Caorle/Italien

- Ein Reisebericht -

Naja, unseren Start in den Urlaub haben wir nicht gerade glücklich gewählt. Ausgerechnet am Pfingstsamstag ging es von Innsbruck voll bepackt mit einem ganzen Schwung sonnenhungriger anderer Urlauber los Richtung Süden. Eine Woche Badeurlaub in Caorle! Mit dabei erstmals unser 6 Monate alter Sohn Johannes. Wir waren umso mehr gespannt und voller Vorfreude auf unseren ersten gemeinsamen Familienurlaub.

Seit den frühen Morgenstunden wurden ständig sämtliche Staus im Radio gemeldet. Als Insider wussten wir allerdings bis Sterzing so einige Schleichwege, wodurch wir doch noch relativ rechtzeitig am frühen Abend unser Ziel, das Touringhotel, erreichten. Entschieden haben wir uns für ein familiengeführtes 3 Sterne Hotel, direkt am Strand mit großem Pool und bereits im Preis inkludierte Liegen mit Sonnenschirm am Strand und mit Frühstücksbuffet. Vom Hotel hatten wir gleich einen guten Eindruck, unser Zimmer war geräumig mit einem Zusatzbett, Klimaanlage, Balkon mit seitlichem Meerblick und einem sauberen neu renovierten Badezimmer. Das Personal war sehr freundlich und hilfsbereit. Am nächsten Morgen, gleich nach dem Frühstück haben wir das urige Städtchen Caorle besucht. Nur 15 Gehminuten an der Strandpromenade entlang, vorbei an ziemlich lauten Strandbars erreichten wir den äußersten Punkt, eine schlichte, alte Kirche mit direktem Zugang zu einem leider versperrten alten Leuchtturm. Nach kurzem Innehalten und nach einer angezündeten Kerze schlenderten wir durch die teilweise sehr engen Gassen der Altstadt, vorbei an der Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert mit einem zylindrischen Glockenturm. Die bunten, gepflegten Fassaden laden zum Verweilen ein. Das Angebot reicht von kleinen italienischen Bars über viele typisch italienische Pizzerien mit vielen schön gedeckten Tischen im Freien. Auch die geschmackvoll dekorierten Fischlokale haben uns gefallen, eines davon haben wir einen Abend ausprobiert und es war o.k. Angetan hat es uns aber ein schmuckes, kleines Restaurant in der Nähe unseres Hotels namens Venezia. Eine einfache Speisekarte, auch für uns verständlich und auch nicht zu teuer. Die Bedienung war sehr freundlich und die Portionen reichlich. Wir entschieden uns meistens für eine Spaghetti Variante oder für eine der vielen ausgezeichneten Pizzen. Trotz Kinderwagen fühlte man sich nicht gleich eingeengt. Ab 20 Uhr wird die Hauptstraße zur Fußgängerzone. Wer Urlaub bereits in den benachbarten Orten Jesolo, Lignano oder Bibione gemacht hat weiß, wie sich die Menschenmassen auf der Straße vorbei an den vielen Geschäften durchschlängeln. In Caorle fällt diese Fußgängerzone jedoch eher klein aus, was aber kein Nachteil ist. Die Geschäfte wiederholen sich sowieso, viele Vietnamesen haben sich mittlerweile Geschäftslokale angeeignet. Leider verändert dies den bekannten und beliebten Charme Italiens, wo handeln an der Tagesordnung ist und einfach dazugehört. Am Vormittag genossen wir das angenehm warme Meer, um diese Zeit auch noch sehr sauber. Besonders positiv aufgefallen ist uns, dass die vielen, dicht gestellten Liegestühle absolut nicht alle besetzt waren. Die vielen Staugenossen müssen wohl andere Strände belagert haben... Johannes war vom Meer angetan und es war entzückend zuzusehen wie seine kleinen Füßchen und Händchen das Salzwasser erforschten und auch den feinen Sand durchgruben. Mittags mieden wir die Hitze am Meer, nur noch mit sehr schnellem Laufen über den heißen Sand holte man sich keine Brandblasen und so genossen wir die Ruhe und auch den kühleren Nachmittag am Pool. Die vielen Familien mit kleinen Kindern verzogen sich mittags meist in ihre Zimmer oder Restaurants und so hatten wir den Pool eine Weile für uns allein. An einem Tag überquerten wir mit einer Fähre einen Meerzufluss zur westlichen Seite von Caorle namens Porto Santa Margeritha. Die Fahrtkosten betragen EUR 2,50 pro Person hin- und retour, sie fährt zu jeder halben Stunde und die Fahrzeit beträgt gerade mal 3 Minuten. Von dieser Seite waren wir aber gar nicht begeistert, die Hotels sind im alten Stil, hässliche graue Betonbunker und wenn sie auch in den Katalogen mit Pools und 4 Sternen locken waren wir froh, dass wir uns für den Strand Spiaggia di Ponente entschieden haben. Uns kam es vor, als hätte man diesen Teil von Caorle vergessen. Hinterm Strand befindet sich ein schmales Kiefernwaldband, welcher weder gepflegt noch nett hergerichtet wurde. So sind wir ansonsten immer in dieselbe Richtung gelatscht und nach fünf Tagen kannten wir jede Ecke und jedes Gässchen von Caorle.

Kurz und gut, uns gefällt Caorle zu den anderen ähnlichen und uns bereits bekannten Destinationen wie Jesolo oder Lignano besser, weil eben die Altstadt am Meer liegt und so auch Abwechslung bringt. Wir kamen jedoch zu dem Schluss, dass eine ganze Woche für uns zu lang ist, da wir nicht die typischen Bade- und Strandurlauber sind. Wir brauchen Abwechslung und auch eine etwas kühlere Umgebung, um aktiv zu sein. Vier bis fünf Nächte Hotelurlaub würden reichen. Also haben wir uns entschlossen, einen Tag früher die Heimreise anzutreten. Zurück fuhren wir über das Val Suganatal, vorbei in Bassano de Grappa. In Trient ging es wieder auf die Autobahn, es war schon früher Abend und deshalb sehr angenehm, kein Verkehr, keine Staus. Müde von der Fahrt aber ansonsten angenehm erholt haben wir unsere Heimat wieder erreicht.

Innsbruck

Anonym