Auf den Spuren der Pilgerer

- Ein Reisebericht -

Der Weg ist das Ziel, dieses Motto ist bei den Pilgerern der Leitspruch. Einmal im Leben den Jakobsweg erleben, das ist das Ziel Millionen Menschen auf dieser Welt. Ich war im April 2008 mental und körperlich fit und bin meinen Camino gegangen und habe eine selbstorganisierte Reise auf den Spuren der Pilgerer unternommen. Die Anreise nach Spanien erfolgte von Berlin mit dem Bus nach Paris. Von dort ging es mit dem Schlafwagen sofort weiter und am Morgen war ich endlich an meinen Ausgangspunkt in Burgos.

Der Weg in eine andere Welt

Nach einer kurzen Rast in Burgos zog es mich sofort auf den Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Ich hatte jetzt drei Wochen Zeit meine Erfahrungen als Pilgerer zu erleben. Eines gleich zu Beginn, es war ein einmaliges und beeindruckendes Erlebnis. Jeden Tag ging es gegen 07.00 Uhr auf Wanderung und ich versuchte, gegen 16.00 Uhr in einer Herberge zu sein. Übernachtet hatte ich in Pilgerherbergen und diese gibt es an den Camino in großer Anzahl. Die Ausstattung dieser Herbergen ist einfach und der große Schlafsaal ist schon gewöhnungsbedürftig. Die Pilgergemeinde ist eine eingeschworene Gesellschaft und hier hilft jeden jedem, egal, aus welchem Land er kommt.

Für mich war es immer wichtig, meinen eigenen Rhythmus zu gehen und so hatte ich ohne körperliche Beschwerden die etwa 536 km gut überstanden. Aber es gab auch welche die wollten etwas beweisen und die Folge war Füße mit Blasen und Ermüdungen in den Beinen. Hier muss jeder selbst seinen Weg finden. Ich wählte für mich eine Wegstrecke von etwa 20 bis 23 km aus und bin damit gut über die Zeit gekommen.

Am dritten Tag ging es von Castrojeritz nach Boadilo del Camino über 20 km. Diese Strecke ist sehr bergig und hier musste der Teufelsberg bezwungen werden. Hier machte ich die Bekanntschaft mit Pilgerern aus Brasilien und Spanien. In der Gruppe waren Wanderer unterschiedlicher Altersgruppen. Die jungen Pilgerer etwa 30 Jahre alt liefen die Strecke in einer kurzen Zeit und waren immer als Erstes am Etappenziel. Dort hatten sie dann die Herberge aufgesucht und unsere Schlafplätze gesichert. Anschließend suchten sie ein Lokal für das Abendbrot aus. Die Faszination des Jakobsweges ist, jedes Lokal bietet ein Pilgermenü zu einem kleinen Preis an. Nach der Ankunft in der Herberge wurde geduscht und die Füße aber auch Beine versorgt. In einigen Herbergen gab es einen besonderen Service, eine kostenlose Massage. Das Abendbrot im Lokal wird immer in einer großen Gemeinschaft eingenommen. Der Tisch war immer reichlich gedeckt und der spanische Tischwein mundete prima.

Einmarsch in Santiago de Compostela

Die letzte Etappe hatten wir bewusst kurz gewählt und so ging es von Monte do Gozo in die Stadt Santiago de Compostela. Das waren die schönsten 5 km des Camino, denn jetzt stand fest, wir hatten es geschafft. Der Einzug der Pilgerer geschlossen in der Gruppe war ein tolles Erlebnis. Die Einheimischen fragten uns, woher wir kamen, und zollten uns ihre tiefe Anerkennung. Unser Ziel war die Kathedrale der Stadt, wo am Mittag ein Gottesdienst stattfand. Vorher sind wir in das Pilgerbüro gegangen und haben uns unsere Pilgerurkunde abgeholt. Jede Etappe wurde von der Herbergsleitung geprüft und in dem persönlichen Pilgerausweis vermerkt. Die Kathedrale platzte aus allen Nähten, denn im Monat April sind viele Pilgerer unterwegs. Mir wurde es dann ganz warm um mein Herz, als der Priester in deutscher Sprache meinen Namen aufrief und mich für die Bewältigung des Camino beglückwünschte. Im Anschluss besuchten wir eine Bar in der Innenstadt und es begann die Zeit zum Abschiednehmen. Vorher wurden noch zahlreiche Erinnerungsfotos geschossen. Ich wollte diesen eindrucksvollen Ort nicht so schnell verlassen und checkte im Hostal Mapoula in der Nähe der Plaza Galicia ein. Hier blieb ich drei Nächte und war sehr zufrieden. Im Anschluss ging es leider wieder nach Berlin zurück, aber mit einer Gewissheit, ich komme wieder.

Santiago de Compostela

anonym

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