Auf den Spuren schrecklicher Zeiten

- Ein Reisebericht -

Auschwitz

Meine Partnerin und ich waren immer sehr geschichtsinteressiert. So haben wir uns entschieden einen Urlaub in Polen zu organisieren, genauer gesagt in Auschwitz. Wir empfinden dieses Thema wie sehr viele Menschen als sehr bedrückend, aber wir wollten die Geschichte vor Ort hautnah sehen und nachfühlen.

Wir buchten einen Flug und flogen mitten in der Nacht von Dortmund aus nach Krakau. Dies war der nächstgelegene Flughafen. Dort angekommen machten wir uns mit einem Bus auf dem Weg nach Auschwitz. In Anbetracht der verschneiten Straßen war die Fahrt sehr rasant. Die Sicherheitsvorkehrungen waren bei Weitem nicht so hoch, wie man es in Deutschland gewohnt wäre.

Wir wohnten für die Tage im Zentrum für Gebet in Dialog, direkt in Auschwitz. Wir empfanden unsere Unterkunft als sehr ruhig und meditativ. Bestens geeignet, um sich auf das, was man in den nächsten Tagen sehen würde, vorzubereiten. Rückblickend hat es uns besonders an den Abenden geholfen, um über das Erlebte zu sprechen und es zu verarbeiten.

In den ersten Tagen besuchten wir das Stammlager in Auschwitz. Wir machten eine Führung mit und besichtigten das Museum, das sich in den Backsteingebäuden innerhalb des Lagers befindet. Alte Dokumente aber auch Anhäufungen von Schuhen und Haaren verstorbene Insassen wurden zur Schau gestellt. Schnell hatten wir das Gefühl emotional mittendrin zu stecken, aber wir ließen uns auf dieses spezielle Erlebnis ein.

Am letzten Tag in dem Stammlager zündeten wir Kerzen vor einer Mauer an, an der viele Menschen erschossen wurden. So zollten wir ihnen unseren Tribut auf ganz eigene Weise. Nach einer Schweigeminute ließen wir diesen Ort hinter uns und hoffen, dass es irgendwann auch der Rest der Menschheit schafft.

Im Anschluss besichtigten wir mehrere Tage das Lager Auschwitz Birkenau. Wir empfanden auch diesen Ort als sehr verstörend und zugleich spannend. Als Ausgleich und aus Interesse besichtigten wir den Ort Auschwitz an sich. Eine Führung durch die Innenstadt hat uns die anderen Seiten der Stadt eröffnet. Während in den Köpfen der meisten Menschen unter dem Namen "Auschwitz" nur die Konzentrationslager existieren, gibt es noch den normaler Ort hinter der Fassade des Schreckens. Kleine Lokale laden zum Essen ein und kleine Geschäfte zum Bummeln.

Insgesamt war unsere selbstorganisierte Reise nach Auschwitz eine besondere Erfahrung. Oft war sie traurig und hat uns mitgenommen, aber sicherlich sollte dieses Thema nicht einfach verdrängt werden, sondern immer noch aktuell behandelt werden. Eventuell werden wir noch einmal nach Auschwitz reisen und und mehr mit den Menschen vor Ort auseinandersetzen.

Anonym

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