Ein Kurztrip zur Ostsee

- Ein Reisebericht -

Was fängt man mit fünf Tagen spontanem Urlaub an? Da Wandern, nicht unbedingt zu unseren bevorzugten Leidenschaften zählt, machte ich mich im Internet über Angebote an der Ostsee schlau.

Zu Bundeswehrzeiten war ich zuerst in Eckernförde und später in Flensburg stationiert. Leider war ich seit nunmehr 22 Jahren nicht mehr dort.

Ich fand eine Ferienwohnung am Stadtrand von Eckernförde. Ein relativ neu erbautes Backsteinhaus, gemütlich eingerichtet und auch recht günstig. Als meine Frau die Bilder sah, war sie sofort begeistert. Also wurde per Fax gebucht, und in der Nacht ging es auch schon los.

Mit dem Auto waren es gute neun Stunden und wir waren am Ziel. Da ich die Nacht gefahren war, wurde erst einmal ein kleines Nickerchen fällig.

Drei Stunden später konnte der selbstorganisierte Urlaub beginnen.

In der Stadt angelangt, stellte ich fest, dass sich beinahe alles verändert hatte.

Die am Stadtrand gelegene Kaserne stand zwar noch, jedoch wird sie inzwischen für Sozialwohnungen genutzt.

Die Stadt selbst wirkte sehr sauber und strukturiert. Einkaufszentren, Discountmärkte und Hotels waren zwischenzeitlich entstanden.

In der Innenstadt angelangt, den Wagen auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt, ging es zum Hafen.

Hier war alles noch beim Alten. Nur der Marinehafen war verschwunden. Die eigentliche Altstadt war allerdings noch ganz die Alte. Kleine Gässchen mit schrägen, teils noch aus Holz erbauten Häusern. Bunt und in allen möglichen Farben gestrichen. Viele der alten Häuser sind auch heute noch aus roten Klinkersteinen gebaut. Hübsch anzusehen und vollkommen anders als bei uns in Franken.

Leider hat die Gastronomie etwas gelitten. Inzwischen haben sich die Lokale größtenteils auf Tourismus eingestellt, die Preise entsprechend angeglichen und die Speisekarte an den Geschmack vieler Touristen angepasst.

Überall liest man nun Pommes, Schnitzel und dergleichen. Wo sind nur die urigen Fischlokale von damals geblieben? Ein angesprochener Passant verwies uns zu einem außerhalb gelegenen Lokal, welches noch traditionell kocht.

So verbrachten wir den restlichen Tag in Eckernförde und beschlossen am nächsten Tag nach Flensburg zu fahren.

Auch dort hat sich nahezu alles verändert.

Wo sich einst das Moraviahaus, ein rund gebautes Lokal und ein Reisebüro befanden, ist heute nur noch eine mehrspurige Straße mit einem Busbahnhof. Auch hier musste ich feststellen, dass der Marinestützpunkt verschwunden war und nach Kiel verlegt wurde.

Auch die damaligen Butterfahrten gibt es inzwischen nicht mehr.

So buchten wir uns auf einem ehemaligen kleinen Fischkutter eine Rundfahrt. Sie ging bis nach Glücksburg, wo sich einst die Offiziersschule befand, machte eine große Schleife und ging auf der anderen Seite der Förde wieder zurück. Nur die alte Schiffswerft war erhalten geblieben.

Trotzdem. Erinnerungen wurden wach und es war schön, wieder einmal hier zu sein.

Der nächste Tag führte uns nach Kiel.

Ein kleiner Hafenspaziergang und wir buchten uns kurzerhand eine Passage nach Laboe. Dort steht ein U-Boot Denkmal und ein ausrangiertes U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg, welches ich unbedingt meiner Frau zeigen wollte.

Diese Fahrt sollte man unbedingt machen. Sie führt vorbei an den großen Finnlandfähren, an Containerhäfen und sogar an einer Werft, wo heute neue U-Boote gebaut werden.

Linker Hand kann man den Marinehafen erblicken. Wir hatten Glück, denn sogar die „Gorch Fock“ lag vor Anker. Auch die „Alster“, das Boot, auf welchem ich damals fuhr, lag da.

So ging die Fahrt weiter nach Laboe. Ein kleiner Hafen mit einem Seenot-Rettungskreuzer und vielen Fischerbooten zeigte sich uns.

Wenige Gehminuten vom Hafen entfernt, kann man das U-Boot besichtigen und sich einen Eindruck verschaffen, wie die Soldaten leben mussten. Schöne, direkt am Strand gelegene Kaffees, laden zum Verweilen ein. Man hat hier einen herrlichen Ausblick auf die Förde und kann die Frachtschiffe beim Ein- und Auslaufen beobachten.

So ging auch unser letzter Tagesausflug zu Ende. Auf dem Rückweg stoppten wir noch bei dem tags zuvor empfohlenen Fischlokal. Es befindet sich nur kurz außerhalb von Eckenförde, direkt an der Bundesstraße nach Kiel.

Ein Campingplatz gehört mit dazu, was sich positiv auf die Speisenkarte auswirkte. Hier kann man wirklich noch landestypische Fischgerichte zu moderaten Preisen essen.

Am nächsten Morgen fuhren wir bereits wieder zurück in die Heimat. Ein schöner Kurztrip war zu Ende. Aber es lohnte sich alle mal. Man kann hier für wenig Geld, schöne und ungezwungene Tage verbringen.

Die Leute hier im Norden sind unheimlich freundlich und zugänglich.

Man kann wunderbar am Hafen entlang flanieren, alte Schiffe betrachten, einfach nur die Seeluft genießen und dabei die Seele baumeln lassen. Es wird nie langweilig.

Für Wasser begeisterte ist es eine Reise Wert.

Laboe

Anonym

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