Im Schneckentempo unterwegs durch Südostasien

- Ein Reisebericht -

Während meines Studiums nahm ich mir ein Urlaubssemester um Südostasien zu erkunden. Wie jedes Mal, wenn ich Deutschland für einige Zeit verlasse, überkam mich auch hier auf dem Weg zum Flughafen ein mulmiges Gefühl. Warum mache ich das nur immer wieder? Um das Ende vorweg zu nehmen, passierte es auch auf dieser Reise, dass ich die Gültigkeit meines Tickets bis zum letzten Tag ausgereizt habe. Ich musste meinen Rückflug einige Male nach hinten verschieben, um auch keinen einzigen Tag eines Visums zu vergeuden. Ich lege auf meine Reisen keine großen Wegstrecken zurück, denn ich reise im Schneckentempo. Ich bleibe an Orten, die mir gefallen enorm lange und lerne dabei Land und Leute viel besser kennen, als wenn ich von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit jage.

Diese Reise sollte in Bangkok beginnen. Ich liebe diese riesige Stadt mit seinen ganzen Widersprüchen, was aber auch gut daran liegen kann, dass ich vor Jahren hier studiert habe. In Bangkok sind die Menschen entweder extrem reich oder extrem arm. Es ist fürchterlich heiß (draußen!) oder man erleidet Kälteschocks (drinnen!). Geleckte Gebäude und Straßen wechseln sich ab mit verdreckten Slums. Aber an jeder Ecke wird man freundlich begrüßt und freundlich angestrahlt. Nicht umsonst ist Thailand das Land des ewigen Lächelns.

Von Bangkok bin ich schnell in den Norden aufgebrochen, um in Chiang Mai meine Kochkünste auf Vordermann zu bringen, Elefantentrekking zu betreiben und natürlich Massagekurse zu besuchen. Zudem ist es vom Norden Thailands kein weiter Weg nach Laos, wo ich auf den riesigen Fluss Mekong stoßen und diesem bis zu seiner Mündung in Vietnam folgen sollte. Nachdem ich also ordentlich massiert und gekocht hatte, ging es weiter zur laotischen Grenze und dort direkt an Bord eines Kahns, auf dem es zwei Tage zu verweilen galt. Der Mekong ist ein gänzlich unbegradigter Fluss und hinter jeder Kurve warteten gefährlich aussehende Stromschnellen, die der Kapitän kunstvoll durchschiffen konnte. In Luang Prabang, dem Ziel der Bootstour angekommen, gab es ausreichend Tempel zu besichtigen, womit ich mich auch tagelang beschäftigte. Außerdem lernte ich zu meditieren und verbrachte einige Zeit in einem buddhistischen Kloster. Nach langer Zeit zog ich weiter nach Vangvieng. In diesem Örtchen sind die Touristen in erster Linie damit zugange, sich in einem großen, aufgeblasenen Reifenschlauch den Fluss hinunter treiben lassen. Auch hier ließ ich eine ganze Weile die Seele baumeln und habe faul im Reifen gesessen, bevor ich nach Vientianne, der Hauptstadt von Laos, fuhr und mich wieder einem Kulturprogramm widmete. Leider war in Vientianne das maximale Zeitlimit meiner Reise erreicht, und ich musste die Heimreise antreten. Ich schaffte nicht einmal die Hälfte der geplanten Strecke, aber bereue es keinen Tag so lange im Norden Thailands und in Laos geblieben zu sein. Mit der geballten Faszination im Gepäck setzte ich mich also wieder in den Flieger.

Anonym

Bangkok

Chiang Mai

Vientiane

Muang Vangviang

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