Mehr als stupider Hotelurlaub - Mexiko

- Ein Reisebericht -

Mexiko - Land der Wüste, der Drogenkriege und der Armut

Das alles sind Assoziationen, die der Durchschnittsdeutsche mit diesem in Zentralamerika gelegenen Land in Verbindung bringt. Die Vielfalt und einzigartige Schönheit hinsichtlich Flora und Fauna ist hingegen nur Wenigen bewusst und auch die Verbindung zur beeindruckenden Hochkultur der Mayas stellen nur die Wenigsten her.

So ernteten auch wir die ein oder anderen schiefen Blicke, als es hieß, dass der nächste Sommerurlaub nach Mexiko, genauer gesagt in das auf der südlichen Halbinsel Yucatán gelegene Playa del Carmen gehen würde. Von "Das ist doch gefährlich da" über "Warum nicht nach Italien?" bis hin zu "Wo ist das überhaupt?" bekamen wir nahezu alle möglichen und unmöglichen Kommentare zu hören.

Über den Wolken

Ohne uns von unserem Vorhaben abbringen zu lassen, starteten wir im August 2010 mit reichlich Sonnencreme, Insektenschutzmittel und Erfrischungstüchern im Gepäck gen Süden. Während wir Deutschland, Frankreich und Spanien hinter uns ließen und bald lediglich der gewaltige Atlantik unter uns lag, bezweifelten wir stark, dass Reinhard Mey seine ersten Refrainzeilen "Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein" auf einem elfstündigen Langstreckenflug in der Economy Class, eingepfercht zwischen Wildfremden, die es noch dazu darauf anlegten, die Kniescheiben ihres Hintermannes zum Zerbersten zu bringen, gedichtet hatte.

Gratis-Vollbad inklusive

Müde, aber doch in großer Vorfreude dankten wir Gott, endlich wieder Boden unter den Füßen zu haben und wollten nur noch eines: Die mexikanische Luft genießen. Der liebe Herrgott meinte es in diesem Zusammenhang sogar so gut mit uns, dass wir binnen weniger Minuten so durchnässt waren, dass man meinen könnte, wir hätten ein Vollbad genommen; ein Hoch auf die rund 85% Luftfeuchtigkeit!

Einer unter vielen - all-inclusive Urlaub

Da unsere Reise im Paket eines all-inclusive Urlaubs gebucht worden war, wurden wir bei Ankunft im Hotel sogleich freundlich mit erfrischenden Cocktails begrüßt. Das Hotel RIU Lupite, welches sich im von zahlreichen Ferienanlagen geprägten Playacar nahe Playa del Carmen befindet, besticht nicht nur durch seine für die RIU-Kette üblichen hohen Standards. So begeisterte uns vor allem die naturbelassene Anlage mit verhältnismäßig wenigen Zimmern und kleinen Gebäudekomplexen, auf der man morgens vom Ruf tropischer Vögel geweckt und abends von zahmen Nasenbären verfolgt wurde. Trotz aller Vorzüge eines all-inclusive Urlaubs mitsamt einer durchweg überzeugenden Verpflegung, sollte es noch lange nicht bei einem gewöhnlichen Club-Urlaub bleiben.

Ein Land, tausend Möglichkeiten

Mexiko als von einer einzigartigen und in vielerlei Hinsicht auftretenden Vielfalt geprägtes Land überzeugt nicht zuletzt durch sein breites Angebot an Ausflugsmöglichkeiten, welches gerade im Sektor um Cancún unüberschaubar groß ist. So setzt das Land zum einen auf allerlei Aktivitäten im Bereich Wasser - vom Erkunden der Unterwasserwelt via Schnorcheltour oder U-Boot, was vor allem in Küstenregion der weltweit bekannten Insel Cozumel beliebt ist, bis hin zur Schiffsfahrt. Aufgrund der Tatsache, dass sich an der südlichen Küste Yucatáns das zweitgrößte Korallenriff der Welt erstreckt, können Playa del Carmen, Cozumel und Co. ohne Weiteres als wahre Tauchparadiese angesehen werden und auch der einfache Badeurlaub wird aufgrund der kilometerlangen weißen Sandstrände zum besonderen Erlebnis.

Auch Bademuffel kommen in Playa del Carmen voll auf ihre Kosten: Gerade in den letzten Jahren machte sich die Regierung den Ökotourismus zunehmend zu Nutzen; immer mehr Freizeitangebote, die auf eine Kombination aus Entspannung in idyllischer Atmosphäre und Abenteuer setzen, tauchen auf der Bildfläche auf. So beispielsweise der Park X-Caret, der neben zahlreichen Erlebnissen a la Mit-Delfinen, Haien und Rochen-schwimmen sowie einigen Tiergehegen vor allem mit seinen noch aus der Mayazeit stammenden Cenotes - Einsturzdolinen, die über unterirdische Hohlräume miteinander verbunden sind - lockt. Diese Cenotes sind jedoch nicht die einzigen Überbleibsel einer früheren Hochkultur: Zahlreiche archäologische Stätten sind heute zu besichtigen, wobei die bekanntesten das unmittelbar an der Karibikküste zu findende Tulum sowie die Dschungelruinen von Cobá sind. Einige Stunden entfernt bleibt dem Besucher auch die weltberühmte Pyramide von Chichén Itzá nicht verwehrt. Für Touristen, die das Land erstmals besuchen, empfiehlt sich die Besichtigung letzterer, da diese mit zahlreichen archäologischen Funden den wohl eindrucksvollsten Einblick in die Mayakultur liefert, während die Ruinen von Tulum durch das unvergleichliche Panorama verzaubern.

Von Playa del Carmen, nahe der 5a Avenida, fahren regelmäßig Mini-Busse für wenig Geld nach Tulum. Der Transport erfolgt schnell und zuverlässig, wenn auch die Fahrt zwischen wohlgenährten Mexikanerinnen sicherlich nicht die komfortabelste ist.

Ort, wo der Himmel geboren wurde

Als eindrucksvollstes Erlebnis unserer zweiwöchigen Reise ist uns zweifelsohne der Ausflug in das Biosphärenreserbat Sian Ka'an in Erinnerung geblieben, was zu deutsch soviel wie "Ort, wo der Himmel geboren wurde" heißt. In Begleitung eines fachkundigen Reiseführers kamen wir der spezifischen Fauna und Flora auf einer Jeep- und anschließenden Bootstour besonders nahe und konnten so neben Leguanen und diversen Vögeln auch Seesterne, Delfine und Meeresschildkröten in freier Wildbahn beobachten.

Wenn der Magen knurrt

Nicht zuletzt ist Mexiko auch für seine landestypischen Speisen, die durchweg üppig und markant gewürzt ausfallen, berühmt. Die verschiedenen Gerichte mit Tortillas, Bohnen oder scharfen Saucen sollte man sich nicht entgehen lassen und auch ein Steak gehört aufgrund der Nähe zu Argentinien definitiv dazu. In zahlreichen Restaurants direkt an der Hauptstraße, der 5a Avenida, gelegen, kann man eine großzügige Hauptspeise zu einem meist ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis genießen und gleichzeitig das bunte Straßentreiben beobachten.

¿Hablas español?

Obwohl Mexiko das mit Abstand größte spanischsprachige Land ist, existieren neben der Nationalsprache weitere 68 Sprachen indigener Völker. Auch ohne ausgeprägte Spanischkenntnisse sollte dem Durchschnittstouristen die Verständigung nicht sonderlich schwer fallen, da abgesehen von dem Zimmermädchen nahezu jeder Mexikaner im vom Tourismus geprägten Gebiet über Englischkenntnisse verfügt. Der Versuch, ein Gespräch auf Spanisch zu meistern, wird dennoch gerne gesehen, so dass die Mexikaner den Urlauber gerne mit kleinen Tipps bei der Überbrückung der Sprachbarriere unterstützen.

Mexiko - Eine Reise wert?

Auch wenn Cancún und Umgebung in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung durchgemacht haben, kann besonders Playa del Carmen mit dem Erhalt seines typisch mexikanischen Flairs überzeugen. Aufgrund der üppigen Fauna und Flora, zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten und dem Einblick in eine beeindruckende Kultur sollte man sich eine Reise in dieses vielschichtige Land mit all seinen Facetten nicht entgehen lassen. So konnten wir am Ende unseres Sommerurlaubs in Mexiko festhalten: Jederzeit wieder!

Monique S.

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