Ghana in Augsburg

- Ein Reisebericht -

Kennengelernt haben wir fünf Frauen uns in Ghana. Wie waren alle aus verschiedenen Gründen dort. Entweder für ein Praktikum oder ein Auslandssemester oder - wie ich - zum Arbeiten. Da wir uns in Ghana so gut verstanden hatten, haben wir den Plan geschmiedet diese Freundschaft zu erhalten. Der Plan eines Nachtreffens in Form eines Kurzurlaubs stellte sich jedoch als schwierig heraus, da wir alle aus fünf verschiedenen Richtungen kommen. Also wählten wir einen Mittelpunkt, damit alle eine ähnlich weite Anfahrt hatten. Dieser Mittelpunkt war die mittelkleine, bayerische, unscheinbare Stadt Augsburg, die es in diesen paar Tagen in sich hatte.

Auf unserem Kurztrip stellten wir fest, dass Augsburg neben dem unsagbar entspannten Naturfreibad noch weitere wahnsinnig schöne Plätze zu bieten hat, was wir ehrlich gesagt gar nicht erwartet hatten. Am Samstagabend haben wir auf einem großen Platz mitten in der Stadt gesessen, Salsa-Musik gelauscht und die zahlreichen Menschengruppen, die sich unter anderem mitten auf den Platz gesetzt hatten, beobachtet.

Da wir alle die ghanaischen Gerichte lieben gelernt hatten, diese Liebe aber nicht mit Vielen in Deutschland teilen konnten, hatten wir einige Zutaten für eine typische Erdnusssoße und Reisbällen mitgebracht. Allerdings bevorzugten wir eigentlich die Suppe mit "Fufu", einem ghanaischen Brei aus Cassava und Kochbanane. Also machten wir uns an einem der Tage auf die Suche nach einem Asia-Laden in Augsburg, der Instant-Fufu-Puder verkaufte. Nachdem wir drei Läden abgeklappert hatten und somit weitere schöne Ecken von Augsburg erkundet hatten, sollten wir uns damit zufrieden geben müssen, kein Fufu für unsere Suppe zu haben.

Leicht frustriert wollten wir also anfangen die Suppe zu kochen, als wir feststellen mussten, dass die Küche in dem Hostel, in dem wir schliefen, vollkommen überfüllt mit ausländischen Gastarbeitern war, die wir schon aufgrund der Vornacht als etwas suspekt empfanden. Mehr als nur leicht frustriert versuchten wir im Internet herauszufinden, ob es ein afrikanisches Restaurant in Augsburg gäbe, in dem wir immerhin etwas Afrikanisches essen könnten. Angezeigt wurde uns ein afrikanischer Imbiss in der Karlstr. 4. Nach kurzer Überlegung stellten wir fest, dass unser Hostel ebenfalls in der Karlstr. 4 lag. Die Rezeptionistin teilte uns auf unser Fragen hin mit, dass im selben Gebäude ein afrikanischer Imbiss sei. Wir konnten dies natürlich kaum glauben, da wir bereits mehrmals an diesem ominösen Imbiss vorbeigelaufen waren, ihn aber nicht entdeckt hatten. Wir waren jedoch immer nur morgens dort vorbei gelaufen und nicht am Nachmittag, wenn er öffnete. An diesem frühen Abend sollten wir dann feststellen, dass es einen Afrika-Imbiss direkt im gleichen Haus gibt, der sogar Fufu und Ernusssoße verkauft...Als wir den Laden betraten, saß auch noch ein ghanaischer Gast am Tresen, mit dem ich mich in Twi, der Landessprache Ghanas, die ich gelernt hatte, unterhalten konnte. Während wir also unser geliebtes Fufu verspeisten, erzählten wir den neugierigen Gästen und auch dem Besitzer unsere Geschichte und sie konnten kaum glauben, dass fünf Mädels, die alle nicht aus Augsburg kommen und auch nichts damit am Hut haben, und die sich in Ghana kennengelernt haben und allesamt Fufu lieben und teils Twi sprechen, hier an diesem Tresen sitzen und die Ernusssuppe fachmännisch beurteilen. Aus einem kleinen Kurzurlaub wurde also ein unvergesslich schönes Ghana-Nachtreffen mit allem Drum und Dran.

Wir schoben diese Aneinanderreihung von Ereignissen auf das Schicksal und werden wohl bei jedem weiteren Nachtreffen immer wieder von diesem lustigen Urlaub in Augsburg erzählen.

Anonym

Augsburg

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