin lediglich in etwa so viel zahlen, wie allein die Taxifahrt von München zum Flughafen Franz-Josef-Strauß kostet. Aus diesem Grund hat Manager Cawley die Bundesregierung erneut dazu aufgerufen, die Luftverkehrsabgabe zu überdenken.

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