Harzreise

- Ein Reisebericht -

Schon lange hatte ich Sehnsucht nach den Reisezielen meiner Kindheit, so dass ich für dieses Jahr eine kleine Harzreise einplante. Da wir eine recht große Familie mit 5 mitreisenden Kindern (Jungen) sind, ist Urlaub im Ferienhaus die für uns geeigneteste Art, recht komfortabel Urlaub zu machen, ohne andere zu stören. Als ich im Internet das Stichwort "Bodetal" eingab, fand ich eine Reihe zauberhafter Ferienwohnungen und Ferienhäuser zu wirklich günstigen Preisen, von denen ich mir eine hoch oben auf dem Berg im Örtchen Treseburg aussuchte, deren Eigentümer auch kein Problem damit hatten, dass wir nur von Montag bis Sonntag mieten wollten.

Die Anreise erfolgte, da wir aus dem Norden kamen, über die Autobahn bis Magdeburg und dann über eine sehr gut ausgebaute Schnellstraße bis Thale. Dort deckten wir uns in den vorhandenen Supermärkten mit Lebensmitteln ein, da wir aus leidvoller Erfahrung befürchteten, dass wir in den kleinen Bodetalorten wenig Geschäfte finden würden. Wirklich fehlte uns dann beim Grillen der Senf und wir fanden weder in Treseburg noch in Altenbrak einen geöffneten Laden.

Das gemietete Ferienhaus war wunderschön auf einem terrassenförmig angelegten Grundstück gebaut, ein kleiner Pool auf der untersten Terrasse wurde gleich von unseren 5 Jungs erobert. Der Blick auf den Sonnenuntergang hinter der gegenüberliegenden Bergkette faszinierte uns jeden Abend. Hinter dem Ferienhausgrundstück begann ein auch für ungeübte Wanderer leicht begehbarer Bergpfad mit interessanten Aussichtspunkten, den wir sofort nach unserer Ankunft erkundeten. Er führte uns über die Bergkette hinab ins Bodetal. Durch einen in den Fels gehauenen Tunnel kamen wir an die Bode, an der wir dann im Tal zurück wanderten.

Die Wahl des Urlaubsortes erwies sich als sehr glücklich, denn viele Ausflugsziele des Harzes waren schnell zu erreichen. Am ersten Urlaubstag besuchten wir, weil es ein wenig regnete, nach einem kurzen Abstecher zur Rappbodetalsperre die Baumannshöhle in Rübeland. Diese Tropfsteinhöhle ist die älteste und bekannteste Besuchern zugängliche Höhle Deutschlands. Die unzähligen teils riesigen Stalagtiten und Stalagmiten, verwirrenden Höhlengänge und das ausgestellte Skelett des Höhlenbären führten noch nach Monaten zu begeisterten Fragen und Erinnnerungen meiner Jungen.

Den Abend ließen wir gemütlich ausklingen mit einer Bootstour auf der Vorsperre der Rappbodetalsperre, wo wir in Wendefuhrt vom Fischer preisgünstig einen Angelkahn mieteten und die Kinder ein wenig angelten, inzwischen bei strahlendem Sonnenschein.

Am zweiten Tag besuchten wir den Hexentanzplatz in Thale, ein obligatorisches Harzreiseziel. Wir parkten oben auf dem Berg und fuhren mit der Seilbahn, die herrliche Aussicht genießend, ins Tal hinab. Dort erwartete uns ein Spielpark mit Klettergarten und kleinen Fahrgeschäften, die für preisgünstige Chips benutzt werden konnten. Ein Imbiss mit umfangreichen Angebot sorgte für das leibliche Wohl. Da die Kinder die Fahrgeschäfte voll auskosteten, probierten wir nicht den Sessellift zur Roßtrappe hinauf aus, sondern fuhren mit der Seilbahn, die eindeutig als das tollste Harzerlebnis eingestuft wurde, wieder auf den Hexentanzplatz hinauf. Dort kauften wir natürlich als Souvenirs einige größere und kleinere "Brockenhexen" und genossen als krönenden Abschluss die Fahrt mit der Sommerrodelbahn - in rasender Geschwindigkeit ging es serpentinenartig den Berg hinab, dann wurde der Bob mit Karacho wieder hinaufgezogen. Dieses rasante Erlebnis musste natürlich mehrmals wiederholt werden.

Der nächste Tag führte uns in das wunderschöne Städtchen Wernigerode mit seinem weltberühmten Fachwerkrathaus. Von dort fuhren wir mit der dampfenden und schnaufenden Schmalspurbahn ein paar Stationen Richtung Brocken und unternahmen eine herrliche Waldwanderung. Auf dem Rückweg benutzten wir die Schnellstraße von Wernigerode bis Blankenburg, wo wir leider feststellen mussten, dass diese wunderschön restaurierte Stadt, die mit netten Restaurants und komfortablen Park- und auch Wohnmobilparkplätzen auf Besucher wartet, sehr wenig von Touristen frequentiert wird. Dabei beginnen dort interessante Wanderwege, z. B. der Weg über die sagenumwobene Teufelsmauer, und die Festung Regenstein, die Raubritter vor Hunderten von Jahren in den Fels gehauen haben, ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Wir kletterten auch gleich in den Ruinen umher und genossen die weite Aussicht auf Harz und Harzvorland.

Am Freitag beschlossen die "Männer" der Familie, jetzt endlich wirklich selbst für das Essen zu sorgen. So fuhren wir nach Altenbrak. Am dortigen Fischteich kann man für 2,50 € pro Angel den ganzen Tag angeln, auch ohne Fischereischein. So angelten wir begeisterte Forelle um Forelle, jeder hatte mindesten einen Biss - und am Abend hatten wir 12 Forellen zusammen! Das Ausnehmen war dann leider wieder größtenteils Frauensache, doch bei untergehender Sonne am Ferienhaus gegrillt, schmeckten die selbstgefangenen Fische natürlich allen.

Am letzten Urlaubstag unternahmen wir mit dem Auto eine kleine Harzrundreise durch den Nationalpark Hochharz, über Schierke, wo wir natürlich noch eine letzte Bergwanderung einschoben, bis hinab in den Westharz nach Braunlage hinein, dann über Beneckenstein und Hasselfelde am Flüsschen Luppbode entlang nach Treseburg zurück.

So ging ein wunderschöner erlebnisreicher Urlaub im Ferienhaus dem Ende zu, die Kinder hatten neben aller Erholung viel zu erzählen und zeigen noch nach Monaten ihre Handyvideos und Fotos in der Schule herum.

Auf der Rückfahrt benutzten wir, diesmal in die andere Richtung, wieder die Schnellstraße ab Blankenburg, die uns auf die Autobahn nach Wolfsburg brachte, wo wir die "Autostadt Wolfsburg" besuchten. Die durchdachte und naturnahe Gestaltung der alten Fabrikgelände, die filmreife Präsentation der Autos und Autogeschichte in modernster Architektur mit kleinen Vorführungen erlebten wir im Kontrast zu all den herrlichen Naturerfahrungen im Harz als eine gelungene und tiefgreifende Begegnung mit der Umsetzung der Forderung nach Nachhaltigkeit im 21. Jahrhundert.

Die "Harzreise" war für unsere Familie bei kleinem Budget ein echt gelungener Urlaub im Ferienhaus mit tollen Erinnerungen, darin sind sich alle einig.

Treseburg

Anne Hows

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