Linz am Rhein – kleines Fachwerkjuwel inmitten von Weinbergen

- Ein Reisebericht -

Bei den Japanern ein beliebtes Ziel, bei den Deutschen weniger bekannt ist das hübsches Städtchen Linz am Rhein. Gelegen an der B42 zwischen Königswinter und Neuwied gehört es zu den inzwischen selten gewordenen im Kern noch (fast) vollständig erhaltenen Fachwerkorten längs der Spange Bonn – Mainz. Einen Besuch dort kann man wunderbar selbst organisieren.

Der schönste Anblick von Linz bietet sich vom Rhein kommend beim Betreten des Orts durch das 1329 erbaute Rheintor, an dessen dicken Mauern die Markierungen der verschiedenen Hochwassermaximalstände über die Jahrhunderte bis zum heutigen Tag angebracht sind. Hinter dem Rheintor beginnt die aus Fachwerkhäusern bestehende Fußgängerzone, die sich über drei Marktplätze bis zum Neutor auf der anderen Seite des Innenstädtchens zieht. Auf dem kleinen, aber hübschen Marktplatz direkt am Turm sind die meisten Ausflugslokale mit der üblichen 08/15 Kost und den entsprechenden Preisen für Touristen, weiter im Ort befinden sich zahlreiche Imbissbuden und einige durchaus empfehlenswerte Lokale, wie die Pizzeria „Walter“ in einer kleinen Seitenstraße die vom mittleren Marktplatz abgeht.

Sehr sehenswert ist die römische Glashütte in der 1365 erbauten Linzer Burg, in der auch bei der Herstellung der edlen Gläser durch die Glasbläser zugesehen werden kann sowie die noch erhaltene Folterkammer. Diese ist zwar sehr klein, war aber angeblich wirklich in Benutzung, da Linz als Zollstation auch Schmuggler und Ähnliches in Verwahrung hatte.

Besonders interessant ist das Örtchen am ersten Samstag im Mai, wenn abends das Großfeuerwerk von „Rhein in Flammen“ von Linz bis Bonn angezündet wird, wobei der ideal Beobachtungspunkt auf der hoch über dem Rhein befindlichen, sechs Kilometer entfernten Erpler Ley ist. Liebhaber von Antik- und Trödelmärkten bevorzugen das dritte Wochenende im Mai oder das Zweite im August, an dem die gesamte Innenstadt zu einem einzigen großen Markt wird, das bunte Treiben zieht inzwischen Gäste aus ganz Europa an. Neben alten Möbeln findet sich Porzellan, Kleidung, Korbwaren und vieles mehr, die „Futterstände“ sorgen für das leibliche Wohl. Die verschiedenen Weinstuben bieten, wie am zweiten Wochenende im September beim Winzerfest, teilweise ihre eigenen Weine zur Verkostung an.

Leider sind die Übernachtungsmöglichkeiten in Linz beschränkt, sehr empfehlenswert ist das Hotel Maritim in Königswinter. Von dort können Ausflüge in die verschiedensten Richtungen gestartet werden, wie zum Beispiel zum Drachenfels inmitten von Heerscharen von Japanern, nach Bonn oder auch nach Köln. Auf der Strecke zwischen Linz und Königswinter befinden sich zahlreiche Weinberge für Spaziergänge mit herrlichem Blick über das Rheintal, auch kleinere Weinlokale sind in der Umgebung.

Roland Porcher

Linz am Rhein

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