Expedition in eine phantastische Welt-der Euopa-Park

- Ein Reisebericht -

Das Highlight unseres mehrtägigen Aufenthalts im Schwarzwald stellte der Besuch des Europaparks im badischen Rust bei Freiburg im Breisgau dar. Der Europapark, der über 100 Attraktionen und mehrere Shows zu bieten hat, ist der größte Freizeitpark Deutschlands. Von unserer Unterkunft im etwa 35 km entfernten Örtchen Hesselhurst fuhren wir schon früh am Morgen los, denn wir wollten den ganzen Tag im Europapark verbringen. Wir stellten unser Auto ab und arbeiteten uns anschließend durch die Menschenmenge zum Haupteingang durch. Die Eintrittskarten hatten wir zuvor online bestellt, so dass wir nicht lange anstehen mussten, um in den Park zu gelangen. Nachdem wir uns einen Plan vom Park besorgt und uns einigermaßen orientiert hatten, was wo zu finden ist, begaben wir uns mit der Magnetschwebebahn an den Startpunkt unserer „Reise“.

Mein Mann und ein Bekannter wollten natürlich zuerst auf die riesige, wahnsinnig schnelle Achterbahn, dem Blue Fire Megacoaster und im Anschluss daran auf die Wildwasserbahn. Dafür nahmen die beiden sogar eine lange Wartezeit in einer unendlichen Menschenschlange auf sich. Die Achterbahn wurde 1975 eröffnet und steht auf einer Strecke von über 1000 Metern mehrmals kopfüber. Sie hat nicht nur das höchste Looping einer Katapultbahn in Europa zu bieten, sondern auch eine 360°-Schraube und das alles bei Geschwindigkeiten von teilweise mehr als 100km/h. Nee, also das war nun wirklich nichts für mich - da lief ich doch lieber alleine los, während die anderen ihren Geschwindigkeitsrausch auslebten.

Der Park ist insgesamt in 16 Themenbereiche unterteilt, von denen 13 länderbezogen sind. Ich beschloss, eine kleine Tour durch die Länder dieser Welt zu machen und hatte mir damit einiges vorgenommen. Ich wanderte also los und landete zunächst in Skandinavien, wo auf dem Marktplatz rund um den Rentierbrunnen ein reges Treiben herrschte. Die bunten, zum Teil an einem Wildbach gelegenen Holzhäuser erinnerten an die reale Architektur, die ich in der Vergangenheit schon während eines Windjammer-Segeltörns in süddänischen Gewässern bei Insellandgängen bewundern konnte. Abenteurer können sich mit der Riesenschaukel „Vindjammer“ auf eine stürmische Seereise begeben oder sich mit einem Raftingboot mitten durch Stromschnellen und Wasserfälle den 600 m langen Wildbach hinabstürzen. So, jetzt aber mal ab in wärmere Gefilde und auf nach Spanien. Dort vermitteln die Häuser mit ihren weißen Fassaden, die mit Blumen geschmückte Plaza und die schönen Brunnen das typische mediterrane Flair, so dass ich ganz und gar in die spanische Welt eintauchen konnte. Gitarrenklang zu Flamenco-Tänzen auf der Freilichtbühne, spanische Ritterspiele in der Arena und Leckereien wie Tapas und Paella ließen mich fast vergessen, dass ich mich nicht wirklich mitten in einem Spanien-Urlaub befand. Irgendwann konnte ich mich schließlich losreißen und lief noch durch Portugal vorbei an einem im Hafen gelegenen, sehr beeindruckenden Schiff, das den Zugang zur Wasserachterbahn „Atlantica Super Splash“ bildete. Ich schaute mir zwar neugierig das Schiff an aber nee, auf die Wasserachterbahn selbst verzichtete ich lieber – das ist wieder eher etwas für die Jungs.

So, wohin jetzt? Mir fiel ein, dass es im italienischen Themenbereich eine Geisterbahn gab und da ich nun mal ein Geister- und Horrorfan bin, war die Entscheidung gefallen – auf nach Italien. Die Fahrt durch das „Geisterschloss“ führt in drehbaren Gondeln auf zwei Etagen durch den Palast der Familie Medici, vorbei an gruseligen Szenerien, die mit der passenden Musik untermauert werden. Schon der Eingang in die Geisterbahn lässt den Besucher schaudern, denn man geht über einen alten, mit Spinnweben behangenen Aufzug durch dunkle Gänge mit gruseligen Gestalten und Ahnenbildern zu den Gondeln, die während der Fahrt an Horrorgestalten, einem Ballsaal mit tanzenden Geistern, kopflosen Reitern und abgehackten Gliedmaßen – nein, natürlich keine echten - vorbeiführen. Das alles schockierte mich noch nicht einmal so sehr, bis irgendwann ohne Vorwarnung eine undefinierbare kleine Kreatur aus der Wand auf mich zugeflogen kam. Sie verschwand natürlich auch wieder, ohne mir die Nase abzubeißen aber ich plumpste fast vor Schreck aus der Gondel, so schnell und überraschend kam das. Als die Fahrt durch das „Geisterschloss“ beendet war, fand ich das äußerst schade aber der Ausgang aus der Geisterbahn hält auch noch eine Überraschung bereit, denn man landet im sogenannten Horrorshop. Dort kann man sämtliche Horror-Utensilien einschließlich der ekligen abgehackten Gliedmaßen als Souvenirs erwerben.

So, jetzt musste ich aber meine Expedition in die Länder dieser Welt unterbrechen und meine beiden Begleiter aufsuchen, denn wir hatten als Treffpunkt wieder die Achterbahn ausgemacht und da standen die beiden Geschwindigkeitsfanatiker schließlich auch, wenngleich sie auch eine recht blasse Gesichtsfarbe aufwiesen. Aber gut, wenn man ständig Kopf steht und dann noch mit 100 Sachen los rast, ist das nicht verwunderlich.

Da wir alle hungrig waren, beschlossen wir, in Frankreich etwas essen zu gehen. Anschließend wurde über weitere Unternehmungen diskutiert und da die Herren sich wieder mal in schnellem Tempo fortbewegen wollten, gingen sie zum „Silver Star“, Europas größter Achterbahn. Na gut, also setzte ich meine eigene Expedition wieder alleine fort und landete im Reich der Dinosaurier, das sich ebenfalls im französischen Themenbereich befand.

Das „Universum der Energie“, das zwischen der Achterbahn Euro Sat, die einen Flug durch das Universum simuliert, und dem Schweizer Themenbereich liegt, schickt den Besucher auf eine Erkundungsreise in die längst vergangene Welt der Dinosaurier. Hier kann man die verschiedenen Dinosaurier-Arten zum Teil in beeindruckenden Größenverhältnissen bewundern und fühlt sich geradezu in die Urwelt versetzt.

Mein Mann, der jetzt langsam genug vom Geschwindigkeitsrausch hatte und ganz fahl im Gesicht war, holte mich schließlich bei den Dinosauriern ab, während unser Bekannter noch weitere „Hochgeschwindigkeitsfahrten“ erleben wollte. Also beschlossen wir, eine erholsame Floßfahrt zu machen, die an einem afrikanischen Dorf und der Höhle des Königs Salomon vorbeiführte. Mit dem Floß passierten wir auch zahlreiche Tiere aus der Wildnis Afrikas und konnten den afrikanischen Dorfbewohnern, die teilweise von lebensgroßen Figuren dargestellt wurden, bei der alltäglichen Arbeit zusehen.

Letztendlich trafen wir uns alle wieder an einem verabredeten Sammelpunkt und mussten unsere Expedition in die phantastische Welt des Europaparks leider für heute beenden. Eines war jedoch klar - an einem Tag schafft man nicht annähernd den halben Europapark, so dass der zweite Teil unserer Abenteuerreise demnächst folgen wird und somit ein weiterer Ausflug in den Europa-Park.

Anke Tholl

Europa-Park

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