All inclusive - läßt nichts vermissen!

- Ein Reisebericht -

Gnade! Pause! Erholung! Hat denn keiner Erbarmen! Doch dann war er endlich da, der langersehnte und herbeigebetete Urlaub! Am Anfang hatte ich gezögert, einen reinen 24-Stunden-Rundumservice-Urlaub in der Türkei zu buchen. Schließlich hatte ich keine kleinen Kinder mehr, die dieses ganze Entertainment brauchten. Als Alleinreisende hätte ich auch etwas Actiongeladeneres machen können. Doch mir war einfach dannach nichts, aber schon gleich gar nichts zu tun. Zur Unterhaltung für evtl. langweilige Abende hatte ich Lesestoff und meinen Laptop im Gepäck. Das Hotel in der Region Kemer

Kemer hatte ich mir nach den angebotenen Sportarten und der wohl schönen Landschaft ausgesucht. Das Internet läßt ja diesbezüglich keine Wünsche mehr offen. Google-Earth eröffnet Eindrücke, als wär man schon vor Ankunft da gewesen und Hotelbewertungsportale legen alles dar von den Namen der Kellner bis hin zur aktuellen Pooltemperatur.

Flug und Landung waren unspektakulär gewöhnlich. Die 2Stündige Fahrt zum Hotel in den komfortablen Ledersitzen eines Mercedes ML ! relativ kurzweilig, da der Fahrer mir, als seinem einzigen Passagier, bemüht um ein gutes Trinkgeld, die Landschaft erklärte. Den "Tipp" hatte er sich verdient.

Das Hotel......perfekt! Mein Zimmer lag zwar von Pool und Speisesaal am weitesten entfernt, doch mir als Joggerin war das egal. Wichtiger war mir die Ruhe, die damit unweigerlich verbunden war. Zwei Kingsize-Betten und ein riesiges Bad mit Wanne und Dusche warteten dort auf mich. Und dann die Überraschung beim Blick aus dem Fenster! Das Meer in voller Pracht! Und das ohne den üblichen Zuschlag.

Nach dem Kofferauspacken die erste Erkundungsrunde durchs Hotel und vor allem das Studium der Tafel mit den angebotenen Sportarten. Wahnsinn diese Auswahl! Tanzstunde, Fitness, Volleyball, Bogen- und Luftgewehrschießen, Darten und vieles mehr und vor allem..............Yoga, Qi Gong und TaiChi. Zu der angegebenen Uhrzeit fand ich mich an dem Eingang des Dojos ein. Nur eine junge Polin war außer mir an den asiatischen Sportarten interessiert. Ich erwartet im Geiste eine gelangweilte Animateurin, die uninteressiert die Übungen vorturnte. Doch was war das? Der Typ der da auf uns zu kam war doch nicht etwa der Meister? Ein freundlich dreinblickender Mittvierziger mit grauen, von einem schwarzen Stirnband zusammengehaltenen Haaren. Auf seinem T-Shirt prangte der Druck eines Tigers und um seine Waden schlackerte eine Pluderhose. Die Polin blickte genau so verduzt wie ich. Na dann, dachte ich mir. Schauen wir dem Tiger mal ins Maul! Mr. Tigerpranke war ein echter Glücksgriff, fand ich. Meist waren das polnische Mädchen, mit dem ich mich hervorragend auf Englisch verständigen konnte, und ich die einzigen Schüler. Der Meister empfand es als persönliche Beleidigung, wenn die Asanas nicht perfekt ausgeführt wurden oder nicht Totenstille während der Meditationsübungen herrschte. Er korrigierte, verdeutlichte, veranschaulichte. Ich lernte sehr viel, auch über die Philosophie dieser Sportarten. Drei Stunden täglich, an allen Tage. All inclusive! Und Paulina, das "PolnishGirl" war auch immer mit von der Partie. Wir freundeten uns an. Sie war Alleinreisende so wie ich. Das Buch und das Laptop brauchte ich nur selten. Von Langeweile keine Spur. Die Tage vergingen mit Meister Tiger, der meinen Internet-Recherchen nach, wohl eine echte Berühmtheit in der Szene ist, schwimmen, Saunagängen und essen. Herrlichem Essen. Mehrmals täglich Büffet mit allem was das Herz begeht. Ich war vor allem von dem frischen Obst und Gemüse begeistert, das man ständig und überall bekam. Jeden Abend gab es ein Themenbüffet, immer lecker und appetitlich angerichtet. Ein Genuss für Gaumen und Augen.

Ich muss zu meiner Schande gestehen, das ich nicht einmal in der ganzen Woche aus dem Hotel rausgekommen bin, obwohl Wetter und Umgebung zum Wandern einluden. Doch ich hatte hier alles was ich brauchte und vor allem hab ich das gefunden was ich am aller nötigsten hatte: grenzenlose Erholung. Teşekkür ederim!

Anonym

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