Die Rettung eines Aals auf einer Kanufahrt

- Ein Reisebericht -

Das Frühjahr 2011 war vom Wetter her das Schönste, das ich je erlebt habe. Strahlender Sonnenschein pur , mit traumhaften Temperaturen, die einen zu tollen Unternehmungen einluden.

An einem dieser herrlichen Tage entschied ich mit zwei meiner Freundin einen Ausflug in die nähere Umgebung unseres Wohnortes KasselTrendelburg. Dort gibt es die Möglichkeit sich ein Kanu zu leihen und eine Tour auf der Diemel zu erleben. Die Diemel ist ein kleiner, ursprünglicher Fluss, der in den Diemelsee fließt.

Kurz bevor wir den Vertrag abschlossen, zog ein Gewitter auf, das unser Vorhaben verschob. Wir entschieden uns erst einmal zu Mittag zu essen. Die Kanuverleiher empfohlen uns in Trendelburg das Restaurant “Hotel Burg Trendelburg” zu besuchen.

Es lag auf einer Anhöhe und war ein richtiges altes Schloss, das die Besitzer renoviert hatten. Das Essen war hervorragend und von dort konnten wir das Unwetter beobachten, wie sich Blitz und Donner über dem Land entluden. Ein einzigartiges Schauspiel.

Als alles vorbei war, schien die Sonne wieder, es wurde warm. Wir fuhren zurück zur Diemel, um uns das Kanu auszuleihen. Eine meiner Freundinnen saß vorne im Kanu und paddelte. Meine andere Freundin saß hinten, um zu lenken, und ich saß in der Mitte, um mitzupaddeln. Mit im Boot stand eine wasserdichte Tonne mit Deckel, in der unser Hab und Gut sicher und geschützt aufbewahrt wurde, falls wir kentern sollten.

Wir hatten 9 Kilometer vor uns. Es machte riesigen Spaß die Natur zu betrachten und Tiere zu beobachten, seltene Schmetterlinge, Schwäne, Fische. Es war eine ganz neue Perspektive vom Wasser aus die Welt zu erleben. Ein aufgebrachter Schwan begleitete uns. Nach einigen Metern entdeckten wir ein Nest und das erklärte den aufgeplusterten Schwan. Wir paddelten in einem großen Bogen um das Nest herum und ließen den Schwan hinter uns.

Wir brauchten eine Weile, bis wir herausfanden im Einklang zu paddeln. Unser unkoordiniertes paddeln trieb uns immer wieder an Land. Es war auch wunderschön sich einfach treiben zu lassen. Immer wieder gab es Stromschnellen, durch die wir fuhren , durch die unsere Geschwindigkeit zu nahm. An einer Stelle trieben wir wieder an Land und landeten fast in einer Angelschnur , die sich in einem Baum verheddert hatte. Ich zog die andere Seite der Schnur an mich heran. Ich war neugierig wo sie endete . Ich spürte, dass dort etwas dranhing. Ich merkte , dass es ein Tier war. “Das könnte ein Fisch sein” sagte ich zu meinen Freundinnen. Plötzlich bewegte sich das Tier. Es lebte noch. Wir waren total aufgebracht. “Wir müssen das Tier befreien” sagte ich. Als ich die Schnur näher heranzog, sah ich, dass es ein Aal war, der um sein Leben kämpfte. Ich gab meiner Freundin, die hinter mir saß, die Schnur in die Hand.

Ich hatte Gott sei Dank ein Taschenmesser dabei. Ich drehte die Tonne auf, holte das Messer heraus, während meine Freundin tapfer die Schnur des zappelnden Aals hielt, zog die Schnur zu mir und schnitt sie über dem Maul des Aals durch. Er schwamm um sein Leben. Leider konnten wir den Angelhaken nicht entfernen, da dort ein Widerhaken angebracht war, und das hätte ihm das Maul zerrissen. Aber wir hatten im Fernsehen in einer Tiersendung gesehen, dass sich so ein Haken verwächst und das Tier weiter leben kann.

Nach zwei Stunden erreichten wir unser Ziel. An einem Steg legten wir an, stiegen aus dem Kanu und warteten, dass wir abgeholt wurden. Nach weiteren 10 Minuten kam der Kanuverleiher , sammelte uns und das Kanu ein und brachte uns überglücklich zurück. Es war ein toller Ausflug, den wir bald wiederholen wollen.

Susanne Rennert

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