Dort, wo die Elche zum Fenster hereinschauen

- Ein Reisebericht -

Der Schnee unter den Füßen knirscht, der Wald ist dunkel und ruhig. Völlige Stille. Es ist verdammt kalt, -35°C. Das Laufen im Schnee wird schwieriger. Er ist tiefer geworden seit dem ich den Hauptweg verlassen habe. Hinter der nächsten Kurve steht meine Hütte. Der Schornstein raucht und die Lichter sind an. Der Anblick spendet mir Wärme und wärmt meine Füße, da ich wiedermal vergessen hab, die passenden Stiefel anzuziehen. Vielleicht sollte ich mir endlich mal merken, dass man im verlassenen Wald nicht unbedingt schön sein muss. Die Tür öffnet sich knarrend und angenehmes Licht kommt mir entgegen. Nach wenigen Minuten am Kamin mit einer heißen Schokolade in der Hand tauen meine Glieder endlich wieder auf.

Dieser von mir beschriebene Ort befindet sich in Norwegen, ein kleines Dorf in den Skanden mit dem Namen Ljørdalen. Dort gibt es eine Kirche, einen Friedhof, einen kleinen Konsum und eine Schule. Wenn der Winter streng und kalt ist, friert der Fluss zu, der durch den Ort führt. Weiter oben in den Wäldern finden sich viele gemütliche Holzhütten, die zum Teil auch als Ferienhäuser angeboten werden. Zwischen Dorf und Hütten wurde eine kleine Ferienhaussiedlung errichtet. Allerdings gibt es in diesen Häuschen keinen Kamin.

Zwei Kilometer von Ljørdalen entfernt findet sich ein Alpincenter. Da es in Norwegen generell nicht so überlaufen ist, wie in Österreich oder der Schweiz, ist es mir hier schon öfter passiert, dass ich völlig alleine auf der Piste war und mich richtig austoben konnte.

Am Fuße des Berges scheint ziemlich selten die Sonne. Meistens schneit es und die Wolken hängen tief. Fährt man mit dem Lift aber bis zur Spitze des Berges öffnet sich die Wolkendecke, die Temperatur sinkt noch mal um gefühlte 20°C. Aber die Aussicht macht das wieder wett. Mein Blick schweifte über verschneite Bergkuppen knapp über der Baumgrenze. Die Luft fängt an zu glitzern, und der Sonne hast man schnell einen Sonnenbrand zu verdanken.

Sobald ausreichend Schnee liegt und auch die Urlauber, bzw. Ansässigen es nutzen, werden die Loipen gespurt. Mir war es nun auch möglich mit den Langlaufskiern zum Alpincenter zu laufen und von dort aus über die Schwedische Grenze wieder zurück zu meiner Hütte zu gelangen. Wunderschön sind auch die Wege durch die Wälder. Vorbei an zugeschneiten Nadelbäumen, die unter ihrem Blätterwerk Schutz bei einem Schneesturm bieten. Wenn man viel Glück hat, begegnet man einem Elch oder sieht deren Spuren. Noch nicht vollständig gefrorene Flüsse geben in Waldlichtungen eine wunderbare und märchenhafte Atmosphäre. Der Schnee glitzert durch die Sonnenstrahlen, die durch die Baumkronen ihren Weg zu uns finden.

Ljørdalen ist mein liebster Ort für einen Winterurlaub. Dort kann man vor der Hektik Deutschlands fliehen. Kommt mit der Kultur Norwegens in Kontakt und begegnet nur freundlichen Menschen und Natur, die es jedes Mal von neuem schafft, mich in ihren Bann zu ziehen und zum Träumen zu bringen.

S. Dürschmied

Ljørdal

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