Florida in 17 Tagen

- Ein Reisebericht -

Im Juli 2010 kamen meine Schwiegereltern auf die Idee zusammen mit meiner Frau und mir nach Florida zu fliegen. Allen Zweiflern, die nicht verstehen können, wie man auf die Idee kommen kann mit seinen Schwiegereltern in den Urlaub zu fliegen sei vorweggenommen, dass wir uns alle sehr gut verstanden haben.

Meine Schwiegereltern waren bereits zweimal in Florida und haben da im Ferienhaus eines befreundeten Ehepaares gewohnt. Durch ihre Schwärmereien haben wir schließlich Blut geleckt und es ging an die Planungen. Diese verlangten durch die selbstorganisierte Reise deutlich mehr Zeit als das Buchen einer Pauschalreise. Nach mehreren langen Gesprächsabenden mit viel Wein kristallisierte sich folgender Reiseablauf heraus: Eine Villa, direkt am Wasser in Cape Coral und anschließend für eine Woche ins RIU Hotel, Miami Beach. Das Haus der Bekannten war leider nicht verfügbar.

Wer noch nicht in den Staaten war, muss sich allerdings auf einen kleinen Kulturschock gefasst machen. Dies fing bereits bei der Landung am Flughafen in Fort Myers an. Dort wurden von jedem Passagier, welcher amerikanischen Boden betreten wollte, mehrere Fotos gefertigt und der Fingerabdruck gescannt. Besonders blöd war es, wenn man wie wir relativ hinten in der Schlange stand. So verbrachten wir die ersten Stunden unseres Urlaubes unter den Augen zahlreicher Sicherheitsbeamter am Flughafen.

Nachdem wir unseren Mietwagen in Empfang genommen haben, war alles super. Wir haben die Koffer in unseren Toyota Highlander verstaut und ich als Fahrer fühlte mich mit dem nicht gerade kleinen Geländewagen wie der König des Highways. Aber nur solange bis hinter mir ein Ford F650 auftauchte. Die Amerikaner definieren Größe wohl etwas anders als wir Europäer, was sich auch in der Dimension des gesamten Verkehrsnetzes widerspiegelte. Aber nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht. In den USA geht es im Straßenverkehr deutlich ruhiger und entspannter zu als in Europa. Scheinbar hat es dort keiner eilig.

Als wir in unserem Domizil angekommen sind, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine traumhafte Villa direkt am Wasser mit eigenem großen Pool und Bootsanleger. Durch den Kanal, welcher in den Caloosahatchee River führt, schwammen sogar ab und an Delfine. Von dort aus haben wir viele Ausflüge zu Stränden der Region und Einkaufszentren, den berühmten Outlets gemacht. Man sollte bei den wirklich günstigen Preisen jedoch den deutschen Zoll im Hinterkopf behalten. Bei den Stränden haben wir uns auf die in diversen Reiseführern beworbenen beschränkt und dies auch nicht bereut.

Nach zehn Tagen ging die Reise dann durch die Everglades, wo wir natürlich das obligatorische Luftkissenbootfahren nicht ausgelassen haben, zum RIU Hotel in Miami Beach. Das kleine aber feine Hotel haben wir nur mit Frühstück gebucht, damit wir abends verschiedene Restaurants ausprobieren konnten. Das war im nachhinein gesehen die richtige Entscheidung. Wenn man nicht gerade am berühmten Ocean Drive isst, wird man auch nicht arm. Auch in Miami Beach kann man gut einkaufen (wenn man mit Frauen unterwegs ist, kennt man ziemlich schnell sämtliche Einkaufszentren und Outlets).

Alles in allem war es ein sehr schöner und interessanter Urlaub. Unbedingt beachten sollte man, dass man eine relativ lange Urlaubszeit hat (mindestens drei Wochen, 17 Tage war ein wenig knapp), da die Wege in den USA immer ziemlich weit sind und es viel zu entdecken gibt. Weiterhin ist ein Mietwagen dort überlebenswichtig, zu Fuß bewegt sich außer in Miami Beach dort sowieso niemand. Man kann durch diverse Preisvergleiche bei einem selbstorganisierten Urlaub im Gegensatz zu einer Pauschalreise teilweise viel Geld sparen.

B.M.

Fort Myers

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