Ja zu Bayern!

- Ein Reisebericht -

Die Vorfreude auf unser selbstorganisiertes verlängertes Wochenende in der bayrischen Landeshauptstadt war groß, da dies ein ganz besonderer Urlaub in Bayern werden sollte. Die Koffer waren gerade rechtzeitig gepackt und die To-Do-Liste abgearbeitet, als wir uns Donnerstagvormittag auf dem Weg zum Flughafen Düsseldorf machten. Pünktlich startete die Maschine der Airberlin in unsere gemeinsame Zukunft. In München gelandet stand am Flughafen schon der Mietwagen bereit, den wir vorab online bei Sixt reserviert hatten. Ohne Zeit zu verlieren machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel, das wir bisher auch nur von Internetfotos kannten. Hoffentlich hatten wir eine gute Wahl getroffen. Das Fünfsternehotel Sofitel Munich Bayerpost liegt nur 100 Meter vom Hauptbahnhof München entfernt und ist somit eine super Adresse für alle, denen das pulsierende Großstadtleben gefällt. Bereits von außen sprach uns das im wilhelminischen Stil erbaute Gebäude an. Das Zimmer sprach ebenfalls für sich. Die stylische Einrichtung war ganz nach unserem Geschmack. Das Kingsizebett und die moderne Badewanne verwandelten das Zimmer in eine kleine Oase. Auch die Extras, eine Nespressomaschine, kuschelige Morgenmäntel, duftende Hermés Kosmetik und eine gefüllte Hausbar verschönerten durchaus den Aufenthalt.

Noch am gleichen Tag starteten wir zu einem Stadtbummel um letzte Besorgungen zu erledigen. Bei einem Bummel durch die Kaufingerstraße blieben keine Wünsche offen, während wir auf der Maximilanstraße lediglich einen kleinen Blick in die teuersten Boutiquen riskierten. Nach einem leckeren Cappuccino auf dem Viktualienmarkt machten wir es uns abends in unserem schönen Hotelzimmer gemütlich, so dass wir ausgeruht in den nächsten Tag starten konnten.

Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet ging es ans Eingemachte. Mein zukünftiger Mann wartete bereits unten vor dem Hoteleingang als ich noch mit dem letzten Kajalstrich beschäftigt war und nicht zuletzt damit, mein Brautkleid anzuziehen. Ein sommerlicher, knielanger Traum in creme, schulterfrei und mit kleinen glitzernden Perlen bestickt. Nach einem letzten Blick in den Spiegel konnte es losgehen. Auf 8 cm Stilettos durchquerte ich die pompöse Lobby des Sofitel und zog bewundernde Blicke auf mich. Durch den gläsernen Eingangsbereich konnte ich bereits meinen Lebensgefährten erkennen, der trotz seines eleganten Anzuges seine Aufregung nicht verbergen konnte.

Bei herrlichem Sonnenschein machten wir uns auf den Weg Richtung Ammersee. Im Vorfeld hatten wir alles selbst organisiert und uns bei einem Vorbesuch für die kleine Gemeinde Utting am Ammersee entschieden, da die Trauung in einem kleinen und sehr persönlichen Rahmen stattfinden sollte. Nach etwa 45 Minuten Fahrt über die staufreie A 96 kamen wir überpünktlich in Holzhausen (Gemeinde Utting) an. Die Außenstelle des Standesamtes befindet sich im Künstlerhaus Villa Gasteiger. Die kleine gelbe Villa, die um 1900 von dem Künstlerehepaar Anna Sophie und Mathias Gasteiger erbaut wurde liegt auf einem wunderschönen Grundstück direkt am Ammersee und versprühte umrahmt von blühendem Lavendel, Rosen und einer sommerlichen Blumenwiese ein ganz besonderes Flair. Der kleine Brunnen vor der Villa plätscherte bereits in der Sonne, ein kleiner Bach schlängelte sich durch den sommerlichen Garten und unsere Standesbeamtin hat es sich nicht nehmen lassen, uns an diesem Tag standesgemäß bayrisch in einem wunderschönen Dirndl willkommen zu heißen. Es dauerte nicht lange, bis auch die sechs geladenen Gäste langsam eintrudelten und der Zeitpunkt unserer Trauung bevorstand. Zu unseren selbstgewählten Musikwünschen fanden wir uns in der gemütlichen Villa ein. Nach der persönlich abgestimmten Traurede und einem sicheren „Ja“ begaben wir uns zum Sektempfang auf die kleine Terrasse am Brunnen. Im Anschluss blieb ausreichend Zeit die wunderschöne Umgebung für Fotos zu nutzen. Sei es der kleine Landschaftspark mit altem Baumbestand, das schöne Künstlerhaus oder der Ammersee selbst, hier gab es zahlreiche Möglichkeiten diesen besonderen Tag auf Bildern festzuhalten. Auf einem langen Steg am See fanden wir ebenfalls alle Platz und es entstanden außergewöhnliche Hochzeitsfotos.

Nachdem wir die letzten Tropfen des Champagners geleert hatten fuhren wir in das knapp zwei km entfernte Örtchen Riederau. Bekanntlich geht Liebe durch den Magen und so haben wir uns das Restaurant Seehaus für ein leckeres Mittagsmenu ausgesucht. Ausschlaggebend war nicht nur die ausgezeichnete Küche und phantasievolle Speisekarte, sondern auch die phantastische Möglichkeit auf einem Plateau über dem Ammersee ganz für sich zu sein. Nur durch einen langen Steg über das Wasser erreichbar stand ein gusseiserner Tisch. Dieser war bereits wunderschön eingedeckt. Weiße Sonnenschirme spendeten Schatten und ein Sektkühler sorgte für einen kalten Aperitif. Über dem Ammersee waren wir nun für uns, ein kleines Holzboot, das am Steg befestigt war, sorgte für noch mehr Romantik und das Team des Seehauses las uns jeden Wunsch von den Augen ab. Nach etwa vier Stunden schlemmen, trinken und klönen verabschiedeten wir uns von unseren Gästen und machten uns auf den Rückweg zum Hotel.

Als wir unser Zimmer öffneten hatte das zuvorkommende Hotelpersonal bereits einige Rosen in unser Zimmer gestellt und ein kleines Hochzeitsentenpaar auf die Badewanne. Was lag da näher, als ein entspanntes Bad zu nehmen, zumal wir am Abend noch ein romantisches Candelightdinner geplant hatten. Um 20.30 Uhr hatten wir einen Tisch im 181 (Drehrestaurant Olympiaturm) reserviert. In 181 Meter Höhe erwartete uns ein kulinarisches Erlebnis der Spitzenklasse und ein wunderbarer Blick über die Stadt. Je später der Abend, desto schöner wurde die Aussicht. Tausende kleine Lichter erwachten in der Dämmerung, zu späterer Stunde überraschte uns ein Sommergewitter, das in dem mit Glas umrundeten Restaurant seinen ganz besonderen Reiz versprühte. Jeder Blitz malte ein besonderes Bild in den Himmel und bot ein Naturschauspiel der besonderen Art. Beim letzten Gang angekommen servierte uns die aufmerksame Bedienung ein liebevoll verziertes Dessert. Mit Schokosauce hatte der Koch alle Guten Wünsche für unsere Hochzeit auf die Teller geschrieben und das Dessert mit zuckersüßen Erdbeeren gekrönt.

Da zu diesem Zeitpunkt im Olympiapark das Tollwood-Sommerfestival stattfand, hatten wir zusätzlich das Glück ein tolles Feuerwerk von oben zu bewundern, für einen Hochzeitstag ein gelungener Abschluss!

Nachdem wir am nächsten Morgen ausgeschlafen hatten holten uns unsere Freunde am Hotel ab. Wir machten uns auf den Weg nach Tutzing am Starnberger See. Nach einem Spaziergang durch herrliche Natur fanden wir einen sonnigen Platz im Forsthaus Ilkahöhe. Der idyllische Biergarten bot einen wunderschönen Ausblick auf den Starnberger See und eine kleine Überraschung. Statt bayrischer Schmankerl servierte unsere Trauzeugin eine selbstgebackene Hochzeitstorte, die sie in liebevoller Arbeit mit Marzipan verziert hatte. Der Kuchen schmeckte ganz wunderbar, die süßen Kirschen, der Wiener Schokoboden - ein Fest der Sinne. Aber auch das kühle Weizenbier war nicht zu verachten. Nach einem kleinen Verdauungsmarsch ging es am Abend standesgemäß nach München ins Hofbräuhaus. Nach deftiger bayrischer Küche und dem einen oder anderen Obstler verflog die Zeit wie im Flug und wir verbrachten einen wundervollen, feucht fröhlichen, bayrischen Abend.

Der nächste und letzte Tag in München sollte jedoch noch einen Höhepunkt bereithalten. Ein besonderes Geschenk musste noch eingelöst werden. Auf einer Weide in Grub (Gemeinde Valley), 30 km südlich von München, erwarteten die Bayernkamele unseren Besuch. Auf dem Rücken der lieben Tiere durften wir einen Ausritt der besonderen Art erleben. Glücklich schaukelten wir auf Iwan, Hassan, Shakir und Suleika durch das wunderschöne Mangfalltal, vorbei an kleinen Quellen, saftigen Wiesen und herrlichem Ausblick. Bei unserem Weg durch das Tal konnten wir sogar den einen oder anderen Feuersalamander entdecken. Mit unserem Kameltreiber Konstantin und seinen Tieren verbrachten wir wunderschöne Stunden inmitten herrlicher Natur und so viel der Abschied von ihm und seinen Trampeltieren, Dromedaren, Lamas und Eseln schwer.

Vor unserer Rückkehr nach München kehrten wir im Berghotel Aschbach ein um den Tag angemessen ausklingen zu lassen. Das rustikale Hotel liegt auf einer Anhöhe über dem Mangfalltal in Feldkirchen Westerham. Eine wunderschöne Panoramaterrasse mit einem Blick auf die Tiroler Berge sowie Kloster Andechs sowie eine geschmackvolle und außerordentlich vielseitige Kuchenauswahl ließen keine Wünsche offen. Der ideale Platz den Tag revuepassieren zu lassen und Abschied zu nehmen.

Ein herrliches langes Wochenende ging zu Ende, aber viele weitere werden folgen, denn eines war sicher: in diesem Urlaub haben wir gleich zweimal „Ja“ gesagt, einmal zu uns und einmal zu Bayern!

N. Walter

München

Utting am Ammersee

Riederau

Tutzing

Feldkirchen-Westerham

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