Eine Städtereise nach Prag - einer Stadt zwischen gestern und morgen

- Ein Reisebericht -

Zehn Wochen ist es nun her, als wir eine der für mich schönsten Städte Europas besuchten - Prag - die Perle an der Moldau. Eine Städtereise in eine Historie, die mich tief beeindruckte.

Von der Vielfalt und Lebendigkeit der Stadt war schon Mozart zutiefst beeindruckt. "Ich fahre jeden Tag den gleichen Weg nach Hause und sehe doch immer wieder etwas Neues", sagte er 1791. Renovierte Fassaden, wohin das Auge reicht. Wo wir im letzten Jahr noch eine typische Altprager Eckkneipe besuchten, dürfen wir jetzt ein stilvoll eingerichtetes Restaurant im slawischen Stil bestaunen. Der Wechsel ist in der 1,5 Millionen Metropole Normalität, ja man kann sagen, eine der wenigen Konstanten in der Stadt.

Auf dem Terrain, auf welchem wir hier nun am Anfang unserer Reise in Prag stehen, nahm der Dreißigjährige Krieg eine entscheidende Wende. Es ist das Terrain um den Altstädter Brückenturm, wo im Jahre 1648 eine Armee aus Studenten und Juden die Schweden aufhielt. Einer der prachtvollsten Brückentürme des Mittelalters wurde um 1391 gebaut. Wie so vieles in Prag auch nach Plänen von Peter Parler. Die Wappen, welche über dem Tor angeordnet sind, symbolisieren die zehn Länder, die Karl IV. zum böhmischen Königreich vereinigte.

Wir bewundern den Pulverturm, dessen Bauzeit rekordverdächtig war. In 1475 begonnen zu bauen, wurde der gotische Turm erst 400 Jahre später beendet. Der Turm, welcher mit 65 Metern in die Höhe ragt, diente Ende des 17. Jahrhunderts als Schwarzpulverlager und somit entstand auch der Name.

Vor uns geniessen wir die wunderschöne Ansicht der Prager Burg, des Hradschins, dem politischen und geistigen Zentrum des Landes. Ein absoluter Insidertip ist die Basilika St. Georg. Im Innern der Kirche kann man eine wunderschöne spätbarocke Doppeltreppe und einen einzigartigen romanischen Chorraum bewundern. Sie gilt heute als schönste romanische Kirche der tschechischen Hauptstadt.

Nun überqueren wir die weltweit bekannte Karlsbrücke. Auf deren 10 Meter Breite und 520 Meter Länge buhlen Puppenspieler, Karikaturisten und Musiker um die vielen Schaulustigen, welche wie wir zum Hradschin hinauf laufen. Die gotische Karlsbrücke stellte über 400 Jahre lang die einzige Verbindung zwischen Altstadt und Kleinseite dar.

Im vierzehnten Jahrhundert ließ Kaiser Karl IV. sie bauen. Eins tat die Karlsbrücke auf jeden Fall - die barocke Statuenallee über die romantische Moldau beeindruckte mich zutiefst.

Über den mehr als sehenswerten Altstädter Ring, vorbei an der astrononischen Uhr und den kunstvollen Palaisreigen, dem Wenzelsplatz, dem Boulevard der Eiligen und Schlendernden erreichten wir die Prager Altstadt. Ein mehr als vitales Viertel mit Theaterkulissencharakter.

Im Jahre 1230 erhielt das Gebiet von König Wenzel das Stadtrecht. Zuerst überwiegend im romanischen Stil gebaut, wurden später unter der Regentschaft von Karl IV. zahlreiche sehenswerte gotische Bauten hinzugefügt.

Wir schlendern durch die Josefstadt, entlang der Parizka, der Pariser Straße, der Achse zwischen Altstädter Ring und Moldau. Das Flair großer Boulevards ist hier zu spüren und wir geniessen die sehr angenehmen spätfrühlingshaften Temperaturen. Wir gehen von Sightseeing auf Spazieren gehen über und entdecken einen abschließenden Insider: den Franziskanergarten. In unmittelbarer Nähe zum hektischen Wenzelsplatz bieten hier zahlreiche Bänke und Spazierpfade eine Insel der Ruhe.

Mit deftigem Schweinsbraten, Sauerkraut und Knödeln - und ja - einem Altprager Bier, einem leckeren Staropramen, runden wir einen tollen Tag in Tschechiens Hauptstadt ab.

Anonym

Prag

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