Auf kultureller Landpartie im Wendland

- Ein Reisebericht -

Das so genannte Wendland ist eine Region in Deutschland, die jedes Jahr im November ins mediale Bewusstsein rückt, wenn wieder einmal, von großem Protest begleitet, ein Castor-Transport, also ein Transport mit hochradioaktivem Abfall ins Zwischenlager Gorleben geht. Um diesem doch sehr einseitigen Image etwas entgegen zu setzen und zu zeigen, dass die Region viel mehr zu bieten hat, als das Atommüll-Lager der Republik zu sein, wurde schon vor Jahren die "Kulturelle Landpartie" ins Leben gerufen.

Ziel war es, einen kulturellen Gegenentwurf zu schaffen - eine Vielzahl von einheimischen Künstlern und Kunsthandwerkern öffnen ihre Höfe und Werkstätten, laden weitere Aussteller ein, organisieren Konzerte, bieten Workshops an und verwöhnen die Besucher auch kulinarisch. Und laden dabei immer wieder ein, sich mit dem Thema der ungelösten Lagerung von gefährlichem Atommüll auseinander zu setzen. Und das Konzept ging auf; die Zahl sowohl der Aussteller als auch der Besucher wächst von Jahr zu Jahr.

Mit zwei Freundinnen nutzte ich die wunderschönen Tage zwischen Himmelfahrt und Pfingsten für einen kulturellen Kurzurlaub im Wendland. Einquartiert hatten wir uns in einer Ferienwohnung und unser Plan war, uns so umweltfreundlich wie möglich zu verhalten. So reisten wir mit der Bahn aus Hamburg an und hatten unsere Fahrräder dabei, um vor Ort mobil zu sein und in aller Ruhe die vielen kleinen Ausstellungsorte ansteuern zu können. Nach dem etwas hektischen Umstieg mit Gepäck und Fahrrädern in Lüneburg begann der Urlaub. Der von den Einheimischen ironisch-liebevoll "Wendlandblitz" genannte Bummelzug fährt in aller Gemütlichkeit durch die Landschaft und hält dabei an jeder Milchkanne. Wir waren nicht die Einzigen, die diese Art der Anreise zur kulturellen Landpartie nutzten, etliche weitere Fahrradreisende waren in Lüneburg mit uns eingestiegen und im Zug herrschte eine fröhliche Stimmung.

Ausgestattet mit unserem Exemplar des "Reisebegleiters", einem kompakten Büchlein, in dem alle Ausstellungsorte und Veranstaltungen aufgeführt sind und das auch Tourenvorschläge unterbreitet, planten wir schon in der Bahn die ideale Route, nur um nachher festzustellen, dass wir uns viel zu viel vorgenommen hatten. Zu schön waren die einzelnen "Wunderpunkte", wie die Ausstellungsorte bei der Kulturellen Landpartie heißen, zu viel gab es zu entdecken, und zu gut ließ es sich bei Kaffee und Kuchen oder einem kleinen Snack in lauschigen Gärten rund um die wunderschönen Fachwerkhöfe verweilen!

Unsere Radtour führte uns durch die vielen kleinen Dörfer mit den slawisch klingenden Namen und wir waren froh, uns für diese Art der Fortbewegung entschieden zu haben, waren wir doch so viel flexibler als die vielen anderen Besucher mit ihren Autos.

Unser kultureller Kurzurlaub verging viel zu schnell und am Ende stand für uns alle fest: im nächsten Jahr gehen wir wieder auf Entdeckungsreise im Wendland!

Gorleben

Anonym

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