In Marokkos Hinterland

- Ein Reisebericht -

Nach einem Sprachreiseaufenthalt im Süden Spaniens nahm ich kurzentschlossen die Fähre nach Marokko, um für einige Tage eine Marokkanischen Freund zu besuchen und ein wenig das Land zu erkunden. Große Reisepläne machte ich keine, da mein Freund versprach eine kleine Tour zu organisieren.

Nach einer abenteuerlichen Nacht am Fährengelände von Algeciras in Spanien und einer ebenso aufregenden Fährenfahrt, ganz allein kam ich am Morgen in Tangier an. Ich war sehr dankbar, dass mein Freund mich am Terminal abholte und wir zunächst im Auto die Stadt erkundeten. Nach einem Mittagessen von köstlichem Fisch ("das Fleisch der armen Leute", wie der Fisch dort genannt wird) brachen wir auf zu einer mehrstündigen Fahrt gen Norden des Landes. Unser Ziel war ein kleines, idyllisches Bergdorf mit dem Namen Chefchaouen. Dort wohnten wir in einem typisch marokkanisch eingerichteten Apartment inmitten der hügeligen Gassen des Dorfes.

Am ersten Tag erkundeten wir das Dorf, besuchten einen basarartigen Markt, der alles bot von Musik-CDs über Stoffe, Gewürze, Fleisch, Gemüse und Turnschuhe. Wir probierten viel landestypischen Essen. Frischer Minztee und Couscous wurden meine absoluten geschmacklichen Favoriten.

Am zweiten Tag brachen wir mit Freunden auf zu einer Tageswanderung ins Gebirge. Den Ausgangspunkt für unsere Wanderung erreichten wir nach einer circa einstündigen Autofahrt. Die folgenden Stunden verbrachten wir in einer regelrechten Kletterpartie über Stock und Stein, durch Flüsse und durch zugewachsene Talgebiete. Ein regelrechtes Abenteuer, für das ich leider mit Ballerinaschuhen und Umhängetasche etwas unpraktisch angezogen, war wie ich feststellen musste!

Die nächste Überraschung folgte zum Mittagessen. Dafür hielten wir in einem Flussbett, knöcheltiefes eiskaltes klares Bergwasser, welches wir tranken und inmitten der Waldlandschaft, eine spartanische Grillstation mit Plastikstühlen und Tisch im Nirgendwo. Ein Einheimischer bereitet uns eine köstliche traditionelle Tagine zu, Hähnchenstücke, Kartoffeln und Gemüse mit Couscous in einem Terrakottabehälter über dem Feuer gekocht. Dazu gab es wie immer Minztee zu trinken. Mein bisher ausgefallenstes Mittagessen, mit großer Sicherheit.

Nach weiteren Stunden Wanderung erreichten wir ein weiteres Tal oder Flussbett, diesmal aber trocken. Dort war eine Art Camp oder Festival aufgebaut. Überall fanden sich Zelte, tanzende Menschen, sogar ein DJ Pult und lounge-artige Musikklänge welche das Tal erfüllten. Ich weiß nicht mit Sicherheit welches Spektakel wir dort beobachteten aber eine faszinierende, fast surreale Atmosphäre und Aussteigerflair lagen in der Luft. Nach kurzem Fußweg kamen wir wieder zu der Stelle an der unser Auto geparkt war und wir machten uns auf den Heimweg.

Drei einzigartige Tage in einem faszinierend fremden Land lagen hinter mir von denen ich noch lange zehren werde. Dieser spontane selbstorganisierte Urlaub in Marokko war eine super Idee!

Marokko

Tanger

Chefchaouen

Algeciras

Anonym

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