Campen in Kamerun

- Ein Reisebericht -

Auf gehts. Erste Abfahrt A9 Richtung Berlin. Was mache ich hier eigentlich? Das letzte Mal als ich zum Campen war, da war ich 12. Ob mich das Campen wohl imme rnoch so vom Hocker reißen wird wie damals?

Es war eine wirklich langwierige Autofahrt, mit einer halben Stunde Stau. Es war warm, dann wieder kalt, dann kamen wir in einen Regenschauer. Mein Körper war an diesem Tag so ziemlich allen Launen der Natur ausgesetzt. So genau habe ich den Weg auch ga rnicht mitbekommen, da ich so in meinen Gedanken verwickelt war und über Gott und die Welt nachgedacht habe. Wir hielten unterwegs an ein paar Raststätten, das weiß ich.

Wir..das waren mein Vater, seine Freundin , ihr kleiner Sohn und ich. Und natürlich ist so eine lange Autofahrt für so einen kleinen Menschen wahnsinnig aufregend. Gut, "der Kleine" ist schon 9. Trotzdem ist es anders, wenn man mit einem Kind in den Urlaub fährt, man selber aber keins mehr ist. Erst jetzt wird einem bewusst, wie man die Erwachsenen wohl damals genervt haben muss. Jede halbe Stunde : "Sind wir gleich da?". Und jedes Mal dieselbe Antwort : "Nein, es dauert noch ein Weilchen."

Dann waren wir endlich da. Anfangs war alles einfach nur fremd dort für mich. Unser Gastgeber nahm uns, als wir auf den Parkplatz auffuhren, auch gleich in Empfang. Und dann sah ich sie; die Luxuskarossen unter den Wohnwagen.Riesig groß, modern ausgestattet und es roch frisch und kein bisschen modrig. Das war mein erster Gedanke, als ich hörte, dass wir Urlaub in einem Wohnwagen machen.

Diesen Geruch wird man nicht los.Der bleibt einem ewig in Erinnerung. Damals als Kind hat mich das alles nicht gestört. Da achtet man auf sowas nicht. Als Kind achtet man auch nicht darauf, ob sich irgendwo in Nähe des Bettes eine Spinne befindet. Als junge Erwachsene erscheint es einem dafür um so wichtiger. Man möchte es sauber, gut duftend und insektenfrei an seinem Schlafplatz haben.

Da ich nun diese toll ausgestatteten Wohnwagen gesehen habe, dachte ich natürlich, dass das ein leichtes Spiel für mich wird, wenn wir einen solchen Wohnwagen erhalten. Falsch gedacht, wie sich später herausstellte.

Als mein Vater und unser Gastgeber sich unterhielten, schaute ich mich währenddessen ein wenig auf dem Campingplatz um. Der Name "Kamerun" gefiel mir schon als Erstes sehr gut. Der Name machte mich dann natürlich sehr neugierig. Es muss ja einen Grund haben, einen Campingplatz Kamerun zu nennen. Und am Abend bekam ich dann die Gründe dafür geliefert. Der Campingplatz an sich sah normal aus, im wäldlichen Gebiet mit viel Nadelbäumen. Typische Gegend eben für einen Campingplatz. Doch der Empfangssaal, an dem ein Restaurant und eine Bar angrenzte, war ausgerichtet nach afrikanischem Stil. Und es war atemberaubend. Es sah wirklich großartig aus und ich bekam gleich mehr Lust auf afrikanische Kultur.

Als wir nach hinter fuhren zu dem Platz, wo unser Wohnwagen stand, wurden wir gleich freundlich begrüßt von den zahlreichen anderen Campern um uns herum.

Nachdem uns unser Wohnwagen durch den Gastgeber gezeigt wurde, packten wir unsere Sachen aus und schauten uns alles genau an. Wenn man reinkam, stand man wie in einem Vorzelt, das vor dem Wohnwagen errichtet war. Dort war dann unsere Küche/unser Essbereich. Wir hatten einen Kühlschrank,

2 Herdplatten, eine Spüle, einen Fernseher, einen Esstisch und 4 Stühle. Wenn man in den Wohnwagen reinging, waren dort 2 große Betten. In einem Bett war reichlich Platz für 2 Personen. Wir verstauten unsere Sachen und machten uns auch anschließend schon wieder auf Tour. Denn es war Stadtfest im Warener Hafen. Dort machten wir uns dann noch einen schönen Tag und fuhren am Abend wieder zurück zu unserem Campingplatz.

Später gingen wir in das Restaurant/in die Bar des Campingplatzes, sahen uns das Frauenfußballspiel Deutschland gegen Japan an und lernten gleich noch ein paar andere Camper dort kennen. Es war eine sehr familiäre Stimmung dort. Wir schauten Fußball, tranken Bier, redeten viel und waren einfach nur glücklich, nun endlich in unserem verdienten Urlaub zu sein. Nach der Niederlage der Frauenmannschaft waren wir zwar alle ein bisschen gedrückt, aber wir ließen uns dadurch nicht unseren Urlaub kaputt machen. Und so gingen wir nach dem Fußballspiel zum Wohnwagen und schliefen das erste Mal in unseren neuen Betten.

Die erste Nacht war wirklich anstrengend.Während die anderen seelenruhig schliefen, konnte ich kein Auge zu tun. Ich rollte mich von der einen zur anderen Seite und das wohl mindestens 1500 Mal. Nach gefühlten 10 Stunden unruhigem Wachiegen fand schließlich auch ich meinen wohlverdienten Schlaf. Natürlich waren meine Augenringe am nächsten Morgen auch dementsprechend groß. Komischerweise war ich schon ab um 9 wach, was für meine Verhältnisse wirklich zeitig war. Mein Stiefbruder lag auch schon wach neben mir. Ich sagte ihm sodann, dass er mitkommen soll um auf Toilette zu gehen und anschließend gehen wir vor zur Rezeption um Brötchen zu holen. Uns so trotteten wir los.

Als wir wieder ankamen, waren sodann auch mein Vater und die Mutter von meinem Stiefbruder wach. Wir frühstückten alle zusammen, machten anschließend den Abwasch, guckten noch ein wenig Fern und fuhren anschließend ins Zentrum von Waren um Einkaufen zu gehen. Wurst, Käse und Butter hatten wir von zu Hause mitgebracht. Also kauften wir Obst, Gemüse, Süßigkeiten und andere Sachen, die wir für unser Mittag oder Abendbrot brauchten.

Nachdem wir vom Einkaufen wieder auf unserem Campingplatz ankamen und das Wetter immer noch so schön war, gingen wir gleich runter zur Müritz. Der Campingplatz lag nämlich direkt an diesem See und er lag vielleicht 5 Minuten Fußweg von unserem Wohnwagen entfernt. Dort konnte man schwimmen, angeln, mit einem Boot fahren oder sich einfach nur auf der Wiese sonnen. Und das taten wir auch. Wir holten uns an dem Imbiss, der sich unten am See befand, einen kleinen Snack zum Mittag und legten uns sodann in die Sonne. Ich nahm mir mein Buch mit runter - 'Die Chirurgin' von Tess Gerritsen- und ließ es mir einfach gut gehen.

Am frühen Abend gingen wir zurück zum Wohnwagen und machten uns einen entspannten und gemütlichen Abend.

Am nächsten Tag ging es frühs wieder mit Brötchen holen los. Wir aßen in aller Ruhe, machten den Abwasch und fuhren anschließend wieder nach Waren in die Stadt. Diesmal gingen wir ins Müritzeum, welches das größte Süßwasseraquarium Deutschlands mit einheimischen Fischen ist. So toll fand ich es dort nicht. Mich faszinieren eher diese tollen, bunten Salzwasserfische. Aber gut..es war trotzdem schön mit anzusehen und sehr lehrreich.

Den Rest des Tages ließen wir ruhig angehen. Wir legten uns für 2 Stunden an die Müritz und am Abend machten wir einen Spieleabend und spielten Stadt, Land, Fluss und weitere Gesellschaftsspiele.

Am nächsten Tag war auch schon wieder der Tag der Abreise gekommen. Wir packten unsere Sachen, machten nochmal alles sauber, übergaben unserem Gastgeber den Schlüssel für den Wohnwagen und fuhren anschließend zurück.

In allem habe ich bei diesem Urlaub viel dazu gelernt, da ich gemerkt habe, dass es eben nicht immer Spanien, Mallorca und ein 4 Sterne Hotel sein muss. Obwohl ich am Anfang wirklich misstrauisch an die ganze Sache gegangen bin, war ich froh, diesen Urlaub gemacht zu haben. Ich hatte keine Einwendungen während des Urlaubs, weil ich mich wirklich sehr wohl gefühlt habe.

Für seinen verdienten Urlaub muss man nicht unbedingt immer wegfliegen. In Deutschland Urlaub zu machen ist ebenso ein reiner Genuss, wie es ein Urlaub in Spanien wäre.

Piccadilly

Waren

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