Dänisches Tagebuch

- Ein Reisebericht -

Dänemark, Løkken, 25.6.11

Nach einer ebenso nächtlichen wie problemlosen Autobahnfahrt – Johanna und ihr Freund Christian hätten uns bis ans Ende der Welt gefahren – kamen wir dennoch vormittags um kurz nach 10 Uhr in Løkken an, gingen bei schneidend kaltem Wind am Strand des Ozeans spazieren und konnten gleich einen Vater mit seinem kleinen Sohn betrachten, der bei dieser doch etwas kühlen Witterung seinen Sohn abzuhärten gedachte: der Kleine stiefelte mit seinen kurzen Beinchen tapfer durchs ufernahe Wasser und fing erst dann an – berechtigt – zu brüllen, als er ausrutschte und sich auf den Hosenboden setzte, worauf ihn der Vater schließlich hochnahm. "Der wird abgehärtet", sagte meine Lebensgefährtin Marta mit bedauerndem Unterton.

Danach hatten wir unter uns einige Kommunikationsschwierigkeiten – was dazu führte, dass wir zu viert schließlich eine Flasche Mineralwasser einkauften.

Doch unser Aufenthalt in Dänemark stand unter einem guten Stern – wir hatten schließlich und endlich genug zu Essen und zu Trinken und konnten die Ankunft der Restfamilie Trach in Ruhe erwarten ...

26.6.2011, So

"Früh" um 10 Uhr traf unsere liebenswerte Restfamilie ein – Martas Tochter Anja mit Ehemann Joachim und der 15jährigen Tochter Victoria. Der Rest des Tages verlief unter wechselvollen (aber dennoch außerordentlich heimischen) Bedingungen. Schwiegersohn Joachim wechselte Geld, weil die Dänen – zu ihrem Glück – den Euro schlicht ablehnten. Wir aßen, tranken, gingen getrennt und gemeinsam spazieren, fuhren z.T. Rad, duschten – was so sieben verschiedene, muntere Personen eben so machen. Am Abend wurde unter Ausschluss von Joachim, Christian (dem Freund Johannas), Victoria (die müde war und schlief) und mir Rommée gespielt; später bis gegen 23.30 Uhr noch ferngesehen. Danach herrschte der Schlaf.

27.6.11, Mo

An diesem Tag ruhten wir uns aus. Und das gründlich ... Abends verdonnerten wir den Rest der Famile dazu, mit uns "Boston Legal" zu gucken.

28.6.11, Di

Zu siebt traten wir heute einen Spaziergang durch das mit Touristen wohlgefüllte Løkken an. Zum Kauf von zehn Ansichtskarten schwang ich mich auf, um jedermann von Bedeutung über unsere dänische Exkursion zu informieren. Christian, der Freund Johannas erfreute mich dadurch, dass er mich ins Internet brachte, so dass ich meine Mails checken konnte. Der Rest des Tages war ausgefüllt mit Verrichtungen, die uns ordentlich müde machten ...

29.6.11, Mi

Der Tag begann heiß, und ich verursachte mir nahezu unmerklich einen veritablen Sonnenbrand (Marta übrigens auch), aber das sollten wir erst später so richtig merken. Nachmittags stellte sich die Idee ein, einen Spaziergang am Strand zu unternehmen, d.h.: Joachim und Christian, die zwei muskelgestählten Sportskanonen der Familie wollten zusammen joggen. Das ginge aber auch am Strand, meinten sie, und so fuhren wir runter – direkt bis zum Strand. Kein Witz! Anders als in Deutschland, wo eine seit Menschengedenken vorhandene Vorschriftengläubigkeit es den Behörden ungemein erleichtert, absolut sinnfreie Verbote zu erlassen, kümmert sich in Dänemark kein Mensch darum, wer, womit, zu welchem Zweck und wie lange an den Strand fährt. Ausnutzen bis zum Gehtnichtmehr, das machen die Dänen ohnehin nicht. Der Strand war warm, das Wasser war kalt, und Marta und Anja, zwei von uns drei Strandspaziergängern, zogen es vor im kalten Wasser herumzuwaten, während ich (als Mittel- und nicht Nordeuropäer) meine Sandalen anbehielt und den heranbrandenden Wogen so weit wie möglich auswich. Das Meer war faszinierend, jedes Mal auf eine ganz andere Weise: die Wogen kamen sacht heran, schillerten im Licht der Sonne meerflaschengrün und brachen sich schließlich sanft am Ufer. Obwohl in mehreren Ländern Europas die Ferien bereits begonnen hatten, waren wenig Touristen am Strand. Der Süden lockt offenbar die Masse noch immer weitaus mehr. Aber ich denke, die Dänen, sind auch mit uns ganz zufrieden ...

Wir sammelten ein paar Pfund Muscheln – Marta hatte die Idee, später, zu Hause eine Kette daraus zu machen.

Irgendwann an diesem Tag hatten Anja und Joachim einen dänischen Frischfisch besorgt (mit Kopf und Schwanz), den Anja mit ihrer bewährten Kochkunst für uns zubereitete (die Kunst dabei: jedem seine Leibspeise zu kochen und trotzdem alle zufriedenzustellen ...).

Vorher düsten Joachim und ich noch nach Brugsen, um im dortigen Supermarkt (Superbrugsen) noch Gemüse (wir brachten natürlich prompt das Falsche) zu besorgen ... Dann wurde aber gegessen, und wir waren nachher richtig satt ...

30.6.11, Do

Es regnete in der Nacht, es regnete auch am Morgen, als wir allmählich, einer nach dem anderen erwachten. Nach und nach wurde dann ein Beschluss gefasst, dass der heutige Tag dem "Steineklopfen" bei Steinmetz- und Bildhauermeister Klaus Unger (unserem Vermieter) zu verbringen sei.

Für Liisa, unsere gemeinsame Freundin, wurde an diesem Tag in Neu Isenburg eine Trauerfeier abgehalten. Marta und ich waren sehr traurig. Ich arbeitete an meinem dänischen Tagebuch und beendete eine weitere "Familiäre Notiz".

1.7.11, Fr

Heute unternahmen wir eine Fahrt nach Skagen, dem nördlichsten Ort Dänemarks und besuchten dort eine ausnehmend wohlgestaltete Fußgängerzone für eine ausgedehnte Shoppingtour.

Anschließend besuchten wir noch Frederickshavn, wo wir das gleiche sahen und unternahmen. Marta und ich erwarben dortselbst für unsere Lieblingslyrikautorin Annemarie Wagner, ein Prunkbild und ein Familienfoto vom dänischen Kronprinzen Frederick und seiner Mary ...

2.7.11, Sa

Am Vormittag fuhren wir shoppen, diesmal für das leibliche Wohl.

Den Rest des Tages ruhten Marta und ich uns von dieser anstrengenden Tätigkeit aus. Ich führte wiederum mein Tagebuch und Marta und der Rest der Familie ließ beim Steineklopfen ihrer künstlerischen Ader freien Lauf.

3.7.11, So

Nach ausgedehntem Schlaf ging jeder seinen privaten Interessen nach. Nachmittags machten wir Einkäufe in Lokken, Marta und ich aßen jeder ein Eis. Sonst: Business as usual.

4.7.11, Mo

Tag mit gemeinsamer Arbeit an den Steinen, die wieder eifrig beklopft wurden zugebracht. Ich schrieb unser dänisches Tagebuch weiter und verfasste zugleich einen gereimten Gästebucheintrag für unseren Gastgeber Klaus Unger – was Marta später zu großem Lob veranlasste. Später am Abend sahen Marta und ich die Tagesschau ("Nichts Neues unter der Sonne!") und "Boston Legal", unsere Lieblingsserie.

5.7.11, Di

Vormittags – nichts Besonderes los gewesen. Nachmittags an Dänemarktagebuch gearbeitet und einen Strandspaziergang unternommen. Abends guckten wir Boston Legal.

6.7.11, Mi

Krankheitstag eingelegt. Ich hatte mich an Anjas leckerem Fisch (frisch und paniert) schlicht überfressen und nachts ausgiebig erbrochen, auch am nächsten Tag noch. Während die jungen Leute sich an diesem Tag beim Einkaufen in Aalborg ergötzten, pflegten Marta und ich der Ruhe ...

7.7.11, Do

Am Nachmittag tobten sich die Sportler der Familie aus: Joggen, Kajak fahren im Meer, Drachenfliegen (bei den herrschenden Windverhältnissen eine sehr schöne Sache!) und Schwimmen (brrrr!!)

8.7.11, Fr

Weils's so schön war: nochmals direkt an den Strand gefahren. Außerdem besichtigten wir an diesem Tag eine Bonbonfabrik in Løkken und aßen das unvergleichliche dänische Eis bis zum Abwinken ...

9.7.2011, Sa

Christian, unser junger Fahrer brachte uns i(und Johanna) in einer wahren Parforcetour sicher und bequem nach Hause. Die Knochen taten uns aber doch etwas weh ... Fazit: auch Nordlandfahrer werden älter ...

Dieter Mank

Løkken

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