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Kunst- und Kultur-Urlaub in Worpswede

- Ein Reisebericht -

Die Oase der schönen Künste – immer wieder zieht es mich dorthin: ins „Weltdorf“ Worpswede. Klein, aber fein präsentiert sich die alte Künstlerkolonie vor den Augen der Touristen. Mitten im Teufelsmoor bei Bremen gelegen, ist sie trotz des dörflichen Charakters gut mit Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten für Menschen ausgestattet, die einen Kunst- und Kultur-Urlaub genießen möchten.

Unsere kleine Gruppe, zwei Freundinnen und ich, haben Quartier im Gästehaus des „Hotels Hemberg“ bezogen. In dessen früherer Gaststube trafen sich die Maler der ersten Generation, hauptsächlich von Nordrheinwestfalen und Bremen um 1900 hierhergezogen, zum Schmausen und Diskutieren.

Kunst und kunsthistorische Botschaften sind hier an jeder Ecke zu finden. So zieht uns das ehemalige Wohnhaus der Malerin Paula Modersohn-Becker und deren Ehemann Otto Modersohn in seinen Bann, das direkt gegenüber dem Hotel in der Hembergstraße liegt und zum Museum ausgebaut wurde. Im neuen Komplex des Hauses bewundern wir bekannte Werke sämtlicher Worpsweder Maler wie Fritz Mackensen, Heinrich Vogeler oder Hans am Ende und natürlich vor allem die Bilder des Künstlerpaares Modersohn. Wirklich berührt fühlen wir uns aber im ursprünglichen Teil des Wohnhauses. Hier ist die Schlafkammer zu sehen, in der Paula-Modersohn-Becker ihre letzten Tage nach der Geburt ihres Kindes verbrachte, und auch die mit Kerzen und Spiegeln dekorierte Wohnstube. Vor dem mit Samt bezogenen Sofa brach die Künstlerin mit den Worten: „Oh, wie schade!“ zusammen und starb 31-jährig an einer Wochenbett-Embolie.

Da ich mich durch manch einen Urlaub in Worpswede recht gut mit dessen Geschichte und Örtlichkeiten auskenne, finden wir ohne lange Suche den Friedhof an der Bergstraße und dort das Grab der Malerin. Besonders durch die Steinplastik einer liegenden Frau mit Kind vom Bildhauer Bernhard Hoetger ist es bekannt geworden. Auch die Gräber anderer berühmter Worpsweder Künstler kann ich den interessierten Freundinnen zeigen.

Danach wandern wir über den Weyerberg zum Barkenhoff. Hier erbaute sich der Jugendstilmaler Heinrich Vogeler ein Kunst- und Kulturzentrum, das Anfang des 20sten Jahrhunderts Maler, Schriftsteller und andere Künstler aus ganz Deutschland und Europa anzog. Einige Male war Rainer Maria Rilke hier zu Gast, der in dem weißen Saal „Gesellschaft hielt“, wie er seine Lesungen auf dem Barkenhoff nannte, und auch dem Haus seinen Segensspruch über dem Eingang schenkte. Ebenso häufig besuchten Carl Hauptmann, Rudolf Alexander Schröder und viele andere bekannte Schriftsteller den Barkenhoff zu dessen Blütezeiten.

Natürlich darf in unserem Urlaub im Künstlerdorf Worpswede ein Gang zum Haus im Schluh nicht fehlen. Hier ließ sich Martha Vogeler nach der Trennung von ihrem Mann mit den beiden jüngeren Kindern nieder und betrieb eine Weberei und Fremdenpension, die nach ihrem Tod von den Vogeler-Töchtern fortgesetzt wurde.

Von den zahlreichen Museen wähle ich für unseren Urlaub auch den Besuch der „Großen Kunstschau“ gleich hinter dem Busparkplatz in Worpswede aus. Riesige Gemälde und vielerlei Kunsthandwerk beeindrucken die Besucher, und außerdem das angeschlossene „Café Verrückt“, ein fantasievoll gestalteter Bau Bernhard Hoetgers sowie seine Statuen „Wut“ und „Humor“ im umgebenden Park.

Zwischendurch gönnen wir uns durch lange Spaziergänge im Teufelsmoor auch mal Erholung von der Kunst. Der weite Himmel dieser norddeutschen Landschaft, die gesunde Luft und gut ausgezeichnete Wege verhelfen uns zu angenehmer Entspannung und verleihen unseren Ferien in Worpswede einen Beigeschmack von sportlichen Wellnesstagen. Bei wärmerem Wetter würde der Moorfluss Hamme uns zu einem erfrischenden Bad einladen. Auch Fahrten mit dem Paddelboot oder auf einem historischen Torfkahn können Urlauber buchen, um von der Hamme aus das Teufelsmoor zu erforschen.

Den Abschluss unseres selbstorganisierten Kunst- und Kultur-Urlaubes in Worpswede bildet ein Ausflug ins wenige Kilometer entfernte Fischerhude, wo die Ehefrau Rilkes, Clara Westhoff, mit der gemeinsamen Tochter lebte und in ihrem Bildhauer-Atelier arbeitete. Hier erlauben wir uns im „Rilke-Café“ eine Teestunde mit leckerem Kuchen und lassen die Eindrücke unserer Urlaubstage noch einmal Revue passieren.

Anonym

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