Barcelona und die Costa del Maresme

- Ein Reisebericht -

Wohl jeder kennt die Costa Brava mit der Touristenhochburg Lloret de Mar. Etwas weniger bekannt ist der angrenzende Küstenstreifen Costa del Maresme mit den Ferienorten Calella, Santa Susanna und Malgrat de Mar. In der Nachsaison haben dort schon einige Hotels geschlossen. Doch die Häuser, die noch geöffnet sind, locken Urlauber mit absoluten Schnäppchenpreisen. Wer nicht auf eigene Faust anreisen möchte, findet bei verschiedenen Reiseveranstaltern preiswerte Pauschalarrangements für Oktober.

Wir logierten im Vier-Sterne-Hotel mit Vollpension für weniger als 400 Euro, die Pauschalreise war damit ein Schnäppchen. Die Hin- und Rückreise von/nach Süddeutschland war ebenso inklusive wie ein gut geschnürtes Ausflugspaket. Dabei blieb genügend Zeit für eigene Unternehmungen. Der Bahnhof von Santa Susanna lag unserem Hotel gegenüber. Doch nicht nur deshalb bot es sich an, einige Ausflüge mit dem Zug zu unternehmen. Die Fahrten mit den Regionalzügen der Linien "Rodalies de Catalunya" sind sehr preisgünstig. Für die einfache Strecke nach Calella, Pineda oder Sant Pol de Mar zahlt man gerade mal 1,45 Euro. Die Hin- und Rückfahrt von Santa Susanna nach Barcelona kostet pro Person schlappe 9,80 Euro.

Auf den Spuren von Antoni Gaudi durch Barcelona

Die Fahrt von Santa Susanna nach Barcelona dauert etwa 70 bis 80 Minuten, je nachdem welcher Bahnhof der katalanischen Hauptstadt das Ziel ist. Wer wie wir über die Promenade der berühmten Ramblas schlendern möchte, steigt am besten an der „Plaça de Catalunya“ aus. Hat man genug vom Bummeln über den wohl größten Flohmarkt Europas, bietet sich ein Spaziergang auf dem Prachtboulevard „Passeig de Gràcia“ durch den Stadtteil Eixample an. Verlaufen kann man sich kaum, da dieser Bezirk am Reißbrett entworfen wurde. Dementsprechend übersichtlich sind die Straßen angeordnet.

Wir wollten hier vor allem die Meisterwerke des Modernisme bewundern. Zu den wichtigsten Vertretern dieser katalanischen Variante des Jugendstils zählen Lluís Domènech i Montaner, Josep Puig i Cadafalch und natürlich Antoni Gaudí. Neben seiner „Sagrada Familia“ gilt die „Casa Milà“ als berühmtestes Bauwerk aus dieser Epoche. Das Gebäude an der Ecke „Passeig de Gràcia/Carrer Provença“ wird von den Katalanen liebevoll-spöttisch als Steinbruch „La Pedrera“ bezeichnet. Statt rechter Winkel gibt es hier Wellenlinien sowie eine phantastische Dachlandschaft mit Fabelwesen und bunten Schornsteinen. Ebenso liebenswert-skurril muten Gaudís „Casa Batlló“ und die „Casa Amatller“ von Puig i Cadafalch an. Beide Häuser befinden sich zwischen den Querstraßen „Carrer del Consell de Cent“ und „Carrer d’Aragó“. Schräg gegenüber ist die von Domènech i Montaner gestaltete „Fundació Tàpies“ mit der Metallskulptur kaum zu übersehen.

Wer diese Perlen der Jugendstilarchitektur in Ruhe bewundern möchte, sollte für den Hin- und Rückweg von der „Plaça de Catalunya“ 70 bis 90 Minuten rechnen. Besser ist es, man plant einen halben Tag ein. Dann bleibt auch Zeit für die Pause in einem der kleinen Cafés, für den Spaziergang zum märchenhaften Garten „Park Güell“ in der „Carrer d’Olot“ oder für Gaudís unvollendetes Meisterwerk. Die imposante Basilika an der „Plaça Sagrada Familia“ muss man wenigstens von außen gesehen haben. Wer sie besichtigen möchte, braucht eine Engelsgeduld. Die Schlange vor dem Eingang an der Ecke zur „Carrer de Mallorca“ ist noch länger als die vor der „Casa Milà“.

Badefreuden bei Sant Pol de Mar und ein Spaziergang durch Malgrat

Barcelona ist eine Weltstadt und dementsprechend erschöpft waren wir nach einem Tag in der katalanischen Kulturmetropole. Die sommerlich warmen Temperaturen Mitte Oktober verhießen Badefreuden, die leider von starken Wellen getrübt wurden. So gönnten wir uns einen langen Strandspaziergang von Santa Susanna über Pineda de Mar bis Calella. Dort nahmen wir wieder einmal die Regionalbahn Richtung Barcelona. Doch diesmal stiegen wir bereits an der nächsten Station aus. Wir wollten die idyllische Badebucht finden, die wir am Vortag vom Zug aus entdeckt hatten. Vom Bahnhof in Sant Pol gingen wir Richtung Calella zur Hauptverkehrsstraße, die einen abgezäunten Seitenstreifen für Fußgänger hat. Etwas schwindelfrei sollte man jedoch sein, wenn man beim Laufen die schöne Aussicht genießen möchte. Nach zwanzig Minuten Fußweg und dem Abstieg über eine Steintreppe waren wir am Ziel. Außer uns gönnten sich eine Handvoll Touristen das Bad im Meer und etwa doppelt so viele Kormorane die Rast auf dem vorgelagerten Felsen. Eine der kleinen Buchten liegt so windgeschützt, dass auch Kinder dort planschen können.

Am letzten Tag unserer Reise blieben noch einige Stunden Zeit vor Abfahrt des Busses. Diesmal fuhren wir von Santa Susanna eine Station mit der Bahn in den Nachbarort Malgrat de Mar. Wer einen Spaziergang abseits der Strandpromenade unternimmt, entdeckt einen malerischen Ortskern mit kleinen Läden und hübschen Gärten. In manchen Gassen scheint die Zeit still zu stehen. Die Fahrt mit dem Aufzug hinauf zum Schlosspark an der „Plaça de Josep Anselm Clave" erspart einem das Treppensteigen. Der Ausblick vom „El Parc del Castell“ über die Costa del Maresme ist atemberaubend schön.

Ursula Wyputta

Barcelona

Sant Pol de Mar

Malgrat de Mar

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