Die grüne Insel Korfu

- Ein Reisebericht -

Korfu ist mit einer Fläche von 592 km² und einer Einwohnerzahl von 113.000 die zweitgrößte Ionische Insel im Mittelmeer, die im Norden nur zwei Kilometer von der albanischen Küste entfernt ist. Sie bietet nicht nur Pauschaltouristen allerhand Sehenswertes, auch Individualtouristen kommen hier auf ihre Kosten.

Mein Freund und ich buchten eine 10 tägige Pauschalreise im 3 Sterne Hotel Nautilus in Barbati für 561 Euro pro Person.

Der erste Tag stand ganz im Sinne von: Sommer, Sonne und Strand. Da die Hotelanlage auf einem Hügel gelegen ist, gab es keinen richtigen Strand sondern ein Badeplateau aus Holzbrettern, von dem man über Leitern ins Wasser gelangt bzw. für die Mutigeren durch einen Sprung vom Felsen.

Ich empfand dies als eine positive Abwechslung zum bekannten Sandstrand, da man erstens nicht den Sand überall kleben hat und man sofort im tiefen Wasser ist.

Negativ war dafür der anstrengende Aufstieg zum Hotel nachdem man bereits von der Hitze geschwächt war.

Am zweiten Tag machten wir uns auf die Suche nach einem Mietwagen. Dies war allerdings schwieriger als wir ahnten, da es im 800 Meter entfernten Ort Barbati keinen Autoverleih gab, die Preise von unserem Reiseveranstalter wie immer viel zu hoch waren und der nächste Ort Ipsos nur über eine 2 Kilometer lange Straße ohne Gehweg erreichbar war. Nach längerem Abwägen machten wir uns also auf den Weg und fanden nach einem einstündigen Fußmarsch in Dassia das passende Angebot: einen Opel Agila, 6 Tage für 170 Euro. Der einzige Wermutstropfen war, dass das Auto erst am nächsten Tag zur Verfügung stand, sodass wir den gesamten Weg zurück zum Hotel wieder laufen mussten.

Nach dem Frühstück stand unser Mietwagen dann auch schon vor dem Hotel und die Entdeckungstour konnte beginnen.

Von dem Canal d´ Amour (Liebeskanal) in Sidari waren wir zunächst etwas enttäuscht, da wir von unserem 4 Jahre alten Reiseführer einen anderen Anblick erwarteten. Innerhalb der vergangenen 4 Jahre wurden diese natürlichen Sandsteinfelsen mit den zwei Buchten und einem bis zu 20 Meter langen Felstunnel fast völlig bebaut. Um den Canal d´ Amour zu erreichen, muss man zu unserem Entsetzen mitten durch eine Hotelanlage am Pool vorbei laufen.

Nichtsdestotrotz hat sich die Fahrt dorthin gelohnt. Die Legenden besagen, dass jeder der den Kanal durchschwimmt, solange er im Schatten liegt, ewiges Liebesglück habe oder bald heiraten werde.

Nach einer abenteuerlichen Schotterpiste durch einsame Gefilde und vielen kurvenreichen Serpentinen, erreichten wir die Burgruine Angelokastro, von der man nach einem recht anstrengenden Aufstieg einen wunderbaren Blick auf Paleokastritsa hatte.

Weiterhin besichtigten wir die venezianische Burgruine in Kassiopi, von wo man eine herrliche Aussicht genießen kann.

Ein weiteres Highlight war Agios Georgios Argiradon, ein riesiges Dünenareal zwischen dem Ionischem Meer und dem Korission-See, in dem man entweder schön wandern kann oder im Herbst zahlreiche Rastvögel beobachten kann.

Bereist man die Insel Korfu darf man eine Sehenswürdigkeit auf keinen Fall auslassen: Achilleion-das Sissischloss. Der Palast gehörte der Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sissi, und wurde 1907 vom deutschen Kaiser Wilhelm II. gekauft.

Das Kloster Pondikonisi in Kanoni befindet sich auf der sogenannten Mäuseinsel, die in ein paar Minuten mit dem Boot zu erreichen ist und mitten in der Einflugschneise von Korfu liegt.

Nach einer langen und stressigen Parkplatzsuche in der gleichnamigen Hauptstadt der Insel Korfu (griechisch Kerkira), besichtigten wir zu aller erst die Neue Festung, die durch unterirdische Gänge mit der Alten Festung verbunden sein soll und deren Bau im Jahr 1645 beendet wurde.

Anschließend besuchten wir die Alte Festung, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde und um einiges sehenswerte ist.

Die Stadt Korfu war 1204 Teil der Republik Venedig und auch die Alte Festung wurde von Venezianern erbaut, sodass man der Stadt auch heute noch ihre italienischen Wurzeln anhand der vielen engen Gassen anmerkt.

Viele in den Reiseführern ausgeschriebenen Sehenswürdigkeiten waren in wenigen Minuten besichtigt, sodass wir in nur 4 Tagen die Ganze Insel erkundet hatten und für die restlichen Tage gezwungen waren, am Strand zu liegen.

Wer es also bevorzugt im Urlaub viel zu erleben und weniger gern den ganzen Tag am Strand liegt, der sollte für Korfu nur eine einwöchige Reise einplanen, um nicht Gefahr zu laufen, sich bald am Strand zu Langweilen.

Nancy Schmidt

Sidárion

Korfu

Barbati

Paleokastritsa

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