Aktivurlaub in Südtirol – Wandern, Bergsteigen und Klettern

- Ein Reisebericht -

Lange haben wir diesen Aktivurlaub in Südtirol geplant. Die investierte Planungszeit hat sich gelohnt. Was wir sahen, übertraf unsere Erwartungen. Bergpanoramen bei aufgehender Sonne, türkisblaue Bergseen und freundliche Menschen machten diesen Urlaub unvergesslich.

Die Region Südtirol befindet sich im Norden Italiens in der östlichen Alpenregion und gehört zu den Dolomiten. Wir als Hobby-Kletterer und Bergsteiger kennen diese Region aus der Literatur und den Medien, da sich hier berühmte Persönlichkeiten wie Reinhold Messner oder die Brüder Alexander und Thomas Huber aufhalten. Als Aufenthaltsort entschieden wir uns für die Gemeinde Sexten-Sesto. Das Berghotel „Panorama“, das unsere Übernachtungsmöglichkeit sein sollte, befindet sich auf dem Hang eines Berges und macht den Namen alle Ehre – die Aussicht aus den Zimmern ist überwältigend. Ein Bergpanorama, welches ich nur selten gesehen habe.

Bergsteigen als Einstieg der Reise

Am ersten Tag haben wir uns für eine Gipfeltour auf der „Rotwand“ (2963m) entschieden. Der Aufstieg begann ab der Rotwandwiese (ca.1400m), über die Rotwandköpfe zum Gipfel. Diese Klettersteigtour ist als schwarz, also für erfahrene Wanderer und Bergsteiger, gekennzeichnet. Der Aufstieg bis zum Gipfelkreuz verlief ohne Probleme. Der Abstieg hingegen war eine Tortour. Unsere Wirtin hat uns gewarnt, dass der Abstieg in der Regel schwieriger als der Aufstieg ist. Dies mussten wir mit schmerzenden Kniegelenken bestätigen. Da die Tal-Bahn bereits außer Betrieb war, mussten wir den ganzen Berg absteigen. Als wir an unserem Auto ankamen, war es bereits 22Uhr und stockfinster. Ein Glück, das wir unser Vorhaben auch auf eine Nachttour vorbereitet und Stirnlampen eingepackt haben.

Im nächtlichen Bergwald sahen wir im schwachen Licht ein Rentier. Die Rentiere werden von einem Bergbauern gehalten und dürfen im Sommer frei herumlaufen. Da diese Geschöpfe an Menschen gewöhnt sind, ließ es sich nicht davon abbringen von uns gestreichelt zu werden.

Der Aktivurlaub wurde für einen Tag zum Urlaub

Am zweiten Tag hatten wir, wie erwartet, starken Muskelkater. Also entschieden wir uns für eine entspannte Wanderung um den Pragser Wildsee. Dieser türkise Bergsee ist eingeschlossen von einem gewaltigen Bergmassiv und umrundet von einem Nadelwald. Dieser Ort ist magisch. Bei gutem Wetter sollten die Badesachen eingepackt werden. Wir wurden freundlicherweise von zwei jungen Damen zu einer kleinen Paddeltour mit einem Kahn eingeladen.

Gardasee, Venedig oder doch lieber regionale Spezialitäten?

Neben der Vielseitigkeit der Berge ist die Lage von Südtirol ein großes Plus. Zwei beliebte Tagestouren mit dem Auto sind Venedig (2,5 Stunden entfernt) und der Gardasee (3 Stunden entfernt). Für einen Tagesausflug sind diese populären Hot-Spots sehr zu empfehlen. Allerdings ist das nichts zwingend notwendig. Immerhin bietet Südtirol selbst viele Sehenswürdigkeiten. Etwa die historischen Städte Bozen und Bruneck sollten besichtigt werden. Die Region zeichnet sich nicht nur durch die berühmte Apfelsorte „Pink Lady“ aus. Der Südtiroler Speck oder die Schlutzkrapfen sollten auf alle Fälle auf dem Speiseplan stehen.

Nicht zu vergessen: Wein. Wenn das nötige „Kleingeld“ für die edlen Weine fehlt, kann auch ohne Probleme zu den Tafelweinen greifen. Diese passen, gerade in einer großen und geselligen Runde, hervorragend. „Südtiroler Edelvernatsch“ oder „Silberstückl A“ sind meine Empfehlung. Diese erhält man in jedem Supermarkt.

Outdoorsport kommt nicht zu kurz

Für Sportler sind die Dolomiten wie der Himmel auf Erden. Gerade Outdoor-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten. Beliebt sind Klettersteige in allen Schwierigkeitsstufen. Diese sind oft auch für ganze Familien zu begehen. Klettersteigsets erhält man in den örtlichen Sportgeschäften. Für die Sportkletterer gibt es die Berühmten „Drei Zinnen“. Diese Felsformation ist nicht nur das Wahrzeichen der Sextener Dolomiten, sondern gleichzeitig ein Klettermekka für Alpinisten. Für Mountainbiker gibt es eine Vielzahl an Downhill Strecken und Wanderrouten sind in Hülle und Fülle vorhanden. Diese sind meist durch Almhütten verbunden, die zu Speis und Trank einladen.

Für alle Sportarten empfiehlt es sich vor der Reise einen Blick in einen speziellen Buchführer zu werfen, um die Routen vorher im Hinterkopf zu haben. Die Möglichkeiten an Routen erscheinen schier endlos.

Das Ende unserer Reise

Südtiroler sind gesellige und gastfreundliche Menschen. Bei uns hat es keine zwei Tage gedauert und wir erhielten Einladungen von Bergbauern, Partypeople und Familien. Es wurde viel geredet und einige Freundschaften geschlossen.

Wehmütig sind wir ins Auto gestiegen, um unsere Rückfahrt anzutreten. Ein Glück hatten wir noch Mitfahrer aus Innsbruck. Diese lenkten uns davon ab, dass unser Urlaub eigentlich vorbei ist. Aber der Akzent der Alpen in deren Sprache begleitete uns noch bis nach Hause. Dieser Akzent vermittelte weiterhin einen Aktivurlaub in Südtirol.

Stefan E.

Sexten

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