Ein Tag in Köln

- Ein Reisebericht -

Köln ist von Münster aus mit dem Zug in einer Tagesreise erreichbar, so dass ich für meinen Besuch in der Domstadt am Rhein keine Unterkunft benötigte. Als Kind habe ich in Mönchengladbach gewohnt und wir sind häufiger nach Köln gefahren, so dass ich mich in Teilen der Stadt bereits auskenne. Noch nicht besucht hatte ich das Schokoladenmuseum und diesen Besuch wollte ich unbedingt nachholen.

Der Kölner Hauptbahnhof befindet sich direkt am Dom, der die Gebeine der Heiligen Drei Könige aufbewahrt. Wie aus Kindheitstagen gewohnt, führte mich auch diesmal mein erster Weg in den Dom. Da ich wusste, dass im Jahr 2007 ein neues künstlerisch interessantes Fenster eingebaut wurde, habe ich mir dieses und einige andere Fenster angeschaut. Das von Gerhard Richter entworfene Fenster wurde aus konservativen Kreisen der katholischen Kirche scharf kritisiert, weil es keine figürlichen Darstellungen zeigt, sondern mit der Wirkung von Farben spielt und somit nicht typisch für eine Kirche sei, sondern auch in eine Moschee passe. Mir gefällt dieses Fenster, die figürlichen Darstellungen datieren aus einer Zeit, als nur wenige Gläubige lesen konnten, so dass die Gemälde auf Kirchenfenstern die einzige Möglichkeit waren, ihnen die Geschichten der Bibel zu erzählen.

Es gibt die Bimmelbahn namens Schoko-Express vom Kölner Hauptbahnhof am Dom zum Schokoladenmuseum, ich habe allerdings den Fußweg am Rheinufer entlang vorgezogen, um mich auf diese Weise ein wenig zu bewegen. Außerdem mag ich Spaziergänge am Wasser entlang. Die Ausstellung im Schokoladenmuseum zeigt die Entwicklung der Schokoladenproduktion auf und fängt bei den frühen Kulturen der Olmeken und der Maya an, dabei werden auch gesellschaftskritische Fragen wie die zeitweise Beschäftigung von Sklaven auf den Kakaoplantagen nicht außer Acht gelassen. Ich gehe durch ein Tropenhaus und bestaune die Kakaopflanze, aus der Schokolade gewonnen wird. Nicht nur Kindern macht der Gang zum Schokoladenbrunnen Spaß, wo jeder Besucher eine in Schokolade getauchte Waffel erhält. Mit großem Interesse lese ich Informationstafeln über Schokolade als ein in früheren Jahrhunderten kaum bezahlbares Genussmittel. Natürlich betrachte ich auch die ausgestellten Porzellantassen zum Genuss der Trinkschokolade und einen Verkaufsautomaten für Schokoladentafeln. Interessant fand ich auch den Bereich über Schokoladenwerbung, der deutlich zeigt, wie sich die Reklame für Süßigkeiten in den letzten fünfzig Jahren verändert hatte. Das Ansehen einer Ausstellung über Schokolade macht natürlich Appetit auf die Leckerei und so stattete ich dem Verkaufsraum einen ausgiebigen Besuch ab und kaufte eine große Auswahl an Schokoladentafeln und anderen Süßigkeiten aus Schokolade. Vom Museum aus ging ich zu Fuß zum Hauptbahnhof zurück, wo ich an einem Sandwichstand eine Kleinigkeit aß, ehe ich wieder in den Zug nach Münster stieg und unterwegs die erste der im Museum gekauften Tafeln Schokolade aufaß.

Helmut Simons

Köln

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