Aktuelle Reisehinweise - Deutschland: Verbot touristischer Übernachtungen bis 20. Dezember 2020

Die Herausforderung

- Ein Reisebericht -

Nur für die wenigsten erholsam

Im Dezember 2008 überkam mich meine Abenteuerlust und glücklicherweise hatte ich sowieso noch zwei Wochen Resturlaub, sodass ich meine verrückten Vorstellungen umsetzen konnte. Ich hatte vor, viele Teile Europas zu sehen, ohne mich teuer in irgendwelchen Hotels einzuquartieren. Im Notfall musste ich das natürlich doch nutzen, aber zu Beginn war ich noch felsenfest von meiner Idee überzeugt. Mein Plan war einfach, geh zum Flughafen mit deinen Sachen im Rucksack und steige ins nächste Flugzeug ein, dass irgendwo in Europa landen wird.

Die Reise beginnt

Als ich im Flugzeug in Richtung Madrid saß, war mir das erste Mal ein wenig mulmig. Schließlich hatte ich nur wenig Geld dabei und wollte es schaffen, wieder zurück nach Hause zu kommen. In Madrid angekommen, hielt ich mich zunächst den ganzen Tag in dieser wunderbaren Stadt auf. Besonders fasziniert war ich von der Stierkampfarena und dem Plaza Mayor. Doch ich wollte meinen Urlaub nicht in Madrid verbringen, sondern weiter Richtung Frankreich. Daher stellte ich mich an die nächste Autobahnauffahrt und schrieb auf mein Pappschild "al France".

Nächstes Ziel Andorra

Nach zwei Stunden in der Eiseskälte hatte ein Kraftfahrer Erbarmen und nahm mich mit. Er erzählte mir in gebrochenem Englisch, dass er nach Andorra fahre und dort irgendwas abholen müsse. Die Sonne ging schnell unter und ich wurde langsam müde. Doch erst als wir in Andorra ankamen, suchte ich mir eine Jugendherberge und schlief bis zum Nachmittag. Was konnte ich in einem Land mit ca. 85000 Einwohnern alles erwarten? Von meinen Zimmergenossen wurde mir das Tabakmuseum empfohlen.

Immerhin warm

Im Museum angekommen, genoß ich die Wärme und war einmal mehr froh nicht draußen an der Straße entlang laufen zu müssen. Irgendwie hatte ich mir meine Reise doch komfortabler vorgestellt. Doch jetzt hieß es, nicht aufgeben und das tat ich auch nicht. Am Abend nahm ich den nächsten Zug nach Montpellier, um einerseits Zeit zu sparen und andererseits auch wieder schlafen zu können. Der folgende Tag war recht mild und daher konnte ich am Strand entlang laufen, ohne dass ich sofort durchgefroren wäre.

Das rasche Ende meiner Reise

Bei Mittagessen in Montpellier wurde mir leider mein Rucksack geklaut und so hatte ich gar keine Lust mehr, mich weiter in mein Abenteuer zu stürzen. Daher fuhr ich mit dem nächsten Zug nach Rom, um von dort aus den nächsten Flieger nach Hause zu nehmen. Beim nächsten Mal werde ich hoffentlich nicht allein sein und besser auf meine Sachen achten.

Madrid

Anonym