Kurzurlaub in der Stadt des Pferdes

- Ein Reisebericht -

In der Woche vor Ostern habe ich die Stadt Warendorf besucht.

Ich wurde von meinem Freund hierher eingeladen und habe bei ihm auch Unterkunft gefunden. Dieser selbstorganisierte Urlaub hatte gegenüber einer Pauschalreise den Vorteil, dass ich mein Programm vollkommen in Eigenregie zusammenstellen konnte.

Da ich mich schon lange für Pferde interessiere, war die Stadt Warendorf mit ihrem Beinamen "Stadt des Pferdes" für mich bereits ein Begriff, ich hatte sie jedoch vorher noch nicht besucht.

Die Anreise mit dem Zug aus Berlin war recht unkompliziert, dauerte allerdings nahezu fünf Stunden, da Bauarbeiten zwischen Berlin und Hannover den Bahnverkehr noch bis Ende August behindern. Bis Bielefeld kann man von Berlin aus mit dem ICE durchfahren und steigt dann nach einem Aufenthalt von leider 45 Minuten in die NordWestBahn um, die über Warendorf weiter nach Münster fährt.

Schon bei der Einfahrt in den Bahnhof Warendorf sieht man mehrere lebensgroße und farbenfroh bemalte Kunststoff-Pferde, die derzeit das Stadtbild prägen. Geschäftsleute haben sie aufgestellt und ihrem Angebot entsprechend gestalten lassen.

Äußerst sehenswert ist der Marktplatz in Warendorf mit dem Stadtmodell, dem historischen Rathaus und einer Vielzahl alter Gebäude.

Bei einer Stadtführung unter dem Titel "Hohe Giebel - Stolze Hengste" lernte ich sowohl die Altstadt Warendorfs als auch das Nordrhein-Westfälische Landgestüt kennen. Diese und andere Führungen werden von der Warendorf Marketing GmbH angeboten.

Die Stallungen des Landgestüts konnten im Rahmen der Führung betreten werden und die Teilnehmer durften ohne Einschränkungen fotografieren. Wir sahen berühmte und teure Warmbluthengste, erfuhren aber auch, dass Warendorf ein Zentrum der Kaltblutzucht darstellt. Die schweren Kaltblutpferde haben mich mit ihrer imposanten Erscheinung besonders beeindruckt. Im Landgestüt finden viele Veranstaltungen statt. Es gibt den Familientag, die Symphonie der Hengste, Hengstparaden und natürlich Reitturniere.

Mit der Vergangenheit Warendorfs macht auch das Dezentrale Stadtmuseum bekannt. Es trägt seinen Namen, weil es über fünf Standorte verteilt ist. Hier können Interessierte an jedem Sonn- und Feiertag von 15.00 - 17.00 Uhr kostenfrei Stadtgeschichte erleben.

Neben den historischen Sehenswürdigkeiten bietet das an der Ems gelegene Warendorf auch eine Vielzahl von Sportmöglichkeiten. Zu nennen sind hier die Laufstrecken um den Emssee, die Vielzahl von Radwegen, die auch Skatern ihre Möglichkeiten bieten, natürlich Reitwege und auch das Freibad, der Feldmarksee im benachbarten Sassenberg sowie in der kalten Jahreszeit das Hallenbad.

Für Filmliebhaber gibt es mit Scala und Studio ein Kino mit zwei Sälen. Im Sommer kommen mit dem "Emsflimmern" unter freiem Himmel weitere Filmvorstellungen dazu.

Wer in Warendorf ein Hotel sucht, findet mit Sicherheit die passende Unterkunft. Besonders bekannt ist das Hotel "Im Engel".

Sollte die Zeit für Ausflüge aus Warendorf hinaus reichen, sind Telgte und Münster besonders empfehlenswerte Ziele.

Telgte bietet mit vielen Kunstaktionen, als Beispiel wäre die Ausstellung der Trash-People von HA Schult im Juli 2011 zu nennen, immer wieder Neues.

Münster ist als lebendige Studentenstadt und mit seinen historischen Bauwerken, aber auch seinem Allwetter-Zoo auf jeden Fall einen längeren Besuch wert.

Die abwechselungsreiche Woche in Warendorf hat mir gut gefallen und ich kann dieses Urlaubsziel Menschen, die Deutschland näher kennenlernen möchten, nur empfehlen.

Anonym

Warendorf