Angelurlaub im Ferienhaus in Norwegen

- Ein Reisebericht -

Mein Mann und ich sind leidenschaftliche Angler und verbringen viele Urlaube in Norwegen. Wir lieben die herbe Schönheit der Landschaft mit ihren Fjorden und dem kristallklaren Meer. Im vergangenen Jahr haben wir über einen Bochumer Veranstalter einen Urlaub in einem Ferienhaus in Nordnorwegen, in der Nähe von Naeroy, am Foldafjord, gebucht. Fährüberfahrt und Unterkunft waren im Preis enthalten, nur das Boot, die Autofahrt und die Verpflegung mussten wir selbst bezahlen.

Wir erhielten vom Veranstalter eine Wegbeschreibung, die allerdings sehr zu wünschen übrig ließ. Die dort beschriebenen Zeiten konnte niemand einhalten, denn aufgrund der Straßenverhältnisse, der Geschwindigkeitsbegrenzung und der vielen Baustellen in Norwegen konnten diese Zeiten niemals eingehalten werden. Unsere Ferienhaus Unterkunft befand sich ungefähr 300 km nördlich der Stadt Trondheim. Als wir etwa 100 km nördlich von Trondheim waren, rief ich unsere Vermieterin an, die sehr gut Deutsch sprach. Sie meinte, dass wir erst am nächsten Morgen unser Ziel erreichen könnten, denn wir müssten eine Inlandsfähre nutzen. Über die Fährverbindung mit der Inlandsfähre hatte uns der Veranstalter nicht informiert. Da mein Mann gerade an einer schweren Bandscheibenerkrankung litt, fuhr ich allein die gesamte Strecke. Auf der Fahrbahn begegneten uns im Dunkeln mehrere Elche. Plötzlich waren wir kurz vor dem Ziel. Nur die Fährverbindung trennte uns davon. Da wir erst bis zum nächsten Morgen auf die Fähre warten mussten, tranken mein Mann und ich eine mitgebrachte Flasche Sekt auf unsere Fahrt. Wir stellten uns den Wecker, um mit der ersten Fähre an unser Ziel zu kommen. Am Morgen rief ich schnell noch die Vermieterin an und informierte sie über die Ankunft. Am anderen Ufer angekommen, brauchten wir nicht mehr lange bis zum Ziel. Kurz vor dem Ziel erwartete uns unsere Vermieterin Anny mit ihrem Mann Bernt. Sie begrüßten uns sehr herzlich. Nun mussten wir erst einmal schlafen. Für den Abend verabredeten wir uns mit Bernt, denn er musste uns das Boot erklären.

Wir verbrachten viele schöne Tage in Norwegen. Nette Urlauber aus allen Teilen Deutschlands waren dort, die sehr hilfsbereit waren und uns halfen, da mein Mann nicht so richtig konnte, wie er wollte. Die Urlauber informierten uns über die besten Angelreviere. Martin und Alois aus Bayern luden uns ein, zu einem schönen Makrelenrevier mitzukommen. Mein Mann landete einen Dorsch, der mehr als ein Meter groß war. Wir beide fingen noch weitere Dorsche, die eine Größe von ca. 80 cm hatten. Als wir am Steg anlegten, stand bereits Bernhard am Steg und wollte die Dorsche bewundern. Unsere Fänge verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Jeden Tag fuhren wir angeln und landeten zum Teil sehr kuriose Fänge. Dorsche, Schellfische und Makrelen haben wir geangelt, es kamen Knurrhähne (schön stachelig) und andere Fänge hinzu. Ich hing fest mit meiner Angel und freute mich schon über einen Seeteufel, da ich darüber viele Fangberichte gelesen hatte. Dann hatte ich die Bescherung. "Gerhart, Gerhart, bieete, hiiielf miieer, mein Gerhart, mein liebster Schatz". Dies waren meine Worte an meinen lieben Mann, denn an meiner Angel hing tatsächlich ein sehr großer Seestern. Die Farbe sah recht blutig aus, als das Tier an meiner Angel baumelte, sah es wie ein Kuheuter aus. Ich ekelte mich, also bat ich meinen Mann, das Tier vom Haken zu entfernen. Er tat es mit einem kühlen Lächeln. Wenig später hatte auch er einen Seestern am Haken, etwas kleiner. Er entfernte ihn locker und lässig vom Haken und warf ihn ins Meer.

Unsere Fische konnten wir mit einer Art Kran vom Boot an Land ziehen. Oft halfen uns Martin oder Bernhard dabei. Mein Mann und ich filetierten die Fische, ich machte Portionen und fror sie in der Gefriertruhe, die uns in der Ferienwohnung zur Verfügung stand, ein.

Der Urlaub war viel zu kurz. Mit Anny und Bernt schlossen wir Freundschaft und pflegen jetzt guten Kontakt miteinander. Unseren Norwegen-Urlaub für dieses Jahr haben wir direkt bei Anny gebucht. Bald ist es soweit, dann sehen wir die beiden wieder. Wir danken an dieser Stelle nicht nur Anny und Bernt, sondern wollen unsere Grüße an Martin, Alois, Elke, Jochen, Bernhard, Gerhard, Hendrik und all die anderen ausrichten.

I. Richter

Trondheim

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