Eine Woche in Straßburg

- Ein Reisebericht -

Ehrlich gesagt waren wir drei (mein Mann, meine Tochter im Teenager-Alter und ich) ziemlich unschlüssig, wo wir im letzten Jahr unsere einzige Woche Sommerurlaub verbringen sollten. Flugreisen kamen wegen unseres Hundes nicht in Frage, weite Autofahrten wegen der knappen Zeit auch nicht - wohin, also? Mein Vater hatte die zündende Idee: Eine selbstorganisierte Reise nach Straßburg im schönen Elsass. Warum nicht? Frankreich ist immer eine Reise wert und so konnten wir eine Städtereise mit Ausflügen und Wanderungen ins Grüne verbinden. Ganz kurzfristig buchten wir im Internet eine kleine Wohnung im Hotel, mitten im Zentrum von Straßburg, Vierbeiner willkommen - was wollten wir mehr?

Unsere Unterkunft, die wir uns selbst im Internet organisiert hatten, war super: Anders als ein Zimmer wurde unser Apartment nur zweimal in der Woche gereinigt - also konnten wir unseren Hund getrost auch mal alleine lassen, ohne Angst haben zu müssen, dass er das Zimmermädchen verbellt. Kaffeemaschine, zwei Kochplatten und Kühlschrank waren auch ein Segen, denn überraschenderweise war die einzige kleine Enttäuschung auf dieser Reise das Essen. Elsässische Küche sagt uns eher nicht zu: Hausmannskost, wie Sauerkraut mit Fleisch und groben Würsten, Flammkuchen und andere herzhafte Gerichte waren nicht nach unserem Geschmack. Aber vielleicht lag das ja auch an der Jahreszeit: Im Winter hätten wir uns wahrscheinlich gerne mit dieser deftigen Kost gestärkt.

Der Hund fühlte sich pudelwohl. An unseren Städtetagen blieb er morgens und nachmittags drinnen, mittags gingen wir schnell Gassi mit ihm, abends ausführlich mit erfrischenden Bädern in Straßburgs vielen Brunnen. Wir haben Straßburg mit Rädern erkundet, die man in einer Tiefgarage umsonst leihen konnte: Das Europaparlament, der wunderschöne Orangerie-Park, die Altstadt Petite France, an der Ill entlang aus der Stadt hinaus - auf gut ausgebauten und gepflegten Radwegen, einfach herrlich. Das Straßburger Münster schlug meinen Mann und mich in den Bann, besonders mit seinen Glasfenstern, bei jeder Witterung und zu jeder Tageszeit wirken sie anders, aber immer überiridisch schön. Weniger beeindruckt hat uns die berühmte astronomische Uhr mit ihrem mittäglichen Figurenumzug - da kennen wir interessantere Modelle, zum Beispiel in der Lübecker Marienkirche. Ein Höhepunkt unseres Urlaubs in Straßburg war der Besuch eines Orgelkonzertes im Münster. Sehr empfehlenswert ist auch die Rundfahrt mit einem Boot, einmal um die Altstadt. Aus dieser Perspektive sieht doch alles anders aus! Im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst haben uns die Werke von Jörg Immendorff wirklich berührt - in diesem Licht durchfluteten, klar konzipierten Neubau kommen sie optimal zur Geltung.

Das Elsass ist wunderschön, Hügel, Weinberge, Ritterburgen - unbegrenzte Wanderziele. Und immer wieder begegnet man Soldatenfriedhöfen aus dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71, die einen daran erinnern, wie umkämpft diese Region zwischen Deutschen und Franzosen über Jahrhunderte war. Hier können deutsche Besucher gar nicht anders, als Europäer aus vollem Herzen zu werden!

Das absolute, unvergessliche Highlight unserer kurzen Reise war ein Besuch des Montange de Singes in der Nähe von Kintzheim. Hier leben Berberaffen in wirklich artgerechter Haltung, nämlich völlig frei in einem Bergpark. Besucher sind zu Gast bei den Affen und dürfen für einen Tag teilhaben an ihrem Leben. Noch nie konnte ich wilde Tiere so unmittelbar erleben - an diesem Affenpark sollten sich alle Zoos dieser Welt ein Beispiel nehmen!

Und schließlich hat es auch der (mürrisch-anspruchsvollen) Tochter gefallen: Straßburg käme für sie auch später als Studienort in Frage - wenn das kein Kompliment ist!

Autor: Annemarie S.

Straßburg

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